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BÄRBEL WEINERT

VDP.WEINGUT
PRINZ VON HESSEN

„ICH WÜRDE MEINE VORLIEBE FÜR RIESLING FAST SCHON ALS FRÜHKINDLICHE PRÄGUNG BEZEICHNEN.“

DIREKTORIN BÄRBEL WEINERT ÜBER IHRE WEINE UND DAS WEINGUT IN JOHANNISBERG

Prinz von Hessen

Grund 1
65366 Geisenheim-Johannisberg

Tel+49 (0)6722/409180
Fax+49 (0)6722/4091820
Mailweingut@prinz-von-hessen.de
Verkaufszeiten
Dienstag bis Samstag 12.00-17.00 Uhr Sonntag und Montag geschlossen
Inhaber

Hessische Hausstiftung

Sprecher Vorstand : Donatus Landgraf von Hessen Leitung: Bärbel Weinert
Kellermeister

Sascha Huber

Im VDP seit

1969

Rebfläche in Hektar

47,00 Hektar

Flaschenproduktion

380 000

Rebsorte

92% Riesling, je 3% Weissburgunder und Merlot, 2% Spätburgunder

Geologie

Tiefgründige und kalkhaltige Lösse, feuchte, teils steinige Lösslehme, tiefgründige Kies- und Quarzitböden (Meersand und Taunusquarzit)

Weinprobe
Gruppenweinproben, Kellerführung, Weinbergspaziergang, gerne nach Vereinbarung

VDP: Was ist das Besondere an Ihrem Weingut?

Bärbel Weinert: Das Weingut Prinz von Hessen wurde 1957 von Donatus Landgraf von Hessen für die Hessische Hausstiftung erworben. Seitdem ist es im Familienbesitz und untersteht heute Landgraf Donatus von Hessen. Heinz Scheu – Sohn von Georg Scheu – war Betriebsleiter und pflanzte die Neuzüchtung seines Vaters auch bei Prinz von Hessen. Deswegen haben wir schon immer eine besondere Liebe zur Scheurebe und pflanzen sie heute noch mit Begeisterung an!

VDP: Was ist Ihre Weingutsphilosophie?

Bärbel Weinert: So viel wie nötig – so wenig wie möglich! Mir ist es wichtig, dass wir behutsam mit unserem Grund und Boden umgehen. Und das gilt auch später für den Most bzw. Wein. Glücklicherweise habe ich mit Martin Walther als Außenbetriebsleiter und Sascha Huber als Kellermeister zwei Männer mit ordentlich Geduld und Ruhe an meiner Seite! Ich verstehe uns als Team und im erweiterten Sinne sogar als Familie. Wir leben vom permanenten Austausch und selbstverständlich auch mal von kontroversen Diskussionen. Nur so können wir ein Stehenbleiben verhindern. Und einfach stehenbleiben – das wäre ja mal langweilig!

VDP: Welchen Weinstil streben Sie an? Haben Sie eine Lieblingsrebsorte?

Bärbel Weinert: Ich würde meine Vorliebe für Riesling fast schon als frühkindliche Prägung bezeichnen. Wenn man in einer Winzerfamilie am Mittelrhein groß wird, dann wird man auch mit Riesling groß! Riesling ist so wunderbar vielseitig. Man kann noch so viel Riesling trinken und trotzdem entdeckt man immer wieder eine neue Seite an der Rebsorte – man kann sich immer wieder überraschen lassen. Riesling und eine gut gesetzte Säure gehören einfach zusammen!

„MAN KANN NOCH SO VIEL RIESLING TRINKEN – UND TROTZDEM ENTDECKT MAN IMMER WIEDER EINE NEUE SEITE AN DER REBSORTE!“

VDP: Welchen Ihrer Weine würden Sie jemandem empfehlen, der Ihr Weingut noch nicht kennt – sozusagen als Einstieg?

Bärbel Weinert: Unser Riesling Kabinett Royal VDP.ORTSWEIN ist ein guter Start, um einen Einblick zu bekommen. Trocken ausgebaut, mit knackiger Säure und Würze. Für all das steht der Riesling aus dem Rheingau. Zudem gibt der Wein einen Hinweis auf unseren „adeligen“ Background.

VDP: Auf welchen Wein sind Sie ganz besonders stolz?

Bärbel Weinert: Ich bin ein Riesenfan unseres Dachsfilet VDP.GUTSWEIN! Ein Riesling, auf der Maische vergoren und dann ab in verschiedene Holzfässer zur weiteren Reifung. Hier kommen zu der Maischegärung noch verschiedenste Holzsorten zum Einsatz. Dadurch wird der Riesling unheimlich komplex.

VDP: Warum sind Sie Winzerin geworden?

Bärbel Weinert: Hier muss ich wieder auf meine frühkindliche Prägung hinweisen. :-) Ich glaube, einem Großteil meiner Kollegen geht es so, dass man sich nichts anderes mehr vorstellen kann! Essen und Trinken sind nun einmal äußerst gesellschaftlich. Ich bin gerne von Menschen umgeben und genieße auch sehr gerne. Ich mag es, dass Wein Menschen zusammenbringt und man so wunderbar über einer Flasche Wein das „Rad neu erfinden“ kann. Auch wirklich handwerklich arbeiten, die Natur beobachten und berücksichtigen, empfinde ich schon fast als privilegiert. Ich bin so aufgewachsen – als ich noch nicht laufen konnte, wurde ich in einer Trauben-Bütte mit durch die Zeilen gezogen. Das sind wunderbare Erinnerungen, die ich nicht missen möchte.

Dachsfilet
Riesling
VDP.GUTSWEIN

VDP: Haben Sie Vorbilder?

Bärbel Weinert: Einen sehr großen Einfluss hat sicherlich meine Familie. In erster Linie mein Vater, der auch schon sein ganzes Leben lang Vollblut-Winzer ist. Gerade, wenn es um praktische Arbeiten im Weinberg und Keller geht, macht man ihm so schnell nichts vor. Er ist geleitet von jahrzehntelangen Erfahrungen und einer guten Portion Bauchgefühl. Wenn es um vertriebliche Dinge und Wein-Marketing geht, dann hatte ich das große Glück, schon früh auf einen Visionär zu treffen, der mich immer wieder mit unkonventionellen Ansätzen verblüffte und mit einer scheinbaren Leichtigkeit die größten Knoten zu lösen wusste. Ich bin über diesen Austausch nach wie vor sehr dankbar! Ansonsten glaube ich, dass jeder Mensch selbst die Seiten seines Buches schreiben muss. Natürlich darf man sich aber Inspiration von außen holen.

VDP: Wie vereinen Sie Tradition und Innovation?

Bärbel Weinert: Es gibt im Weinberg und im Keller Erfahrungswerte, die sich einfach bewähren und daran halten wir selbstverständlich fest. Dazu zählt etwa unser beachtliches Repertoire an verschiedensten Holzfässern: Unterschiedlichste Größen und Holzarten kommen bei uns zum Einsatz. Ein Stilmittel, das eine Zeitlang fast komplett verschwunden war, da man nur noch glasklare Weine ausbauen wollte. Dennoch finde ich, dass alles erlaubt sein sollte. Es gibt kein Limit für Gedanken und Ideen! Beim Nach-Vorne-Laufen darf man sich nicht zu oft nach hinten umdrehen, sonst läuft man Gefahr, zu stolpern oder stehenzubleiben.