Erfüllt, inspiriert und voller Dank blicken wir auf zwei
intensive Tage der VDP.Weinbörse 2026 zurück.
Es gibt Wochenenden, die tragen einen noch Tage weiter. Die VDP.Weinbörse 2026 in Mainz war so eins: voller Begegnungen, voller Entdeckungen – und vor allem voller spürbarer Euphorie darüber, dass diese besondere Form von Austausch stattfindet: konzentriert, offen, international.
Über 3.000 Fachbesucherinnen und Fachbesucher aus 29 Ländern kamen in die Rheingoldhalle, um bei 186 VDP.Weingütern den Jahrgang 2025 zu verkosten – und um Gespräche zu führen, die für die Positionierung deutscher Spitzenweine weltweit entscheidend sind: zwischen Import, Handel, Spitzengastronomie und Fachpresse. Der hohe Anteil internationaler Fachpersonen war in diesem Jahr deutlich spürbar, mit Gästen aus den wichtigsten Exportmärkten USA, Großbritannien und Skandinavien ebenso wie aus den Niederlanden, Japan, China, Kolumbien und vielen weiteren Ländern.
Dass diese Plattform so fokussiert und so hochwertig funktioniert, wurde 2026 auch strukturell noch stärker abgesichert: Mit einem neuen Registrierungs- und Anmeldesystem hat der VDP die Weinbörse als reine Fachmesse weiter geschärft. Der Zugang war konsequent auf qualifiziertes Fachpublikum ausgerichtet.
Die VDP.Weinbörse hat damit einmal mehr ihre Rolle als wichtigste internationale Fachmesse für deutschen Spitzenwein eindrucksvoll bestätigt.



VDP.Weinbörse 2026: It's a Wrap!
Die feierliche Eröffnung am Sonntagmorgen begann – passend zu diesem Wochenende – mit einem Blick nach vorn. VDP.Präsident Steffen Christmann begrüßte die Gäste mit dem, der VDP.Weinbörse eigenen, erwartungsvollen und verbindenden Ton. „Es ist jedes Jahr eine Freude Ende April, wenn der Frühling es ernst meint, an einem Sonntagmorgen nach Mainz aufzubrechen“, sagte er – und schlug damit den Bogen von den ersten zarten Austrieben in den Weinbergen bis zu den vielen Gesichtern im Saal, die so unterschiedliche Facetten des deutschen Spitzenweins zusammenbringen.
Christmann erinnerte daran, dass die VDP.Weinbörse im 52. Jahr nicht nur Verkostung und Markt ist, sondern auch ein Ort, an dem sich Haltung verdichtet: hier, „direkt am Ufer des Rheins“, dem Fluss, der die deutsche Weinkultur seit Jahrhunderten prägt. Seine zentrale Botschaft war dabei so klar wie konstruktiv: Herkunft ist kein Zustand, sondern ein Auftrag – und sie braucht Verlässlichkeit. Nichts, so Christmann, sei „vergänglicher als Weltruf“: Er müsse immer wieder neu erworben werden – durch Konsequenz im Weinberg, Präzision im Keller und durch das gemeinsame Auftreten dort, wo die Welt auf deutsche Spitzenweine blickt.
Ein besonderes Gewicht bekam dieser Gedanke in diesem Jahr durch das Jubiläum des VDP.Traubenadlers: Vor 100 Jahren (1926) wurde er zum Markenzeichen des Verbands – als Antwort auf eine Zeit, in der Winzerinnen und Winzer enger zusammenrücken mussten und das Gemeinsame über das Trennende stellten. Für Christmann ist dieser Blick zurück vor allem ein optimistischer: Er zeige, dass der Weinbau immer wieder Antworten gefunden habe – und dass Gemeinschaft, Mut zur Konsequenz und die Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln, zur DNA des VDP gehören. „So ist es mir um unsere Zukunft nicht bange“, ließ er durchblicken – nicht als Beschwichtigung, sondern als Selbstverständnis einer Vereinigung, die sich seit über einem Jahrhundert immer wieder neu am Maßstab Exzellenz misst.
