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VDP.WEINGUT DEUTZERHOF

„DER RESPEKT VOR DER NATUR IST UNS EIN HOHES ANLIEGEN.“

JÜRGEN DOETSCH UND HANS-JÖRG LÜCHAU ÜBER IHRE WEINE IM WEINGUT IN MAYSCHOSS

Deutzerhof

Deutzerwiese 2
53508 Mayschoß

Tel+49 (0)2643/7264
Fax+49 (0)2643/3232
Mailinfo@deutzerhof.de
Verkaufszeiten
Montag, Dienstag, Donnerstag & Freitag: 10:00-12:00 und 13:00-17:00 Uhr Samstag: 10:00 -16:00 Uhr Sonntag und Mittwoch nur nach Vereinbarung
Inhaber

Hella Hehle

Betriebsleiter: Hans-Jörg Lüchau
Kellermeister

Hans-Jörg Lüchau

Im VDP seit

1994

Rebfläche in Hektar

7,00 Hektar

Flaschenproduktion

35 000

Rebsorte

70 % Spätburgunder, 11% Frühburgunder, 10 % Riesling, 4 % Dornfelder, Chardonnay und Portugieser

VDP: Was ist das Besondere an Ihrem Weingut?

Jürgen Doetsch: Die Lage des Weinguts am Ortsrand von Mayschoss direkt am Mönchberg, der sich wie ein Amphitheater um das Weingut legt, ist einmalig. Die Entscheidung das Weingut 1980 an diesen Standort umzusiedeln hatte der ehemalige Inhaber des Weinguts Wolfgang Hehle. Noch heute profitieren das Weingut und wir von dieser weitsichtigen Entscheidung.

VDP: Was ist Ihre Weingutsphilosophie?

Hans-Jörg Lüchau: Der Respekt vor der Natur ist uns nach wie vor ein hohes Anliegen. Guter Wein entsteht im Weinberg und nicht im Keller. Die verschiedenen Lagen unseres Weingutes und das jeweilige Mikroklima lassen Weine mit unterschiedlichen Terroirs entstehen. Die Aufgabe des Winzers ist es, das Potenzial der jeweiligen Lage und der Rebe zu erkennen und  das im Glas zur Geltung zu bringen.

„UNSERE VDP.GROSSEN GEWÄCHSE® WERDEN TATSÄCHLICH MIT EIMERN IN DEN GÄRBOTTICH ODER IN DIE KELTER GESCHÖPFT.“

Wenn das Wetter sich von seiner schlechten Seite zeigt, kann ich zur Not mit konventionellen Mitteln reagieren. So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich. Je besser ich meine Arbeit im Weinberg auf die Natur abstimme, um so weniger habe ich im Weingut zu tun. Damit die Maische- und Weinpumpen viele Jahre halten, schonen wir sie so viel wie möglich ...
Spaß beiseite: Die VDP.GROSSEN GEWÄCHSE® werden tatsächlich mit Eimern in den Gärbottich oder in die Kelter geschöpft. Ich denke, dass diese schonende Methode sich positiv auswirkt. Im Keller wird nur noch abgestochen – hier mit Pumpe – und der Schwefel schon fast nach Ökovorgaben dezent hinzugefügt. Die Arbeit muss im Weinberg gemacht werden – zum richtigen Zeitpunkt. So entsteht Qualität!

VDP: Welchen Weinstil streben Sie an?

Jürgen Doetsch: Unser Ziel ist es Spätburgunder mit Eleganz und Finesse und einer nicht zu breitschultrigen Struktur zu erzeugen. Zudem soll die Barriquenote nicht die Frucht und die feine Mineralität der Ahr Spätburgunder in den Hintergrund stellen. Unsere Weine sollen in der Flasche langsam heranreifen und den Freunden des Spätburgunders noch nach vielen Jahren Freude bereiten.


VDP: Welchen Ihrer Weine würden Sie jemandem empfehlen, der Ihr Weingut noch nicht kennt – sozusagen als Einstieg?

