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VDP.WEINGUT
BATTENFELD SPANIER

„MEINE WEINE LOTEN DEN RAUM ZWISCHEN HANDELN UND LOSLASSEN, ZWISCHEN RATIO UND RISIKO AUS.“

HANS OLIVER SPANIER ÜBER SEINE WEINE UND SEIN WEINGUT IN HOHEN-SÜLZEN

Battenfeld Spanier

Bahnhofstrasse 33
67591 Hohen-Sülzen

Tel+49 (0)6243/906515
Fax+49 (0)6243/906529
Mailkontakt@battenfeld-spanier.de
Der Weinverkauf für BattenfeldSpanier findet ausschließlich bei Kühling-Gillot statt, Ölmühlstr. 25, 55294 Bodenheim.
Inhaber

H.O. Spanier & Carolin Spanier-Gillot

Kellermeister

H.O. Spanier

Im VDP seit

2008

Rebfläche in Hektar

34,00 Hektar

Flaschenproduktion

150 000

70% Riesling, 18% Spätburgunder sowie Weissburgunder & Silvaner

VDP: Was ist das Besondere an Ihrem Weingut?

Hans Oliver Spanier: Hohen-Sülzen liegt am südlichsten Zipfel des Wonnegaus – in der Nähe von Worms – und die Region ist berühmt für ihre kalkhaltigen Unterböden. Ähnlich wie bei den Nibelungen liegt für uns Winzer der Schatz unsichtbar unter der Oberfläche: Es sind die mächtigen Kalkbänke, die hier die Erde durchziehen. In ihrem porösen und wasserspeichernden Gestein müssen die Reben wurzeln, um an Nahrung zu kommen. Durch den Donnersberg, der das Wetter aus dem Westen abfängt, befindet sich der Wonnegau im Regenschatten, sodass die Sommer trockener als anderswo werden. Dann spielt der wasserspeichernde Kalk seine ganze Stärke aus und lässt Weine entstehen, die reif und vibrierend sind und durch das tiefe Wurzelwerk weniger die Fruchtaromen, als vielmehr die Steinaromen betonen.

VDP: Was ist Ihre Weingutsphilosophie?

Hans Oliver Spanier: Die ökologische Wirtschaftsweise habe ich seit 2005 durch die Bio-Dynamie erweitert. Boden und Rebe nicht mit synthetischen Düngern zu belasten, leuchtet unmittelbar ein. Aber neben den Bodenprozessen, die die Fruchtbildung beeinflussen, gibt es die Lichtprozesse, deren Prägung vor allem durch das sich verändernde Klima immer größere Wichtigkeit zukommt. Das Ausbringen von Präparaten und Tees hat zu einer deutlichen Stärkung der Reben geführt. Ihr Wachstum ist gleichmäßiger und sie reagieren auf Hitze und Feuchtigkeit gleichmütiger, was Krankheiten und Überreife zu verhindern hilft. Die Mitgliedschaft in der von Nicolas Joly gegründeten „Renaissance des Appellations“ ist Ehre und Auftrag zugleich. Der Gedankenaustausch mit anderen biologisch-dynamisch arbeitenden Winzern ist einer der wichtigen Pfeiler der Weiterentwicklung.

„WAS MICH INTERESSIERT, IST DAS JENSEITS DER VERGÄNGLICHEN FRUCHT ANGESIEDELTE AROMENSPEKTRUM DER STEINE UND DES BODENS.“

VDP: Welchen Weinstil streben Sie an?

Hans Oliver Spanier: Meine Weine loten den Raum zwischen Handeln und Loslassen, zwischen Ratio und Risiko aus. Jedes Jahr – fast jeder Tag – ist ein Unikat im Weinbau. Als Winzer muss ich alles, was ich je gelernt und für sicher empfunden habe, in dem Moment, wo ich es anwenden will, schon wieder vergessen haben. Sonst bleibt kein Raum für Intuition. Ohne Intuition entsteht jedoch immer nur das Sichere, das beim Wein leider Beliebigkeit bedeutet. Die Traube ist für mich der Dolmetscher, der unsere extrem vom Kalk geprägten Böden des südlichen Wonnegaus in Wein übersetzt. Und das ist, was mich interessiert: das jenseits der vergänglichen Frucht angesiedelte Aromenspektrum der Steine und des Bodens. Tanzende Mineralien. Salziger Herkunftscharakter. Das gilt für den Riesling wie für den Sylvaner, den Weißen wie den Roten Burgunder. Mehr Rebsorten baue ich gar nicht an. 

