„ALS WAHLMARKGRÄFLER MÜSSEN WIR JEDEM NATÜRLICH DEN GUTEDEL EMPFEHLEN!“
MARTIN MÄNNER ÜBER SEINE WEINE UND SEIN WEINGUT BLANKENHORN IN SCHLIENGEN
Blankenhorn
Basler Straße 2
79418 Schliengen
| Tel | +49 (0)7635/82000 |
|---|---|
| Fax | +49 (0)7635/820020 |
| info@gutedel.de |
Verkaufszeiten
Mo bis Fr von 9-12 und 14-17 Uhr Mi Nachmittag geschlossen jeweils der 1. Samstag im Monat von 10:00 – 14:00 UhrInhaber:in
Martin Männer
Im VDP seit
1987
Rebfläche in Hektar
20,30 ha
Rebsorte
Spätburgunder, Gutedel, Weissburgunder, Grauburgunder, Chardonnay, Auxerrois, Nobling, Merlot, Cabernet Sauvignon, Syrah, Sauvignon Blanc, Riesling, Müller-Thurgau
Geologie
Löss, Lehm und Letten, Kalk, Mergel
Anbaugebiet
Sekterzeugung
Mitgliedschaften
- Wine in Moderation
Öko-Zertifizierung
- In Öko-Umstellung
Nachhaltigkeits-Zertifizierung
VDP: Was ist das Besondere an Ihrem Weingut?
Martin Männer: Unser Weingut verbindet lange Tradition mit einer klaren Fokussierung auf Herkunft und Terroir. Blankenhorn wurde 1847 gegründet und liegt im historischen Ortskern von Schliengen im Markgräflerland – einer der spannendsten Burgunderregionen Deutschlands.
Als Quereinsteiger habe ich das Weingut mit der Vision übernommen, die besonderen Lagen rund um Schliengen und Istein präzise herauszuarbeiten. Die kalkgeprägten Böden und das warme Klima des Oberrheingrabens bieten ideale Bedingungen für Burgundersorten wie Chardonnay und Spätburgunder sowie für den in unserer Region traditionellen Gutedel.
Das Herzstück des Weinguts ist unser historischer Kreuzgewölbekeller aus dem 17. Jahrhundert, der heute mit moderner Kellertechnik verbunden ist und so Tradition und zeitgemäße Weinbereitung vereint.

VDP: Was ist Ihre Weingutsphilosophie?
Martin Männer: Unsere Philosophie ist geprägt von Geduld, Handwerk und einem respektvollen Umgang mit der Natur. Wir arbeiten möglichst naturnah in unseren Weinbergen und versuchen, ein lebendiges Ökosystem zu fördern. Dazu gehören unter anderem Schafe, die in unseren Weinbergen zur natürlichen Pflege der Begrünung beitragen, sowie neue Ansätze wie Vitiforst, die wir seit 2026 umsetzen.
Im Keller geben wir unseren Weinen die Zeit, die sie brauchen – sowohl im Fass als auch auf der Flasche. Nur so können sich Herkunft, Jahrgang und Charakter eines Weins wirklich entfalten. Unser nachhaltiger Ansatz ist zudem durch die Zertifizierung nach Fair’n Green dokumentiert.
VDP: Welchen Weinstil streben Sie an?
Martin Männer: Wir streben elegante, präzise und terroirgeprägte Weine an. Wichtig ist uns eine klare Struktur, Frische und Balance, sodass die Herkunft und der Charakter der jeweiligen Lage im Wein erkennbar bleiben. Besonders bei unseren Burgundersorten legen wir Wert auf Finesse, Spannung und Trinkfluss statt auf reine Kraft.
„WIR GEHEN MIT VIELEN WEINEN ZURÜCK IN DIE GROSSEN HOLZFÄSSER – VON 700 BIS 3.000 LITER.“


VDP: Haben Sie eine Lieblingsrebsorte?
Martin Männer: Eine Lieblingssorte ist zu wenig! Es kommt immer auf den Anlass und die Situation an. Ein kühles Glas Gutedel an einem Sommerabend, ein schöner Schluck Spätburgunder am Kachelofen oder ein Glas Chardonnay zu einem guten Essen. Wie es gerade passt, wie es einem gefällt.
VDP: Welchen Ihrer Weine würden Sie jemandem empfehlen, der Ihr Weingut noch nicht kennt – sozusagen als Einstieg?
Martin Männer: Als Wahl-Markgräfler führt für mich kein Weg am Gutedel vorbei. Diese Rebsorte ist eng mit unserer Region verbunden und zeigt sehr authentisch die Herkunft des Markgräflerlands.
Ein schöner Einstieg ist daher ein klassischer Gutedel – oder auch eine etwas tiefere Interpretation der Rebsorte, wie unser im Holz ausgebauter Chasselas „Le Clocher“ aus dem Schliengener Kirchberg. Beide Weine stehen sehr gut für die Stilistik und Herkunft unseres Weinguts.
VDP: Auf welchen Wein sind Sie ganz besonders stolz?
Martin Männer: Grundsätzlich bin ich auf jeden Wein stolz, der unser Weingut verlässt – schließlich steckt in jedem Jahrgang viel Arbeit und Leidenschaft. Momentan liegt mir jedoch unser 2021 SONNENSTÜCK Chardonnay GG besonders am Herzen. Der Wein zeigt heute eine wunderbare Balance aus Reife, Tiefe und Frische und steht für mich sehr schön für das Potenzial dieser Lage und unserer Chardonnays.

VDP: Haben Sie Vorbilder?
Martin Männer: Natürlich gibt es Winzer und Persönlichkeiten, die mich inspirieren. Besonders beeindruckt haben mich Bernhard Huber, Aubert de Villaine, Leo Hillinger sowie Florence und Daniel Cathiard. Sie stehen für große Weine, klare Herkunft und den Mut, ihren eigenen Stil konsequent zu verfolgen.


VDP: Was sind Ihre nächsten Ziele?
Martin Männer: Unser Ziel ist es, die Qualität unserer Weinberge jedes Jahr noch präziser in die Flasche zu bringen und die Stilistik unseres Weinguts weiter zu schärfen. Gleichzeitig möchten wir unsere Weine wieder stärker in der weinaffinen Gastronomie und im Weinfachhandel präsent sehen.
Ein weiteres großes Anliegen ist es, noch mehr Gäste bei uns im Weingut in Schliengen begrüßen zu dürfen. Mit dem neu gestalteten Weingut ist ein besonderer Ort entstanden, an dem wir unsere Weine und unsere Region erlebbar machen möchten.
VDP: Wie vereinen Sie Tradition und Innovation?
Martin Männer: Tradition und Innovation gehen bei uns Hand in Hand. Unser historischer Gewölbekeller bildet das Herzstück des Weinguts, während moderne Kellertechnik und eine zeitgemäße Architektur neue Möglichkeiten in der Weinbereitung schaffen.
Im Ausbau setzen wir bewusst wieder stärker auf große Holzfässer zwischen 700 und 3.000 Litern. Sie geben den Weinen Ruhe und Struktur, ohne ihre Herkunft zu überdecken. Gleichzeitig nehmen wir uns die Zeit, die ein Wein braucht, damit er sich im Fass und auf der Flasche optimal entwickeln kann.