Hans-Jörg Lüchau: Der Gutswein ist die Visitenkarte des Weinguts. Diese Weine sind auf den exzellenten Böden des Ahrtals gewachsen und werden nicht durch Holzaromen beeinflusst.

VDP: Auf welchen Wein sind Sie ganz besonders stolz?

Jürgen Doetsch: Besonders stolz sind wir auf den Caspar C., welcher ab dem Jahrgang 2018 als "Ahrweiler Caspar -Alte Reben- VDP.Ortswein" angeboten wird. Dieser Wein ist ein echtes Flaggschiff des Weinguts. Der Wein hat ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, wenn man bedenkt, welchen Aufwand es erfordert einen sehr guten Spätburgunder, unterstützt durch Barriqueeinsatz, zu erzeugen.

VDP: Warum sind Sie Winzer geworden?

Hans Lüchau: Ich lernte Wolfgang Hehle in Rahmen eines Sommelierkurses im Jahr 2000 kennen. Er hat mir seine Philosophie erklärt und mich  für den Weinbau begeistert.

Jürgen Doetsch: Ich lernte Wolfgang Hehle Anfang der 90er Jahre kennen und war von seiner menschlichen und offenen Art sowie von seiner konsequenten Weinstilistik begeistert. Die Chance, dieses Weingut im Sinne dieser Stilistik gemeinsam mit Hans Lüchau fortzuführen, wollte ich ergreifen, als Hella Hehle einen Nachfolger für das Weingut in 2019 suchte.

VDP: Haben Sie Vorbilder oder Mentoren?

Jürgen Doetsch: Mit Vorbildern sollte man sich generell schwertun, denn jeder Mensch ist authentisch und braucht folglich keine Vorbilder. Mentoren hingegen gibt es. Wolfgang Hehle hat als Mentor den Stil und die Art des Deutzerhofs geprägt und damit auch seine Nachfolger. Für uns auf dem Deutzerhof bleibt auf jeden Fall der Satz von ihm in Erinnerung: „Der Winzer wächst mit den Jahrgängen!“ Die Weinjahrgänge von Hans Lüchau sind insbesondere seit 2015 kontinuierlich besser geworden, wie auch das Urteil der Weinkritiker zeigt.

Hans Lüchau: Jeder Jahrgang ist anders und mit jeder neuen Jahrgangserfahrung weiß der Winzer, wie er auf die Launen der Reben im Weinberg oder auch im Keller zu reagieren hat. Dieser Respekt vor dem jeweiligen Jahrgang ist in die DNA des Deutzerhofs übergegangen.

"Die Besonderheiten der VDP.GROSSEN LAGEN® noch präziser herauszuarbeiten, bleibt unser primäres Ziel"

VDP: Was sind Ihre nächsten Ziele?

Hans-Jörg Lüchau: Die nördlichste Weinbauregion in Deutschland ist die Ahr. Die Ahr ist zudem die einzigste Weinregion in Deutschland, die den Rotwein und insbesondere den Spätburgunder in den Mittelpunkt stellt und ein ideales Gebiet für große Rotweine aus den Spätburgundertrauben. Zudem bieten die 17 Großen Gewächslagen des VDP ein immenses Spektrum von unterschiedlichsten Geschmacksnuancen, die den Charakter der Ahrweine bestens zeigen. Diese Besonderheiten der jeweiligen Großen Lagen noch präziser herauszuarbeiten, bleibt unser primäres Ziel.

VDP: Wie vereinen Sie Tradition und Innovation?

Jürgen Doetsch: Tradition und Innovation sind kein Widerspruch. Wenn Tradition heißt, das Schlechte zu  bewahren oder Innovation bedeutet, nur etwas Neues zu tun, ohne dass das Alte besser wird, dann sollten wir es lieber lassen. Wir bleiben bei der Auswahl unserer Traubensorten mit einem Burgunderanteil von knapp 90 % auf dem Deutzerhof weiterhin traditionell. Diese Tradition wollen wir fortführen. Im Weinberg arbeiten wir naturnah während wir im Keller auf modernste Geräte setzen, um den Wein möglichst schonend und sorgsam ausbauen zu können.