Bericht zur Lage der VDP Prädikatsweingüter

 
Trotz Wirtschaftskrise: Spitzenweingüter halten Status quo

Gimmeldingen: Seit vergangenem Herbst laufen die Wirtschaftskrisenticker auf Hochtouren. Zeit für die Prädikatsweingüter in den eigenen Unternehmen nach den Auswirkungen der Krise zu fragen. Ergebnis: Die VDP Prädikatsweingüter konnten bisher noch keine direkten Auswirkungen der seit Herbst 2008 andauernden Wirtschaftskrise feststellen.


Die Geschäfte der Prädikatweingüter laufen im Vergleich zu den vergangenen Jahren normal und damit sehr gut. Die Güter konnten ihr 2007 erzieltes Rekordergebnis was die Flaschenzahlen betrifft in 2008 halten. Im Inland stützen sich diese Zahlen auf eine durchweg stabile Nachfrage nach höherwertigen Weinen, wobei der durchschnittliche Flaschenpreis um rund 12 Prozent anstieg. Im Ausland profitieren die Güter von einer leichten Erholung des Dollar-Kurses. Vor allem der Markt in den USA entspannte sich in den ersten Monaten des neuen Jahres.


Inland:
Die Inlandsnachfrage ist nach wie vor ungebrochen. Bei der Reservierung von größeren Posten und im Bankettgeschäft der Restaurantbetriebe bemerken die Prädikatsweingüter einen leichten Rückgang der Einkäufe. Gleichzeitig ist der Absatz im Handel und bei Endverbrauchern dabei stabil bis steigend, was auf einen verstärkten häuslichen Konsum, vor allem von hochpreisigen Weinen hindeutet. Das erklärt die Steigerung des Gesamtumsatzes der Prädikatsweingüter im Jahr 2008 um 8,3%. Die Prädikatsweingüter verkaufen zwar weniger Flaschen als ihre Mitbewerber am Markt, dafür erreichen sie aber bisher ungebrochen eine Steigerung des durchschnittlichen Flaschenpreises; im vergangenen Jahr um rund 12 Prozent auf einen Durschnitt von
9,60 €. Bei den Weinen aus ERSTEN LAGEN liegt der Durchschnittspreis bei 23,47 €. Insgesamt also eine ausgeglichene Entwicklung, in der die Auswirkungen der Finanzkrise bisher ohne Probleme absorbiert werden. ”Die Preiserhöhung der vergangenen Jahre war keine Luftblase, sondern permanent getragen von einem stabilen Kundenpotential. Unsere Weine werden zum Glück getrunken und nicht nur gesammelt. Daher wird immer nachgeordert.“ so Steffen Christmann, Präsident der VDP Prädikatsweingüter zur aktuellen Lage am Deutschen Weinmarkt.


Ausland:
Selbst der Export blieb entgegen den Erwartungen weitgehend stabil. Die Ausfuhren in die USA ließen sich durch die Erholung des Dollarkurses sogar wieder leicht steigern, nachdem dieser Markt in den vergangenen Jahren durch den schwachen Dollar-Kurs stark gelitten hatte.
Ungebrochen positiv laufen die Geschäfte trotz einer ungünstigen Kursveränderung in Skandinavien, wo Weine aus traditionellen Rebsorten mit einer moderaten Säure und einem körperreichen Profil, also typische VDP-Weine, gefragt sind. Ein starker Wachstumsmarkt. Unterstützend wirkt dabei ein stetig wachsendes Imageplus für Deutsche Weine. Die öffentliche Meinung über Deutsche Weine hat sich in den vergangenen 10 Jahren deutlich zum Positiven entwickelt, was auch auf die erfolgreiche Arbeit des Deutschen Weininstitutes in Dänemark, Schweden und Norwegen zurückzuführen ist. Und trotz des starken Wachstums sehen VDP-Winzer heute noch immer großes Potenzial in Skandinavien.
Einzig in Großbritannien sind die Bedingungen in einem sowieso schon mühsamen Markt durch die wirtschaftliche Situation und die extreme Pfundschwäche noch schwieriger für Deutsche Spitzenweine geworden.


Fazit:
Die Prädikatsweingüter verzeichnen trotz der wirtschaftlichen Lage ein Umsatzplus. Dies ist in erster Linie auf den stabilen Inlandsmarkt und die gestiegene Nachfrage nach höherpreisigen Spitzenweinen zurückzuführen. ”Insgesamt sind wir vorsichtig optimistisch, dass die Krise keine tieferen Spuren hinterlassen wird.“, so Steffen Christmann, Präsident der VDP Prädikatsweingüter.

Zahlen-Daten-Fakten zu den VDP Prädikatsweingütern 2009

DAS DURCHSCHNITTLICHE VDP-WEINGUT:
Rebfläche:          20 Hektar
Liter / Jahr:         97.500
Umsatz / Jahr:     ca. 1,2 Mio €