VDP.Weinlese 2025
Ein Rückblick

Es ist geschafft! Die intensivste Zeit des Jahres liegt hinter unseren VDP.Winzerinnen und -Winzern. Nach einem Vegetationsjahr mit Hitzephasen, punktuell nassen Juliwochen und anschließend langen Trockenperioden verlangte die Lese höchste Präzision, gutes Timing und viele Handgriffe im Weinberg. Der Jahrgang 2025 kam früh in Fahrt: kerngesundes Lesegut, zügige Reife, dennoch animierende Säure - ein Profil, das pointierte, klare Weine verspricht. Die VDP.Winzerinnen und -Winzer erwarten Großes.
Unsere Mitglieder erzählen von den Besonderheiten des Jahrgangs in ihrer Region.

Weinjahr 2025: Das waren die Herausforderungen

Es ist jedes Jahr aufs Neue spannend: Wird es zu trocken? Wird es zu nass? Wird es Spätfrost geben? Im Weinbau ist kein Jahr wie das vorherige und auch 2025 stellte unsere VDP.Winzerinnen und -Winzer vor neue Aufgaben – allerdings anderer Art als im Vorjahr: Vor allem ein extrem früher Herbst, bei dem genau selektiert und schnell gelesen werden musste, war die Besonderheit des Weinjahres 2025.

VDP.Weinlese 2022 – "The Sound of Herbst"

Der Vegetationsstart verlief schwungvoll, die Reben kamen zügig in Gang – der verheerende Spätfrost, wie im Vorjahr, blieb zum Glück aus. Ein warmer Sommer mit sonnigen Phasen brachte die Entwicklung früh voran; punktuelle Regenperioden sorgten für Wachstumsimpulse, verlangten aber zugleich umsichtige Laubarbeiten und ein sehr genaues Monitoring der Traubengesundheit. Insgesamt prägten klare Reifeschritte und ein straffes Zeitgefühl das Jahr: Vieles geschah früher als gewohnt, manches schneller als geplant. 

Diese Dynamik setzte sich in der Lese fort. Bereits sehr früh zeigten sich erste Partien reif und kerngesund. In vielen Betrieben begann die Ernte deshalb deutlich früher, teilweise schon im August und damit so früh wie noch nie, und der Herbst nahm einen kompakten, konzentrierten Verlauf. Wo Schauer vorbeizogen, wurde konsequent selektioniert – die Handarbeit blieb der Schlüssel zu Präzision und Stil. Dort, wo die Teams die kurzen Wetterfenster optimal nutzten, gelang es, die Trauben bei sehr guter physiologischer Reife in die Keller zu bringen. Das Lesetempo war hoch, die Entscheidungen mussten sitzen: Parzelle für Parzelle, Rebsorte für Rebsorte, mit Blick auf Aromatik, Säurebalance und Struktur. 

Die Erntemengen fielen heterogen aus: Hier und da etwas mehr als 2024, andernorts spürbar weniger – insgesamt wirkt 2025 quantitativ eher klein. Entscheidend ist jedoch, was im Keller angekommen ist: Trauben mit viel Ausdruck, straffer, animierender Säure und sehr sauberem Fruchtbild. Weißweine zeigen bereits als Jungmost ein klares, bewegliches Profil; Burgundersorten und Rotweine profitieren von der warmen Vegetationsphase mit reifen Tanninen und guter Tiefe. Die Vielfalt ergibt sich weniger aus spektakulären Einzelereignissen als aus feinem Timing und penibler Arbeit im Detail: rechtzeitig ausgedünnt, klug entlaubt, zum passenden Moment gelesen. 

Am Ende dieses „Turbo-Herbstes“ steht ein Jahrgang, der durch Konzentration und Ruhe zugleich überzeugt: klein, aber von höchster Güte. Die Jungweine wirken präzise und dennoch zugänglich, mit Herkunftskontur und feinem Zug. Was jetzt gärt, verspricht Klarheit und Spannung – Weine, die ihre Lagen sprechen lassen und zugleich Freude bereiten. Nach der intensiven Handlese hat jetzt der Keller übernommen und der Jahrgang 2025 beginnt, seine Konturen zu zeigen. 

