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Bericht zur Lage der VDP.Prädikatsweingüter:

Erfolgreiches Jahr 2019 – 2020 mit Fragezeichen

Die VDP.Weingüter verzeichneten 2019 bei guter Stimmung – auch im Export – steigende Umsätze. Ein wichtiges Polster für eine ob der Corona-Krise ungewisse Zukunft ...

Mainz | Die Weinbranche wird aktuell durcheinandergewirbelt. Sie leidet unter den weltweiten Schließungen von Restaurants und sorgt sich um langjährige Partner und Vertriebswege. Auch wenn in Deutschland und Europa die Lockerungen ein Lichtblick darstellen steht der Export in Länder außerhalb Europas noch unter Schock.

Die Verkostung des gerade auf den Markt gebrachten neuen Jahrgangs 2019 gestaltet sich für Fachpublikum und Weinjournalist*innen schwierig. Normalerweise kann sich die Weinbranche auf der VDP.Weinbörse, der weltgrößten Fachmesse für deutsche Spitzenweine, Ende April ein umfassendes Bild zum Jahrgang der VDP.Prädikatsweingüter machen. Dieses Jahr musste sie, wie viele andere Veranstaltungen, entfallen.

Bei allen Unwägbarkeiten und Sorgen gibt es aber viel Hoffnunggebendes aus den VDP.Reihen zu vermelden.

Hoffnungsgeber 1: Der Jahrgang

Der mengenmäßig kleine 2019er Jahrgang (27% weniger als 2018) überzeugt durch komplexe, vibrierende Weine. Einige Jahrgangsstimmen der VDP.Winzer*innen:

 

„Straffe Weine mit feiner Säure, ganz auf der kühlen Seite.“

VDP.Präsident Steffen Christmann

 

„2019 ist ein brillanter Jahrgang geworden. Kristallin und tiefgründig, voller Spannkraft und lebendiger Vibration.“

Peter Bernhard Kühn, VDP.Weingut Peter Jakob Kühn

 

„Reife, rassige, tiefgründige und langlebige Rieslingweine“

Carl von Schubert, VDP.Weingut Maximin Grünhaus

 

Hoffnungsgeber 2: Ausblick

Anstelle der VDP.Weinbörse wird es einen VDP.Branchentreff Anfang September mit einem etwas anderen Weinfokus geben. Der genaue Termin und die Veranstaltungslocation wird der Verband in den nächsten Tagen verkünden.

 

Hoffnungsgeber 3: Rückblick

Der Rückblick auf das vergangene Jahr lässt die VDP.Winzer*innen mit einem gesunden Polster positiv in die ungewisse Zukunft blicken. Mehr als die Hälfte der befragten Weingüter berichten von gestiegenen Umsätzen 2019, ein weiteres Drittel blickt auf stabile Verkaufszahlen zurück. Insgesamt konnten die Verbandsmitglieder ein Umsatzplus von fünf Prozent erzielen.

 

Die aktuellen Wirtschaftsdaten der VDP.Weingüter werden im Frühjahr abgefragt und daraus Durchschnittswerte bzw. Hochrechnungen gebildet. Neben den Fragen nach Umsatz und Geschäftsentwicklung wurden dabei sowohl die Preistendenz der verschiedenen Stufen der VDP.Klassifikation, die Entwicklung des Exports, aber auch der unterschiedlichen Verkaufskanäle vom Fachhandel bis zum Direktverkauf abgefragt.

 

Lesen Sie hier die Ergebnisse im Detail:

Inland

73% der VDP.Weine werden im Inland verkauft. Den größten Anteil mit 35% hat nach wie vor der Direktvertrieb ab Weingut. In den letzten Jahren konnten bereits Tendenzen beobachtet werden, dass die Besucherzahlen der Weinliebhaber, die ins Weingut kommen, rückläufig sind, der Versand an Endverbraucher dabei aber kontinuierlich steigt. In Coronazeiten zeigt sich dieser Trend verstärkt.

Gastronomie und Fachhandel sind besonders wichtige Geschäftspartner für die VDP.Weingüter. Lückenlos alle VDP.Weingüter, die an der Umfrage teilnahmen, verkaufen ihre Weine unter anderem in Restaurants und Weinbars. Für die Zeit nach der Corona-Krise muss bedauerlicherweise in diesem Bereich mit grundlegenden strukturellen Veränderungen im Weinabsatz gerechnet werden.

Zukunftsperspektiven sehen die VDP.Winzer besonders im Onlinehandel, dabei allen voran in den eigenen Onlineshops. Die Mehrzahl der Weingüter (67 Prozent) berichtet dort von steigenden Umsätzen.

Auch die unlängst veröffentlichte Studie der Hochschule Geisenheim University zu den Auswirkungen von Corona auf die deutschen Weinproduzenten unterstreicht diese Entwicklungen.

