VDP.IM GESPRÄCH ... | "Ökologischer Weinbau nimmt im VDP immer mehr zu"

 
VDP.Präsident Steffen Christmann über die Bedeutung des ökologischen Weinanbaus für den VDP, die Dynamik der jungen Winzergeneration und den internationalen Trend zum Riesling.

Wie hat die Entwicklung von Bio-Zertifikaten in den vergangenen Jahren die Arbeit des VDP beeinflusst? 

Steffen Christmann (VDP.Präsident): Weingütern, die so viele Generationen ihre Weinberge bewirtschaften, ist die Nachhaltigkeit sehr wichtig. So ist es nicht verwunderlich, dass ökologische Erzeugung immer mehr zu nimmt.

 

Wieviele VDP.Weingüter sind biozertifiziert?

Zurzeit bewirtschaften 50 VDP.Weingüter 1116 Hektar Weinberge nach Ökokriterien.

 

Welche Rebsorten sind in den vergangenen Jahren populärer geworden und warum? 

Riesling und die Pinots sind weiter das zentrale Thema, diese Sorten zeigen sich einfach am Rhein und seinen Nebenflüssen in idealer Form, trotz wärmerer Temperaturen eher besser. Sie sind in den berühmten Lagen heimisch, wie Pinot Noir im Burgund und Nebbiolo im Piemont und schenken uns so unübertreffliche Weine.

 

Der VDP kommt am 25. Februar 2019 mit vielen Winzern für eine Verkostung nach Kopenhagen. Wie schätzen Sie das Potential im dänischen Markt ein?

Sehr gut, wirklich ein idealer Markt für unsere Weine. Die moderne skandinavische Küche harmoniert ausgezeichnet mit den eher filigranen deutschen Weinen.  

 

Welche Trends erkenne Sie gerade im Weinbereich? 

Die Kunst ist es heute volle, intensive Weine mit weniger Alkohol zu erzeugen. Das geht natürlich mit unseren Rebsorten und dem eher kühlen nördlichen Klima ausgezeichnet, ist aber eine Tendenz, die wir auf der ganzen Welt sehen. Eine zweite Tendenz ist es, nicht mehr einfach nur einen Riesling zu erzeugen. Der Wein soll vielmehr heute eine Geschichte von seiner Heimat erzählen, vom Main oder dem Necker, dem Kaiserstuhl, dem Rhein, der Saar oder Pfalz. Authentisch und besonders. Das ist das, was heute zählt.

 

Deutsche Weine profitieren zur Zeit immens von einer jungen Winzergeneration. Was hat sich da getan?

Eine neue Generation hat schon vor 20 Jahren begonnen den deutschen Wein zu erneuern. Diese erste Generation gibt jetzt nach und nach den Stab an die jetzige junge Generation weiter, die noch aufgeschlossener sieht, was weltweit geschieht und schon überall auf dem Globus gearbeitet hat. Es ist schön zu sehen, wie sehr man seine Heimat und Ihre Traditionen und Möglichkeiten erst richtig schätzt, wenn man sie aus der Ferne gesehen hat. So entstehen zeitgemäße Weine, die sich mit den besten der Welt auf Augenhöhe treffen und dennoch ganz klar deutsche Weine sind. Das ist das, was die Weinfreunde in der ganzen Welt schätzen.