VDP.Präsident Steffen Christmann sagt über das Weinjahr 2025: „Ich erinnere mich kaum an ein anderes Jahr, das uns so exzellente Trauben geschenkt hat. Wenig, aber wunderbar. Das Jahr begann recht trocken, was wahrscheinlich zu einem geringen Fruchtansatz geführt hat. Dann kam rechtzeitig regen und zusammen mit ausgeweintem Wetter konnten die Trauben perfekt ausreifen. Vollreif und mit feinster Fruchtsäure geerntet, gären die Moste zu vollen intensiven Jungweinen heran. Wir sind gespannt, erwarten aber einiges.“ 

Ahr

“Der Jahrgang 2025 ist durch Charakter und Tiefgang geprägt. Sehr reife Tannine geben dem Spätburgunder schon jetzt eine super Struktur. Die Vegetationsperiode startete 2025 sehr früh und das regenreiche Wetter versorgte Pflanzen durchgängig mit genügend Wasser. Die Lese erfolgte in einer sehr kurzen Periode im September, die Erntemenge war dabei im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Bis zu den heftigen Regenfällen war während der Lese alles entspannt, danach wurde es streckenweise hektisch und es musste von Tag zu Tag genau selektioniert werden. Gerade im Bereich VDP.GROSSES GEWÄCHS® hat sich die penible Handlese aber gelohnt. Die Qualitäten sind sensationell und die Moste schon jetzt sehr vielversprechend.” 

Alexander Stodden, VDP.Weingut Jean Stodden 

Baden

„Mit einem herrlichen Frühlingsbeginn startete die Vegetationsperiode unter besten Voraussetzungen: gut gefüllte Bodenreserven ermöglichten rasches und gesundes Wachstum. Eine wechselhafte, aber insgesamt günstige Witterung begleitete die Blüte Ende Mai/Anfang Juni und bereitete eine vielversprechende Entwicklung in den Weinbergen. Wegen verstärkter Niederschläge im August wurde die Lese vorgezogen; die frühe Ernte (erste vollreife Trauben am 18. August, so früh wie nie zuvor) erforderte schnelles Handeln und penible Selektion. Die Erntemenge blieb hinter den Erwartungen zurück, doch dank des unermüdlichen Einsatzes unserer Winzerinnen und Winzer zeigen die ersten Jungweine bereits heute Komplexität und ein animierendes Frucht-Säure-Spiel und versprechen nach Fassreife viel Trinkfreude.“ 

Arner Bercher, VDP.Weingut Bercher

 

Franken

„Die diesjährige Weinlese in den fränkischen VDP.Weingütern ist abgeschlossen. Nach spätem Austrieb und einem kompakten Leseverlauf verlangte der Jahrgang viel Fingerspitzengefühl: ein kühles Frühjahr, genug Wasser in der Vegetationsphase im Juni und ein sommerliches Muster ohne extreme Hitze schufen ausgeglichene Wachstumsbedingungen, während der Wechsel aus warmen Tagen und kühlen Nächten im August/September die Aromabildung und die Säurestruktur begünstigte. Die Vorlese für Sekt begann am 25. August, die Hauptlese konzentrierte sich weitgehend auf den 1.–24. September; viele Betriebe ernteten innerhalb von zwei bis drei Wochen, was hohe Einsatzbereitschaft und präzises Management erforderte. Bei durchschnittlichen Erträgen um 70 hl/ha (VDP.ERSTE/VDP.GROSSE LAGEN: 35–55 hl/ha) und Mostgewichten von rund 85–90° Oe (in den Toplagen über 95°Oe) präsentierten sich die Trauben sehr gesund. Silvaner zeigt sich 2025 klar strukturiert, würzig und mineralisch, der Riesling bleibt frisch und fein ziseliert, und der Spätburgunder überzeugt mit kühler Frucht, klarer Struktur und großer Lagerfähigkeit. Fazit: Ein Jahrgang mit Herkunft und Struktur. 2025 steht für Balance, Frische und eine klare fränkische Handschrift. Die Kombination aus moderaten Erträgen, hoher Traubengesundheit, exakten Lesezeitpunkten und stabilen Säurewerten ergibt einen Jahrgang mit klassischer Stilistik und hervorragendem Lagerpotenzial. Die VDP.GROSSEN LAGEN® zeigen bereits heute Tiefe und Herkunft.” 

