Wein-Expertise
1911 Kiedricher Berg Riesling Auslese
Weingut Robert Weil, Rheingau
Öchsle: 110°
keine weitere Analysedaten vorhanden
Lagenbeschreibung
Ende des 12. Jahrhunderts wird die berühmte Lage erstmals als „mons rhingravii” (Berg des Rheingrafen) erwähnt und 1258 und 1259 erstmals mit Grevenberg benannt. Vor 1262 kamen durch Schenkung Anteile an Kloster Eberbach und die Grafen von Nassau. Größe: 10,8 ha, Ausrichtung: Südwest-Höhenlage als Ausläufer des Taunusgebirges mit Hang- und Steilparzellen bis 60% Steigung
Mikroklima
einerseits geschützte Süd-West-Lage im Kiedricher Talkessel mit entsprechender Besonnung und Temperaturen, andererseits gute Belüftung durch Winde, die vom Taunus her ins Rheintal ziehen. Durch Steigung, Exposition und gute Erwärmbarkeit des Bodens perfekte Riesling-Lage mit der Möglichkeit langer Hängezeiten der Trauben bis weit in den November (Siehe auch beiliegendes Datenblatt - Kiedrich Gräfenberg)
Boden
Mittel- und tiefgründige, steinig-grusige Böden aus Phylliten mit Lößlehmbeimengungen als wasserhaltende Schichten; durch hohen Gesteinsanteil entsprechend tiefes Wurzelwerk der Reben,
gleichzeitig aber auch gute Wasserversorgung durch wasserhaltende Schichten
Vegetationsverlauf
Sehr trockener und heißer Sommer
Lesetag
Zweite Hälfte Oktober 1911
Jahrgangsbeschreibung
Hauptjahr mit sehr guten Qualitäten (27 hl/ha); Jahrhundertjahrgang und wie der 1811er ein „Kometenwein“
Vinifikation
Ausbau im traditionellen Rheingauer Stückfass
Geschichte der Flasche
„Hauswein“ im Grand Hotel Adlon und im Berliner Stadtschloss des Kaiserhauses; siehe Menü-Karte. Zum Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Zeiten höchster Reputation für die Rieslinge vom Rhein wurden die Gräfenberg-Rieslinge des Hauses Dr. Weil an den europäischen Kaiser- und Königshäusern als „Grand Crus von deutschem Boden” ebenso getrunken wie vom europäischen Großbürgertum in den Grand Hotels auf der Achse St. Petersburg, Prag, Wien, Berlin, London und Paris.
Verkostungsbeschreibung
Goldgelbe Farbe. Leichte Firne, aber für sein Alter noch sehr frisch. Etwas Karamell mit präsenter Säurestruktur. Große Delikatesse (Juni 1993)
Neu verkorkt
September 1991