Export

27% der verkauften VDP.Weine wurden letztes Jahr ins Ausland geschickt. Weltweit ist das Interesse an deutschen Spitzenweinen ungebrochen. Der VDP.Adler auf dem Flaschenhals gilt international als klares Symbol für Qualität in der Flasche. Für viele VDP.Weingüter ist der Ausbau der Exportmärkte ein wichtiges strategisches Ziel zum Aufbau der Weingutsmarke und zur Stabilisierung der Umsätze, zumal im Export höhere Durchschnitts-Flaschenerlöse erzielt werden können. Auch der im Inland immer stärkere Verdrängungswettbewerb macht die Erschließung von Zusatzmärkten unabdingbar.

Am häufigsten exportieren die VDP.Winzer*innen ihre Weine in die Niederlande und nach Skandinavien. Dabei zeigt sich, dass Exportmärkte „vor der Haustür“ aufgrund kurzer Logistikwege und einfacher Einfuhrbestimmungen klare Vorteile bieten.

Dem Exportland China wird bei schwierigen Marktbedingungen ein starkes Wachstum mit guten Preisen bescheinigt. Neben dem boomenden Weinmarkt von Japan, zeigen auch die Schweiz und Russland gute Zuwächse.

Bis zur Einführung der Strafzölle zählten auch die USA zu den Top-Exportmärkten.

 

VDP.Preisniveau

Der VDP.GUTSWEIN bleibt die Visitenkarte und das Zugpferd der VDP.Weingüter. Bei einem Durchschnittspreis von 10 Euro zeigt sich hier der günstige Einstieg in das Sortiment des Winzers. Die VDP.GUTSWEINE bringen bereits die Individualität des Winzers zum Ausdruck, denn ein gutes Weingut erkennt man schon an seinen guten Basisweinen. Mehr als die Hälfte der im letzten Jahr verkauften Flaschen gehören dieser Klassifikationsstufe an.

Ein Drittel der abgesetzten Flaschen nehmen die VDP.ORTSWEINE ein. Mit einem Durchschnittspreis von 13€ pro Flasche stellen sie eine hochwertige und preislich attraktive Mittelstufe zwischen dem VDP.GUTSWEIN und den Lageweinen dar. Sie sind somit wie geschaffen für die Gastronomie und markieren innerhalb der Weingutspyramide oft den Schritt von Sortencharakteristik zu Herkunftstypizität.

Im Lagenwein Bereich werden von den VDP.Winzer*innen insgesamt 15% der Flaschen abgesetzt. Für die VDP.GROSSE LAGE® Weine gaben Liebhaber gehobener Weine im Durchschnitt 33 Euro aus. Der Durchschnittspreis für die VDP.ERSTE LAGE® lag im vergangenen Jahr bei 17 Euro.

 

VDP.DIE PRÄDIKATSWEINGÜTER
Absatzstrukturen 2019 (Hochrechnung)

 

Gesamtabsatz im Jahr 2019 (in 0,75 Fl.)

Gesamt VDP            ca. 32 Mio. Flaschen

pro Betrieb              ca. 163.000 Flaschen

REBFLÄCHE

Gesamt VDP            ca. 5.500 ha

pro Betrieb              ca. 28 ha

 

Personalstruktur im VDP

  • ø 10 Mitarbeiter
  • 3 von 4 Weingütern bilden aus (ø 2 Azubis)
  • 82% beschäftigen Saisonarbeitskräfte

 

Zukunftstrend Nachhaltigkeit

  • 54 der 196 VDP.Weingüter, die 25% der VDP.Rebfläche bewirtschaften, sind ökologisch zertifiziert nach EU-Standards.
  • Weitere 25% der VDP.Rebfläche werden von 28 nachhaltig zertifizierten VDP.Weingütern bewirtschaftet

 

Absatz im ø:

Inland 73 % (2018: 75%)

Export 27 % (2018: 25 %)

 

Umsatzvolumen in 2019     

Gesamt VDP       ca. 365 Mio. Euro 

Pro Betrieb         ca. 1,86 Mio. Euro

 

ERTRAG IM ø:

 

54 hl/ha (Jahrgang 2015)

56 hl/ha (Jahrgang 2016)

50 hl/ha (Jahrgang 2017)

71 hl/ha (Jahrgang 2018)

52 hl/ha (Jahrgang 2019)

 

Export-Tendenzen

  • Stimmung international sehr gut
  • Benelux und Skandinavien: seit Jahren wichtigste Exportländer
  • Starkes Wachstum in China, Boom in Japan
  • Schweiz und Russland mit guten Zuwächsen
 

Flaschenpreise in 2019

(durchschnittlich)

VDP.GUTSWEIN: 10,00 €

VDP.ORTSWEIN: 13,00 €

VDP.ERSTE LAGE®:17,00 €

VDP.GROSSE LAGE®: 33,00 €