VDP.Franken 
 

Mittelrhein

„Nach einem zunächst wunderbar trockenen Sommer versprach 2025 unkomplizierte Qualität; eine längere Regenphase im September erhöhte jedoch lokal den Botrytis-druck und machte eine sehr selektive Handlese nötig. Dank penibler Selektion konnten beim Riesling alle Qualitätsstufen — vom Sektgrundwein bis zur Beerenauslese – geerntet werden und lieferten ganz wundervolle Partien. Auffällig blieben die Burgundersorten kerngesund und konnten in höheren Reifegraden bis zum Lesende hängen. Auf den steinigen Steillagen sorgte die gute Versickerung für gespeicherte Wasservorräte, und die frühe, konzentrierte Lese in kurzer Zeit — nur möglich durch hohen Einsatz vieler Helfer und präzise Selektion — brachte hohe Mostgewichte und viel Aroma. Die Mengen fielen eher klein (teilweise deutlich unter 50 hl/ha), qualitativ aber überzeugend aus; Die Trauben zeigten gute Mostgewichte und viel Aroma. Jetzt liegt die Ernte im Keller, und wir sind voller Zufriedenheit und Vorfreude auf das, was daraus entsteht.“ 

Jochen Ratzenberger, VDP.Weingut Ratzenberger & Anika Hattemer-Müller, VDP.Weingut Matthias Müller

 

Mosel-Saar-Ruwer

„Speziell an Saar und Ruwer waren die Winzerinnen und Winzer nach den Frostschäden 2024 besonders auf eine substanzielle Ernte angewiesen. Eine gute Blüte und ein günstiger Witterungsverlauf ermöglichten einen mengenmäßig normalen Jahrgang mit hocharomatischem Lesegut und rassiger Säure. Die meisten Betriebe begannen in der 2.–3. Septemberwoche mit der Lese und freuten sich über reife, sehr aromatische Trauben. In vielen Fällen entstand ein reiches Qualitätsspektrum — von VDP.GROSSEN LAGEN® über trockene Spitzenqualitäten bis hin zu Prädikatsweinen und Beerenauslesen; sogar der Saarburger Laurentiusberg wurde erstmals gelesen. Aus den kargen Schieferlagen der Mittelmosel und den Steillagen an Saar und Ruwer war von optimalen Mostgewichten, viel Aroma und besonders starken Partien aus alten Reben zu hören; die Erntemengen lagen teils 10–20 % unter dem Schnitt. Insgesamt präsentiert sich die Region mit einer beeindruckenden Bandbreite: aromatische, tiefgründige, extraktreiche Rieslinge mit feiner Säure und bester Balance — ein Jahrgang mit großem Reifepotenzial.“ 

Dr. Carl von Schubert, Regionalvorsitzender VDP.Mosel-Saar-Ruwer

 

Nahe

“Die VDP.Winzerinnen und Winzer an der Nahe haben im allgemeinen bereits Anfang September mit der Weinlese begonnen und waren Ende September/Anfang Oktober fertig, was den frühesten Weinlese-Schluss der Geschichte bedeutet. 
Der Reifebeginn und somit Beginn der Weinlese war bereits extrem früh. Die Zuckerreife ging rapide vorwärts. Ähnlich wie in 2015 blieb die Säure dabei gut erhalten, was uns sehr gefreut hat. 
Die weißen Burgundersorten wurden meist in der ersten September-Hälfte bei perfekter Gesundheit und idealer Reife geerntet. 
Die Rieslinge, die an der Nahe in allen VDP-Weingütern zwischen 55 und 90 Prozent der Fläche einnehmen, wurden naturgemäß über einen deutlich längeren Zeitraum gelesen. 
Dabei haben vor allem die Niederschläge im letzten September-Drittel dafür gesorgt, dass auch in diesem Jahr penibel selektiert werden musste. Das hat sich ausgezahlt: Von knackigen Trauben zur Erzeugung von Sekt-Grundwein über vollreife, goldgelbe GG-Träubchen bis hin zu wunderbar rosinierten Trauben zur Erzeugung von Auslesen, Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen hat der Jahrgang 2025 alles geliefert, was man sich wünschen kann.”


Frank Schönleber, VDP.Weingut Emrich-Schönleber

Pfalz

„Der Herbst 2025 war ein echter Sprint - intensiv, konzentriert und sehr früh: bereits Ende August zeigten sich die ersten Trauben reif und gesund, und die Lese der Sektgrundweine begann bei bestem Spätsommerwetter. Die Ernte zog sich statt über viele Wochen über nur rund drei Wochen; geringe Erträge standen einer Qualität gegenüber, die alle Erwartungen übertraf: kerngesunde, aromatische und hochkonzentrierte Beeren mit natürlicher Balance. Die kurze, präzise Lese verlangte höchste Konzentration vom Team und ein genaues Timing — das gezielte Einbringen der letzten Partien am Tag vor einer größeren Regenfront war ein glücklicher Abschluss. Burgunder und Rieslinge präsentieren sich jetzt mit Klarheit, Tiefe und Frische und geben dem Jahrgang 2025 das Potenzial, sich zu einem der großen Jahrgänge zu entwickeln; parallel zeigt sich der 2024er auf Flasche bereits in Bestform.“

