12. Juni 2015 | „Der Silvaner kann vorne mitspielen“


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Die fränkischen VDP Prädikatsweingüter präsentierten in München gemeinsam mit Südtiroler Winzern die Rebsorte in ihren verschiedenen Facetten

MÜNCHEN.  VDP Franken meets Südtirol, Silvaner meets Sylvaner!  Bei der diesjährigen Jahrgangspräsentation der fränkischen Prädikatsweingüter in München konnten die Gäste den so unterschiedlichen Facetten der Rebsorte nachspüren. Bei moderierten Vergleichspro-ben präsentierten der fränkische Spitzenwinzer Horst Sauer und Sommelier Peter Baum-gartner aus Südtirol exemplarisch an elf Weinen, zu was der Silvaner fähig ist.

In den letzten zwanzig Jahren habe sich ein enormer Wandel vollzogen - nicht nur, was die Aufmerksamkeit für diese so facettenreiche Rebsorte betrifft. „Man denkt den Silvaner komplett anders“, so Horst Sauer: „Heute können wir mit dem Silvaner vorne mitspielen.“  Buntsandstein, Muschelkalk, Keuper, Homburger Kallmuth, Würzburger Stein und Iphöfer Julius-Echter-Berg - wie kaum eine andere Rebsorte spiegelt der Silvaner das Terroir wider. An sechs Silvanern aus fränkischen Prädikatsweingütern zeigte Horst Sauer, wie die verschiedenen fränkischen Böden die großen Silvaner sensorisch prägen können. Für alle großen Silvaner-Lagen  aber gelte, dass hinter dem Wort Qualität auch immer das Wörtchen Qual stecke, sagte Horst Sauer: „Der Silva-ner braucht viel Athletik, er darf nicht fett werden.“ Nach all den Jahren als Winzer habe er noch immer eine große Neugier auf diese so vielseitige Rebsorte. „Das ist ganz wichtig, die zu behalten“, so Sauer: „Wenn du als Winzer denkst, dass du es kannst, hast du schon verloren.“

In den Focus gerückt wurde bei der Vergleichsprobe vor allem die Reduktivität und Langlebig-keit der trockenen Spitzenweine und ihr besonderes Talent  als flexibler Essensbegleiter.  Ein Potential, das auch Baumgartner herausstellte: Zwar zählen die Sylvaner aus Südtirol unbestritten zu den besten Weißweinen Italiens, dennoch  werde die Rebsorte von vielen noch immer unter-schätzt. Das aber ändere sich allmählich.  Etwa 75 Hektar Sylvaner werden dort ausschließlich im Eisacktal angebaut, auf Schiefer- oder schottrigem Moränenböden  zwischen 500 und 700 Metern Höhe -   Tendenz jedoch steigend.


Insgesamt präsentierten im Münchner Künstlerhaus mehr als 40 Güter aus Franken und Südtirol ihre Weine. Im Mittelpunkt stand dabei der neue Jahrgang. 2014 wartete gleich mit einer Reihe von Besonderheiten auf: Seit es phänologische Aufzeichnungen gibt, wurde noch nie ein so früher Rebaustrieb notiert.  Ein Entwicklungsvorsprung, der  bis in den Spätsommer blieb und Hoffnung  auf einen großen Jahrgang weckte. „Als Winzer dachtest du, du wärst im Jahr 2003“, so Horst Sauer: „Bis dann der Regen kam.“ Die nasse Witterung und die einsetzende Fäulnis führte nicht nur zur frühesten, sondern auch zur schnellsten Lese der Geschichte.  „Der Jahr-gang 2014  hat unser ganzes Können gefordert“,  so Paul  Fürst, Vorsitzender des VDP Franken: „Was die Qualität betrifft, hat er nun aber auch alle in ihn gesetzten  Erwartungen erfüllt.“

Silvaner Vergleichsprobe - Franken vs. Südtirol


2014 Eisacktaler Silvaner DOC /  Kuenhof
2014 Eisacktaler Silvaner DOC / Pacherhof
2013 Eisacktaler Silvaner Praepositus DOC / Stiftskellerei Neustift
2013 Eisacktaler Brixner Sylvaner R / Köfererhof
2013 Eisacktaler Silvaner Lahner DOC /  Taschlerhof

2014 Homburger Kallmuth Silvaner / Fürst Löwenstein
2013 Mönchshof Silvaner GG / Bickel-Stumpf
2013 Würzburger Stein Silvaner / Bürgerspital zum Hl. Geist
2013 Am Lumpen 1655 Silvaner GG / Horst Sauer
2013 Küchenmeister Silvaner GG / Paul Weltner
2005 Julius-Echter-Berg  Silvaner trocken / Johann Ruck