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MARIE und JOHANNES HASSELBACH

VDP.WEINGUT
GUNDERLOCH

“JEDE GENERATION ERFINDET DAS WEINGUT NEU.“

JOHANNES HASSELBACH ÜBER SEINE WEINE UND SEIN WEINGUT IN NACKENHEIM

Gunderloch

Carl-Gunderloch Platz 1
55299 Nackenheim

Tel+49 (0)6135/2341
Fax+49 (0)6135/2431
Mailinfo@gunderloch.de
Mo-Do 8.30-17.00; Fr 8.30-16.00; Sa nach Absprache
Inhaber

Johannes Hasselbach

Kellermeister

Johannes Hasselbach und Markus Weickert

Rebfläche in Hektar

22,00 Hektar

Flaschenproduktion

120 000

85% Riesling, 10% Burgunder sowie Silvaner & Gewürztraminer

Geologie

roter Tonschiefer

Anbaugebiet

Rheinhessen

Weinprobe
Moderierte Weinproben nach Vereinbarung von 10 bis 25 Personen möglich

VDP: Was ist das Besondere an Ihrem Weingut?

Johannes Hasselbach: Wir führen es schon in der sechsten Generation, sind Gründungsmitglied des VDP und haben es sogar in die Literatur geschafft – unser Weingut ist Schauplatz von Carl Zuckmayers „Fröhlichem Weinberg“. Aktuell gab es einen Neubau und die Erweiterung 2017. Jede Generation erfindet das Weingut neu – da werden schon einmal Sicherheit und Lebenspläne über den Haufen geworfen, um es zukunftsfähig zu machen. Im Weinberg liegt unser Fokus auf den Steillagen des Roten Hanges.

VDP: Was ist Ihre Weingutsphilosophie?

Johannes Hasselbach: Erstens: Weniger ist mehr. Zweitens: Wein wird im Weinberg gemacht. Drittens: Alle Arbeit muss nachhaltig sein.

VDP: Welchen Weinstil streben Sie an?

Johannes Hasselbach: Herkunftsgeprägte, markante Weine. Unsere Lieblingssorte ist Riesling.

VDP: Welchen Ihrer Weine würden Sie jemandem empfehlen, der Ihr Weingut noch nicht kennt – sozusagen als Einstieg?

Johannes Hasselbach: Diese beiden: „Als wär's ein Stück von mir“ Riesling trocken und „Jean Baptiste“ Riesling Kabinett. Zwei unterschiedliche Weine, die aber zum einen wunderbar die Geschichte unseres Weingutes erzählen und unverkennbare Botschafter ihrer Herkunft sind. „Jean Baptiste“ genießt weltweite Bekanntheit und erzählt die Historie des Weingutgründers Carl Gunderloch – genannt Schambes. „Als wär's ein Stück von mir“ gab der jungen Generation die Möglichkeit, zu experimentieren, und sich mit den Weinbergen auseinanderzusetzen – unbeeinflusst durch Konventionen und Spielregeln. Nur so kann man die Weinberge kennenlernen und ein Gefühl für sie entwickeln.


VDP: Auf welchen Wein sind Sie ganz besonders stolz?

Johannes Hasselbach: Jedes Jahr aufs Neue ist unser ROTHENBERG VDP.GROSSES GEWÄCHS® der Wein, in dem wir die ureigene Charakteristik unseres „Haus-Weinberges“ ROTHENBERG unverfälscht darstellen möchten. Auch nach über 130 Jahren Erfahrung lernen wir fast jeden Tag etwas Neues über diesen Weinberg. Wenn es uns gelingt, mit diesem Wein dem sehr herausfordernden und charakterstarken Terroir gerecht zu werden, macht uns das schon sehr stolz.

ROTHENBERG
Riesling GG
VDP.GROSSE LAGE®

„NACH MEINEM WIRTSCHAFTSSTUDIUM ZOG ICH MIT MEINER FRAU EIN JAHR UM DIE WELT, UND WIR ARBEITETEN IN DIESER ZEIT IN VIELEN WEINGÜTERN.“

VDP: Warum sind Sie Winzer geworden?

Johannes Hasselbach: Mich hatte schon immer fasziniert, was meine Eltern machen. Allerdings war die harte Arbeit anfangs nicht so mein Ding ;-). Trotzdem verspürte ich auch immer eine gewisse Verantwortung gegenüber dem, was meine Vorgängergenerationen geschaffen haben. Nach meinem Wirtschaftsstudium zog ich mit meiner Frau ein Jahr um die Welt, und wir arbeiteten in dieser Zeit in vielen Weingütern. Dort sammelte ich viele Erfahrungen, und wir genossen den Austausch mit vielen jungen und passionierten Wein-Persönlichkeiten. Dort reifte die Idee, mit meiner Schwester gemeinsam den Betrieb der Eltern fortzuführen. Als sie dann aus Liebe zum österreichischen Wein – und einem österreichischen Jungwinzer – das Weingut verließ, und mein Vater kurz vor der Ernte erkrankte, stand es außer Frage, dass der Betrieb durch mich und meine Familie weitergeführt wird. Und diese Entscheidung habe ich bis heute nicht bereut!

VDP: Haben Sie Vorbilder oder Mentoren?

Johannes Hasselbach: Das kann man nicht an einer Person festmachen. Ich hatte auf meiner Weltreise Kontakt zu so vielen spannenden Persönlichkeiten – Chefs, Winemaker, Kollegen, aber auch einfachen Aushilfen. Die meisten strahlten trotz harter Arbeit eine große Passion aus für das, was sie taten, die sich nicht mit Geld oder ähnlichem erklären ließ. Das fand ich unheimlich inspirierend und hat mich geerdet. Dieses „Wanderjahr“ in der Weinwelt war unglaublich prägend.

VDP: Was sind Ihre nächsten Ziele?

Johannes Hasselbach: Mit dem Umbau haben wir schon sehr früh einen Meilenstein erreicht – inhaltlich wie baulich. Wir haben nun tolle Vorausetzungen und können die technischen Arbeitsabläufe sehr gut umsetzen. Jetzt kann ich noch mehr Zeit und Energie meinem eigentlichen Beruf widmen: Die Weinberge noch besser kennen- und verstehenlernen. Und weiter daran feilen, wie wir sie optimaler bearbeiten können, um noch charakterstärkere Weine aus ihnen zu erhalten.

VDP:Wie vereinen Sie Tradition und Innovation?

Johannes Hasselbach: Tradition ist ein vielschichtiger Begriff: Sie ermöglicht viel, kann aber auch unheimlich begrenzend sein. Ich denke, es ist die Aufgabe jeder Winzergeneration, mit einem „weißen Blatt Papier“ zu starten und viele verrückte Fragen im Kopf zu haben. Man muss sich für das, was man macht, jeden Tag sensibilisieren. Da liegt für mich die eigentliche Innovation. Eigentlich genau das, was auch schon die Generationen vor uns gemacht haben, bevor sich das Wissen so schnell entwickelt hat wie in den letzten Jahrzehnten und alles noch deutlich untechnokratischer war. Am Ende ist das dann doch wieder irgendwie traditionell ...