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Der Niederfall des VDP.Franken

Niederfall - das traditionelle Erntedankfest, feiert der VDP.Franken jedes Jahr zum Ende des Herbstes

Jedes Jahr an einem anderen historischen Ort,
jedes Jahr mit besonderen Gästen.

In 2019 blickten die Winzer im historischen Rathaus von Sulzfeld nicht nur zurück aufs vergangenen Weinjahr, auf Wetter, Ernte und Erfolge, sondern auch in die Vergangenheit. Als Gastredner sprach Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der deutschen Juden, über die Geschichte des jüdischen Weinhandels in Kitzingen.

Welche enorme Bedeutung die jüdischen Weinhändler im damaligen Weinhandelszentrum Kitzingen hatten, zeigen allein diese Zahlen. Anfang des 20. Jahrhunderts waren von den etwa 100 Weinhändlern in Kitzingen, die Hälfte christlich, die andere Hälfte jüdisch – und das bei einer jüdischen Bevölkerung von weniger als 500 Menschen, wie Schuster ausführte.

Erst 1861 hatte es der Bayerische Landtag Juden ermöglicht, ihren Wohnort frei zu wählen und sich in Städten anzusiedeln. Der damalige Kitzinger Bürgermeister ermunterte Juden, sich in der Stadt niederzulassen, weil er sich einen wirtschaftlichen Aufschwung erhoffte. Die neuen Stadtbürger enttäuschten diese Hoffnung nicht, so Schuster: „Ein großer Teil, der sich neu in der Stadt angesiedelten Juden engagierte sich im Weinhandel, was andere Erwerbszweige nach sich zog und dem Stadtsäckel komfortable Steuereinnahmen verschaffte.“ Kitzingen wurde so zu einem der bedeutenden Weinhandelszentren in Deutschland - bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933.

"Heute erinnern noch immer Namen von Weinbergsparzellen, wie Meuschel in der Stein-Harfe des Bürgerspitales, die meist jedoch nur intern bekannt sind, an ihre einstigen jüdischen Besitzer. Die Erinnerung an die Zeit des jüdischen Weinhandels ist ein wichtiges Anliegen für uns. Vor allem in einer Zeit in der extreme Parteien einen großen Zulauf dadurch erreichen, dass sie mit rechtsextremen, antisemitischen Gedankengut nicht nur kokettieren, sondern ganz unverblümt damit Stimmung machen, und das auch noch sehr erfolgreich“, so Robert Haller, Vorsitzender des VDP.Franken.