Im Anschluss richtete Oberbürgermeister Nino Haase sein Grußwort an die Gäste – und machte deutlich, dass die VDP.Weinbörse für die Stadt Mainz mehr als nur eine Weinmesse ist, sie bedeutet Multiplikation für den Weinbau, für die Region, für internationale Sichtbarkeit.
Zu den Höhepunkten der Eröffnung gehörten die Ehrungen, die diese Verbindung von Geschichte, Gegenwart und Menschen greifbar machten: Robert Haller, langjähriger Vorsitzender des VDP.Franken, wurde mit dem Faksimile des originalen VDP.Traubenadlers von 1926 ausgezeichnet – als Würdigung eines Engagements, das über den eigenen Betrieb hinauswirkt: verlässlich, ausgleichend, prägend für Region und Verband.
Mit der Trophy Herkunft Deutschland - die in den vergangenen zehn Jahren nur einmal vergeben wurde - ehrte der VDP den Journalisten Jakob Strobel y Serra für sein publizistisches Eintreten für deutschen Wein – für Texte, die Herkunft nicht nur beschreiben, sondern verständlich machen, einordnen und als Teil unserer Kultur verteidigen. Die Laudatio hielt Günther Jauch, der Strobel y Serra dafür würdigte, dem deutschen Wein jene Sprache zu geben, die ihm im internationalen Kultur- und Genussdiskurs zusteht. In seiner Dankesrede warb Strobel y Serra für Respekt gegenüber einem der ältesten Kulturgüter der Menschheit und für eine differenzierte Sicht auf Genuss. Besonders hängen blieb sein Blick auf die unmittelbare Erfahrung im Glas: „Da merke ich, welche wunderbare Vielfalt im Wein steckt, wie unerschöpflich sein Geschmacksreichtum und wie kostbar dieses Kulturgut ist.“ Und er erzählte von einem ganz persönlichen Ritual – einem Weinregal, vor dem er an vielen Abenden steht, um den passenden Wein zur Stimmung zu wählen. Ein Bild, das den Saal sofort hatte: weil es zeigt, wie nah Weinkultur an unserem Alltag ist – und wie viel in einer Flasche stecken kann.
Ebenfalls im Rahmen der Eröffnung wurden die Preisträger:innen des „Ausgezeichneten Weinkonzepts 2026“ geehrt – als sichtbares Zeichen dafür, dass Spitzenwein dort am stärksten wirkt, wo er mit Wissen, Haltung und Gastfreundschaft vermittelt wird.


Masterclasses gaben Tiefe – von Klassifikation über Prädikate bis VDP.SEKT.STATUT
Neben der großen Verkostung bot das Masterclass-Programm Ruhe und Präzision, um sich mit einzelnen Themen dezidiert zu beschäftigen: Herkunft, Klassifikation, Prädikate, Sekt – jeweils aus einer eigenen Perspektive und jeweils mit großen (Schaum-)Weinen.
Caro Maurer MW bewies in ihren Masterclasses „VDP in 45 Minutes – Where site matters“ (Englisch) bzw. „Ausdruck durch Lage – der VDP in 45 Minuten“ (Deutsch), wie überzeugend sich die Idee des VDP erklären lässt, wenn man sie nicht theoretisch diskutiert, sondern direkt im Glas zeigt. Sie führte entlang der VDP.Pyramide – vom VDP.GUTSWEIN bis zur VDP.GROSSEN LAGE® – und machte die Logik der Klassifikation mit einer logisch aufgebauten Verkostung zugänglich: einmal mit Weißburgunder vom VDP.Weingut Kranz, einmal mit Spätburgunder des VDP.Weinguts Deutzerhof. Der Effekt war unmittelbar: Die Regeln des VDP wirkten nicht wie ein Schema, sondern wie ein Orientierungssystem, das Herkunft, Qualität und Stil nachvollziehbar ordnet – und gerade internationalen Gästen in kurzer Zeit erklärt, warum „site matters“ im VDP wörtlich zu nehmen ist.
