Der Traubenadler interviewt ... im Mai Florian Richter

 
In einem kleinen Interview möchten wir den Sommelier vorstellen, der im Jahr 2015 für den VDP.Die Prädikatsweingüter und das Magazin meiningers sommelier auf seiner Weinkarte eine besondere Jahrgangstiefe präsentiert.

Zum ersten Mal suchten die VDP.Prädikatsweingüter und das Magazin meiningers sommelier aus dem Meininger Verlag den „VDP.Traubenadler Sommelier 2015“.

Gemeinsamen riefen sie Sommeliers auf, sich mit ihrer Weinkarte zu bewerben – in diesem Jahr unter der Frage „Wer bietet die beste Jahrgangstiefe deutscher Weine?“.

Die Konkurrenz unter den Bewerbungen war so groß, dass die Jury entschied zwei Zweitplatzierte zu küren: Sie heißen Marie-Helen Krebs vom Luce d´Oro Restaurant | Schloss Elmau und Christian Wilhelm vom Restaurant FALCO | Leipzig. Über einen Sonderpreis konnte sich Lothar Schrempp vom Weinhaus Kinkl-Stuben | Bonn freuen.

Doch der Sieger in diesem Jahr heißt Florian Richter, Sommelier des Restaurants Kronenschlösschen in Hattenheim.

Wie war Ihre erste Reaktion auf den Preis?

Natürlich in erster Linie Freude sich gegen so eine starke Konkurrenz durchgesetzt zu haben, zugleich aber auch Freude darüber, dass reifer deutscher Wein wieder einen höheren Stellenwert in Deutschland bezieht. Wie sind Sie in der Gastronomie gelandet? Da ich kein Gastronomiekind bin, war es der Zufall der mich in die Gastronomie trieb. Ich suchte damals eine Ausbildungsstelle ohne eine wirkliche Vorstellung was ich denn in Zukunft vorhabe. Eine Ausbildung als Hotelfachmann war da im Bereich des Möglichen, ich war nun mal nicht der beste Schüler. Schlussendlich ist es wohl aber so, dass die Gastronomie und auch der Wein mich gefunden haben und nicht andersrum.

Wissen Sie noch welchen Wein oder Weintyp Sie als erstes getrunken haben?

Ich denke es war ein relativ süßer Sekt, von meiner Mutter, an einem Silvesterabend, er hatte mir wirklich überhaupt nicht geschmeckt. Da ich ja aus einer Gegend komme, wo man alle 5 Kilometer eine Brauerei findet, bin ich auch eher mit Bier aufgewachsen. Das erste Mal bewusst habe ich Wein dann während meiner Ausbildung getrunken, aber auch erst gegen Ende dieser, Berchtesgaden ist jetzt nicht für Wein im Übermaß bekannt.

Beschreiben Sie uns einen schönen Weinmoment.

Nun Weinmomente gibt es viele, und diese können auch überall geschehen. Für mich ist es immer ein wunderbares Gefühl, ein Glas Wein auf der Terrasse und der Blick auf den Rhein bei strahlendem Sonnenschein. Nur zurücklegen und genießen, die Welt vorüberziehen lassen und Wein Wein sein zu lassen. Persönlich am liebsten Riesling.

Welche Auswirkungen hat diese Auszeichnung auf Ihre Arbeit und vielleicht auch auf Sie persönlich?

Nun ich werde meine bzw. unsere Philosophie im Haus und in der Karte weiter vorantreiben. Viele Weine warten in den vier Kellern ja noch auf „ihren“ Moment (quasi aus Kundenschutzgründen), da wir natürlich die Weine auch jung kaufen, aber diese erst bei entsprechender Reife anbieten. Somit wird es in den nächsten Jahren weiter spannend bleiben, die Tiefe und Vielfalt der Karte zu pflegen und zu entwickeln. Persönlich lasse ich mich einfach mal überraschen was diese Auszeichnung mit sich bringt. Man muss manche Dinge auch einfach mal geschehen lassen. Ich werde weiterhin jeden Tag das bestmöglichste tun, um den Menschen Spaß am Wein zu vermitteln.