Franz Wehrheim, VDP.Weingut Dr. Wehrheim

 

Rheingau & Hessische Bergstraße

„Die Ernte 2025, mit einem Erntestart schon Anfang September, gehört zu den frühesten seit Menschengedenken. Die hervorragenden Reifebedingungen im August bis in den September hinein führten zu absolut gesunden, physiologisch reifen und äußerst schmackhaften Trauben. Entscheidend für die hohe Qualität waren der frühe Erntebeginn, die richtige Erntestrategie und die entsprechende Schlagkraft in den Weingütern - vielerorts dauerte die Hauptlese nur 7–10 Tage. Die Mostgewichte lagen mehrheitlich zwischen 80 und 90 °Oe, oft aber auch darüber, und das bei idealen Säurewerten. Außerdem brachte der Jahrgang großartige Spätlesen, Auslesen, Beerenauslesen und sogar Trockenbeerenauslesen mit Werten deutlich über 200 °Oe in erfreulicher Menge. Mehrheitlich sprechen die VDP.Winzerinnen und Winzer von einer Erntemenge knapp unter dem langjährigen Mittel – qualitativ jedoch ein außerordentlich präziser und lagerfähiger Jahrgang.“ 

Wilhelm Weil, VDP.Weingut Robert Weil 

 

Rheinhessen

“2025 war ein Jahr voller Dynamik: trockene, warme Phasen wechselten sich mit intensiven Regenperioden ab. Für uns Winzer hieß die höchste Aufmerksamkeit und unermüdlicher Einsatz. Doch gerade diese Kontraste haben in unseren Weinbergen eine besondere Energie freigesetzt. Anspruchsvolle Vegetationsverläufe bringen oft die besten Weine hervor – wenn man bereit ist in die notwendigen Zusatzarbeiten zu leisten und Ertragseinbußen in Kauf zu nehmen. So auch in diesem Jahr. Der hohe Krankheitsdruck zwang uns, jede freie Minute in den Weinbergen zu verbringen. Penible Laub- und Traubenarbeit waren entscheidend, führten aber zugleich zu einer idealen Ertragsregulierung. Die Mühen haben sich gelohnt und die Natur hat uns belohnt: Die Moste und ersten jungen Weine beeindrucken uns mit aromatischer Tiefe und leuchtender Spannung – eine seltene Kombination, die uns mit Begeisterung und großer Dankbarkeit erfüllt.” 

Johannes Hasselbach, VDP.Weingut Gunderloch

Sachsen/Saale-Unstrut

“Nach dem Frostjahr 2024 zeigten die Reben in diesem Jahr bis auf wenige Ausnahmen einen hohen Gescheinsansatz. Ein für unsere Verhältnisse recht niederschlagsreicher Sommer führte zu einer raschen Rebentwicklung und in Sachsen zum Lesebeginn Anfang September, in Saale-Unstrut ab Mitte September. Ergiebige Niederschläge Ende September beschleunigte die Lese zusätzlich. Durch selektives Lesen konnten in allen sechs ostdeutschen VDP.Weingütern sowohl die gewünschten Qualitäten bis in die Spitzen der Großen Gewächslagen als auch die gewünschten Mengen geerntet werden. Mitte Oktober werden voraussichtlich die letzten vorgelesenen Weinberge geherbstet. Wer viel Arbeit in der Vegetationsperiode in seine Weinberge steckte, wurde qualitativ reich belohnt.” 

Björn Probst, VDP.Sachsen-Saale Unstrut 

 

Württemberg

„Die Reife setzte durch warme Spätsommerwochen früh ein; vielerorts begann die Lese bereits Anfang September. Einsetzender Regen zur Monatsmitte erforderte zügiges, selektives Arbeiten — dank des großen Engagements in den Weinbergen konnten die Trauben dennoch in sehr gutem Zustand eingebracht werden. Die Erträge liegen auf Vorjahresniveau; Mostgewichte und Aromatik deuten auf charakterstarke, fein strukturierte Weine hin. Riesling, Lemberger und Spätburgunder zeigen sich im Jungweinstadium ausdrucksstark und vielversprechend. Trotz punktueller Herausforderungen blicken wir auf einen insgesamt gelungenen Jahrgang mit klarer Frucht, eleganter Struktur und gutem Reifepotenzial — er hat das Potenzial, zu den stärksten Jahrgängen der letzten Dekade zu zählen.“ 

Felix Ellwanger, VDP.Weingut Jürgen Ellwanger