Einen ebenso überzeugenden Fokus setzte Marc Almert mit der Masterclass „Renaissance der Prädikate – eine Positionierung deutscher Ikonen“. Anhand großer Namen und großer Weine von den VDP.Weingütern Egon Müller, Dönnhoff, Joh. Jos. Prüm, Matthias Müller und Peter Jakob Kühn zeigte er, warum Kabinett, Spätlese, Auslese bis hin zu Beerenauslese und Trockenbeerenauslese heute wieder als internationale Referenz gelesen werden: wegen ihres Reifepotenzials, ihrer Präzision – und weil sie mit ihrer Balance und oft moderatem Alkoholgehalt erstaunlich zeitgemäß sind. Dass dabei nicht nur Größe, sondern auch Zeit im Glas steckt, wurde durch gereifte Vergleichsweineunmittelbar nachvollziehbar.
Wie man VDP.GROSSE LAGE® denkt – und was ein VDP.GROSSES GEWÄCHS® im Kern ausmacht – stand im Mittelpunkt von „Deutsche Grand Crus – was macht einen großen Wein zum VDP.GROSSEN GEWÄCHS®?“Unter der Moderation von Anna Rupprecht und mit Gästen aus unterschiedlichen Perspektiven – Steffen Christmann, Dr. Ulrich Sautter, Isabella Rutayungwa sowie Friedrich Keller und Meike Näkel – wurden deutsche GGs in Dialog mit internationalen Referenzen gebracht: Pfalz neben Elsass, Baden und Ahr neben Burgund. Im Ergebnis ging es nicht um einen Wettbewerb, sondern um eine klare Schärfung des eigenen Profils: Die Wichtigkeit von Herkunft, Regelwerk, Stil und Handschrift zeigte sich deutlich – und zugleich die Bereitschaft, das eigene System als anspruchsvolle, lebendige Arbeit weiter zu präzisieren.
Und auch sprudelnd wurde es: Anne Krebiehl MW blickte in „VDP.Sekt.Statut – Progress & Perspective after 10 Years“ gemeinsam mit führenden Sektmacher:innen auf ein Jahrzehnt Entwicklung – mit VDP.SEKT.PRESTIGE® von Schlossgut Diel, Sektgut Barth, Forstmeister Geltz-Zilliken, Sekthaus Raumland, Ökonomierat Rebholz und Winter. Der Tenor: In der Welt des Sekts sind zehn Jahre erst der Anfang – aber ein Anfang, der bereits sichtbar macht, wie stark Herkunft, Geduld und handwerkliche Konsequenz die Kategorie prägen können.



Fazit eines starken Wochenendes: Plattform mit Wirkung
VDP.Präsident Steffen Christmann fasst die Bedeutung der zurückliegenden Tage so zusammen: „Mainz wird am Wochenende der VDP.Weinbörse zuverlässig zum Ort, an dem sich die Welt des deutschen Spitzenweins trifft. Für unsere Weingüter ist diesePlattform zentral: Sie schafft Sichtbarkeit, vertieft internationale Beziehungen und bringt die Menschen zusammen, die unsere Weine in Handel, Gastronomie und Medien verantworten.“
VDP.Geschäftsführerin Theresa Olkus betont den Charakter der Messe und das Programm: „Die Weinbörse lebt von ihrem Publikum – und das war in diesem Jahr besonders international und besonders wertvoll. Dazu kamen Masterclasses, die mit großer inhaltlicher Tiefe zeigten, wofür der VDP steht: Herkunft, Klassifikation, Vielfalt.“
Wir sehen uns zur nächsten VDP.Weinbörse am 25. und 26. April 2027
©VDP by Peter Bender
