Diese Website verwendet Cookies. Wir verwenden Cookies, um Funktionen für diese Webseite anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Sie akzeptieren unsere Cookies, wenn Sie diese Webseite nutzen.Mehr lesen

OK
Friedrich Bastian

vdp.weingut
bastian

„ICH BIN STOLZ AUF DIE DIVEN UND ZICKEN, DIE ES EINEM SCHWERMACHEN, UM HINTERHER UMSO GRANDIOSER AUFZUTRETEN.“

FRIEDRICH BASTIAN ÜBER SEINE WEINE UND SEIN WEINGUT IN BACHARACH

Bastian

Erbhof Zum grünen Baum - Oberstraße 63
55422 Bacharach

Tel49 (0)6743/9378530
Fax49 (0)6743/9378533
Mailinfo@weingut-bastian-bacharach.de
Verkaufszeiten
Vinothek Mo-Fr 15.00-18.00 Uhr, Sa+So 11.00-18.00 Uhr
Inhaber

Friedrich Bastian

Kellermeister

Friedrich Bastian

Im VDP seit

1987

Rebfläche in Hektar

9,70 Hektar

Flaschenproduktion

50 000

Rebsorte

80% Riesling, 10% Spätburgunder sowie Scheurebe & Portugieser

Geologie

Blauer Schiefer, Tonverwitterung

Anbaugebiet

Mittelrhein

Weinprobe
Vinothek max. 30 Personen, Weinstube Zum grünen Baum max. 50 Personen, Weinwanderungen auf der Insel Heyles´en Werth

VDP: Was ist das Besondere an Ihrem Weingut?

Friedrich Bastian: Wir besitzen die im Rhein liegende Insel „Heyles´en Werth“ seit 1815. Heute bin ich der alleinige Besitzer. Dort bauen wir einen einzigartigen Riesling an – auf einer der weltweit kleinsten Einzellagen. Sehens- und besuchenswert ist auch unser Gutshaus „Zum Grünen Baum“, ein Komplex aus mehreren Bauepochen – angefangen von 1421 über 1756 bis 1825 – im mittelalterlichen Kern der Altstadt von Bacharach. Dort befindet sich unser beliebter Gutsauschank.

VDP: Was ist Ihre Weingutsphilosophie?

Friedrich Bastian: Ich habe – in mittlerweile 32 Jahren selbständiger Weinbereitung – gelernt, dass jeder Wein seine eigene Philosophie entwickelt. Das versuche ich zu bewahren und tue deswegen immer weniger. So bin ich ein „fauler Hund“ geworden. Leider kostet das Nerven und macht auch viel Arbeit


VDP: Was ist Ihre Lieblingsrebsorte?

Friedrich Bastian: Erkennbar, entwicklungsfähig und langlebig. Bei uns geht das am besten mit Riesling.

VDP: Welchen Ihrer Weine würden Sie jemandem empfehlen, der Ihr Weingut nochnicht kennt – sozusagen als Einstieg?

Friedrich Bastian: Zum Beispiel unseren Insel-Riesling.


VDP: Auf welchen Wein sind Sie ganz besonders stolz?

Friedrich Bastian: Auf die Diven und Zicken, die es einem schwer machen, um hinterher umso grandioser aufzutreten.

ICH HABE GROSSARTIGE MUSIKER KENNENGELERNT UND BIN MIR SICHER, DASS DAS AUCH MEINEN BLICK AUF DEN WEIN GEFORMT HAT

VDP: Warum sind Sie Winzer geworden?

Friedrich Bastian: Erst wollte ich Hubschrauber-Pilot werden und habe meine Mitschüler mit dem Erkennen und Kommentieren von Motoren- und Turbinengeräuschen genervt (es flogen viele Helis im Rheintal!). Dann bin ich nach dem Abitur doch im Weinberg gelandet, habe aber nach der Gesellenprüfung die Flucht auf die Opernbühne ergriffen und bin an der Musikhochschule München klassischer Sänger geworden. Dummerweise war ich beim Wein nicht unbegabt, und als die Weltkarriere als Bariton nicht gleich losgehen wollte, war es dann doch wieder der Wein. Heute mache ich beides: Singen und Wein.

VDP: Haben Sie Vorbilder, Mentoren?

Friedrich Bastian: Am meisten habe ich von meinem Kunstlehrer, dem Pfarrer, der mich konfirmiert hat und meiner Regisseurin am „Münchner Sommertheater“ gelernt. Ich habe großartige Musiker kennengelernt, die entscheidende Impulse gesetzt haben. Ich bin mir sicher, dass das auch meinen Blick auf den Wein geformt hat. An eine Probe in Freiburg mit einem Wein von Peter von Weymarn und an ein – tatsächlich nur eines - Gespräch mit Hans Günther Schwarz denke ich oft. Das waren Marksteine in meiner Geschmacksbildung. Last but not least: der kollegiale Umgang in Bacharach ist vorbildhaft.


VDP: Was sind Ihre nächsten Ziele?

Friedrich Bastian: Heli fliegen lernen wäre super!


VDP: Wie vereinen Sie Tradition und Innovation?

Friedrich Bastian: Augen und Ohren aufsperren. Den Vergleich mit anderen suchen – und bestehen wollen. Neues finden wollen, um es dann vom bloß Aufgeblasenen zu trennen. Das schafft Raum für Innovation. Wie diese dann aussieht, weiß ich vorher nie.


VDP: Warum sollte man Ihr Weingut noch besuchen?

Friedrich Bastian: Musik, Wein und Theater spielen bei uns eine große Rolle. Und das Rheintal ist ja einer der Sehnsuchtsorte der mitteleuropäischen Kulturgeschichte.


VDP: Wenn Ihr Wein Musik wäre, welche wäre es?

Friedrich Bastian: Zwischen der mittelalterlichen Notre Dame Schule und Modern Talking habe ich beim Wein schon alles Mögliche erlebt. Am liebsten wären mir Parallelen zu Gustav Mahler, Hugo Wolff, Mike Oldfield und Ana Moura.