VDP: Welchen Ihrer Weine würden Sie jemandem empfehlen, der Ihr Weingut noch nicht kennt – sozusagen als Einstieg?

Hans Oliver Spanier: Unseren Riesling VDP.GUTSWEIN. Wir nennen ihn einfach Riesling Gutswein, aber der Wein mit dem Silberetikett ist bereits eine strenge Selektion aus Rieslingtrauben, die in den kalkhaltigen Steillagen des Wonnegaus um Hohen-Sülzen und das Zellertal wachsen. Per Hand gelesen, nochmals am Sortiertisch selektioniert, in großen alten Doppelstückfässern ausgebaut und bis weit ins Frühjahr „sur lie“ gelassen: der Einstieg in die Premium-Weinwelt von BattenfeldSpanier. Bereits in der Nase verströmt der Wein eine dezente Steinobstfrucht, die von feinen Kräuteraromen begleitet wird. Im Mund finden sich die Aromen von Mirabelle wieder, begleitet von einer herrlichen Saftigkeit. Die deutlich hervortretende Mineralität und die präzise Art machen den Wein vielschichtig, spannend und enorm trinkanimierend. Das Mundgefühl ist erfrischend, begleitet von einem langen Nachhall – ein Riesling, der niemals müde macht.

„DER FRAUENBERG WILL EROBERT WERDEN. ER BRAUCHT ZEIT.“

VDP: Auf welchen Wein sind Sie ganz besonders stolz?

Hans Oliver Spanier: Auf die VDP.GROSSE LAGE® FRAUENBERG. Diesen Weinberg habe ich 1999 von einem Winzer geschenkt bekommen und er ist emotional mein wichtigster Weinberg. Die Auflage besteht aus Kalkschotter, während der Unterboden der reine Kalkfels ist. Die exponierte Lage und der erhöht liegende Kamm des Frauenbergs fordern den Reben alles ab. Zusammen mit dem zwar mineralstoffreichen, aber extrem kargen Boden, in dem die Rebe sehr tief wurzeln muss, um an Nährstoffe zu gelangen, sind die Voraussetzungen für eine lange und gesunde Vegetationsperiode ideal. Im Riesling aus dem Frauenberg dominieren die Aromen des Steins: Kräuterwürze, kühle Tabak-Aromen, geschliffene Säure und ein stahliges Mineralgerüst. Im Mund hat der Wein zwar viel Schmelz, aber er offenbart nicht sofort alles. Der Frauenberg will erobert werden. Er braucht Zeit. Er braucht Muße. Dann aber belohnt er mit einer fast atemberaubenden Eleganz und Feinheit.

FRAUENBERG
Riesling Auslese
VDP.GROSSE LAGE®

VDP: Warum sind Sie Winzer geworden?

Hans Oliver Spanier: Hätte ich mit 17 Jahren keinen schweren Verkehrsunfall gehabt, ich wäre mit großer Wahrscheinlichkeit Profisportler geworden. Perfektion in der Vorbereitung, das sensible Hineinhören in die körperlichen Möglichkeiten, Ausdauer und schließlich die Höchstleistung im Ergebnis sind eine Kombination, die mich fasziniert, seit ich mich erinnern kann. Letztlich setzt meine Arbeit als Winzer diese Faszination fort, nur dass es nun die Böden und Trauben sind, in die ich hineinhören muss. Riesling ist meine Vision. Hier im Wonnegau gibt es keine Traube, die präziser und wohlschmeckender die Böden und das Licht in Wein zu übersetzen imstande ist. Die Fruchtigkeit des Rieslings halte ich dabei für eine vergängliche Zwischenstation, bevor die Metamorphose zu einem authentischen Stein-Wein einsetzt. Inzwischen ist der Betrieb auf fast 30 Hektar angewachsen, und neben der Familie ist ein kräftiges Team an Mitarbeitern entstanden. Der Erfolg, der sich eingestellt hat, ist eine Gemeinschaftsleistung, für die ich mich vom Einzelkämpfer zum Teamplayer entwickeln musste. Auch das sehe ich sportlich.

VDP: Haben Sie Vorbilder?

Hans Oliver Spanier: Meinen Großvater.