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VDP.Weingut
Bercher

„DER WESTLICHE KAISERSTUHL HAT DIE VULKANISCHEN BÖDEN, DENEN UNSER WEINGUT SEINE TOPLAGEN VERDANKT.“

ARNE UND MARTIN BERCHER ÜBER IHRE WEINE UND IHR WEINGUT IN BURKHEIM

Bercher

Mittelstadt 13
79235 Burkheim/Kaiserstuhl

Tel+49 (0)7662/212
Fax+49 (0)7662/8279
Mailinfo@weingutbercher.de
Verkaufszeiten
Mo-Sa 9.00-11.30, 13.30-17.00
Inhaber

Arne und Martin Bercher

Kellermeister

Arne Bercher

Im VDP seit

1990

Rebfläche in Hektar

26,00 Hektar

Flaschenproduktion

200 000

Rebsorte

40% Spätburgunder, 23% Grauburgunder, 17% Weissburgunder sowie Chardonnay, Riesling und weitere Sorten

VDP: Was ist das Besondere an Ihrem Weingut?

Martin Bercher: Sicherlich die lange Familientradition. Wir betreiben hier Weinbau in der zehnten Generation. Und die Geschichte der Berchers lässt sich noch weiter zurückverfolgen, genau gesagt bis 1457. Aus dieser Zeit stammt auch das Wappen, das Sie auf unseren Etiketten sehen. Die Familie war damals in der Schweiz ansässig, nach dem Dreißigjährigen Krieg zog sie dann an den Kaiserstuhl nach Burkheim. Apropos Burkheim: Die Lage unseres Weinguts in der Burkheimer Mittelstadt würde ich auf jeden Fall auch als etwas Besonderes bezeichnen. So einen gut erhaltenen historischen Ortskern findet man in Deutschland nicht allzu häufig, dabei ist das Städtchen ganz klein geblieben und liegt sehr malerisch in der Kulturlandschaft des Kaiserstuhls. Mittendrin in der Mittelstadt steht unser Stammhaus, das 1756 gebaut worden ist. Es hat einen imposanten Holzfass-Keller mit dreizügigem Kreuzgewölbe, in dem wir nach wie vor arbeiten. Tja, und bestimmt muss man auch den Kaiserstuhl selbst zu den Besonderheiten bei uns zählen. Das ist wirklich eine einzigartige Landschaft, die nicht nur wunderschön ist, sondern durch ihr besonderes Klima auch eine ganz besondere Pflanzen- und Tierwelt beherbergt.


Arne Bercher: Und natürlich hat der westliche Kaiserstuhl die vulkanischen Böden, denen unser Weingut seine Toplagen, die VDP.ERSTE LAGE® Burkheimer Feuerberg sowie die VDP.GROSSEN LAGEN® HASLEN und den KESSELBERG verdankt. Viele, die unsere Weine kennen, werden bei Bercher sicherlich an den Feuerberg denken.

VDP: Was ist Ihre Weingutsphilosophie? Welchen Weinstil streben Sie an?

Martin Bercher: Für uns ist der handwerkliche Ansatz beim Weinmachen wichtig. Um einen guten Wein zu machen, braucht es viel sorgfältige Handarbeit. Dazu versuchen wir das, was uns die vorigen  Generationen an Wissen mitgegeben haben, sinnvoll mit moderner Technik zu verbinden. Im Ergebnis sollen die Weine, einfach gesagt, „nach Kaiserstuhl“ schmecken. Die Bodenprägung spielt also eine große Rolle.
Wir streben eine, entsprechend der Klassifikationsstufe, gute Lagerfähigkeit an und sehen gute Weine auch immer als Essensbegleiter. Wir achten deshalb darauf, dass die Weine nicht zu mächtig daherkommen, sondern immer ihre Eleganz behalten.


Arne Bercher: Wichtig ist auch der Trinkfluss, der Wein sollte also nicht nur beim ersten Schluck beeindrucken, sondern auch beim zweiten oder dritten Glas noch Freude bereiten ... Ich denke, dass sich diese Stilistik sehr gut aus unseren Grauburgundern herausschmecken lässt. Der Grauburgunder macht dann auch das Rennen als unsere Lieblingsrebsorte.

„WICHTIG IST DER TRINKFLUSS, DER WEIN SOLLTE ALSO NICHT NUR BEIM ERSTEN SCHLUCK BEEINDRUCKEN, SONDERN AUCH BEIM ZWEITEN ODER DRITTEN GLAS NOCH FREUDE BEREITEN.“

VDP: Welchen Ihrer Weine würden Sie jemandem empfehlen, der Ihr Weingut noch nicht kennt – sozusagen als Einstieg?

Arne Bercher: Wenn es darum geht, mit einem Wein unseren Grundansatz zu demonstrieren, würde ich sagen: Der Burkheimer Feuerberg Grauburgunder VDP.ERSTE LAGE®. Das ist für mich der Prototyp eines Grauburgunders aus den Vulkanverwitterungsböden des Kaiserstuhls.


VDP: Auf welchen Wein sind Sie ganz besonders stolz?

Martin Bercher: Hm, gute Frage ... Das wird wohl ein Fotofinish zwischen dem HASLEN Grauburgunder GG und dem KESSELBERG Spätburgunder GG. Die streiten sich da schon länger um den ersten Platz ...

VDP: Warum sind Sie Winzer geworden?

Arne Bercher: Der wichtigste Impuls kam sicherlich durch die Generation vor uns, die den Beruf mit Leidenschaft vorgelebt hat. Da wurde alle Energie darauf verwandt, im Weinberg wie im Keller immer das Bestmögliche herauszuholen. Diese intensive und ja auch erfolgreiche Arbeit hat schon sehr beeindruckt. Natürlich gab es später noch sehr wichtige Anregungen und Begegnungen in den Lehrbetrieben, beim Studium  oder bei Auslandsaufenthalten. Außerdem: Dieser Beruf macht einfach Spaß. Am Ende des Winzerjahres steht ein Produkt, das viel mit dem zu tun hat, der es verantwortet. Man hat die Möglichkeit, die eigene Stilistik und damit vielleicht auch sich selbst weiterzuentwickeln, man kann vieles ausprobieren und steht in einem anregenden Austausch mit guten Kollegen.

FEUERBERG HASLEN
Grauburgunder GG
VDP.GROSSE LAGE®

VDP: Wie vereinen Sie Tradition und Innovation?

Martin Bercher: Altes ist nicht schon allein deshalb gut, weil es alt ist, und das gilt in gleicher Weise für das Neue. Ein bewusstes Pflegen der Tradition kann sicherlich davor schützen, jedem neuen Trend einfach hinterherzulaufen. Dadurch erhält das Arbeiten eine gewisse Stabilität und Kontinuität. Aber selbstverständlich gibt es nichts, was sich nicht verbessern ließe. Gleichzeitig darf eine Veränderung nicht einfach um der Veränderung willen erfolgen. Tradition und Innovation müssen also beide immer neu hinterfragt werden, keines hat seine Rechtfertigung in sich selbst. Das eine kann also sozusagen als Korrektiv des anderen dienen. Zu den erhaltenswerten Traditionen gehören sicherlich die selektive Handlese und der Ausbau im großen Holzfass.