Das VDP Klassifikationsmodell


Das hier vorgestellte aktuelle Klassifikationsmodell beschreibt die Rahmenbedingungen des VDP Bundesverbandes. Diese Bedingungen sind in den einzelnen Regionen teilweise enger gefasst. Bei allen Weinen garantiert der Traubenadler auf der Kapsel einen ökologisch verantwortlichen Weinbau, eine Vinifikation ausschließlich mittels traditioneller Verfahren, regelmäßige Betriebsprüfungen und organoleptische Qualitätskontrollen sowie bestimmte Vermarktungsrichtlinien. Die Begriffe „Erste.Lage“ und „Grosses Gewächs“ sind Eigenmarken des VDP und zur Zeit weingesetzlich noch nicht zugelassen.

Das VDP-Klassifikationsstatut

Das Klassifikationsstatut des VDP definiert die Qualität eines Weines insbesondere nach dem Terroir, der Herkunft in Verbindung mit der Qualität. Die Pflege dieses besonderen Terroirs steht im Mittelpunkt – damit einher geht der Verzicht auf alle Bereichs-, Großlagen- und einfache Lagenbezeichnungen. Nur Weine mit Terroircharakter sollen eine Lagenbezeichnung tragen dürfen

Terroir wird von einem „magischen Dreieck“ aus 1. Güte und Charakter der Weinbergslage 2. handwerklichem Können des Winzers, und 3. Jahrgangsqualität bestimmt. Terroir ist wiedererkennbar im Wein.

Die Güte eines Weinbergs definiert sich durch den Boden (topographische Lage, Klima und Mikroklima). Passende Rebsorten werden zum jeweiligen Terroir definiert. Das Wissen über die besten Lagen und die dazu passenden Sorten resultiert aus jahrhundertelanger Erfahrung.


DREI-STUFEN-MODELL

 

1. ERSTE LAGE

Aus den besten Weinbergen Deutschlands Trockene Grosse Gewächse, Erste Gewächse (Rheingau) und fruchtsüße Prädikatsweine

Die hochwertigsten Terroirs sind parzellengenau abgegrenzt und bestimmten Rebsorten und Geschmacksprofilen zugeordnet, Ertrag max. 50 hl/ha, selektive Handlese, Mostgewicht mind. Spätlese, Vermarktungszeitpunkt: fruchtsüße Prädikatsweine ab 1. Mai, Grosses Gewächs ab 1. September, Rotweine ein Jahr später

2. KLASSIFIZIERTE LAGE / ORTSWEIN 

Weine aus traditionellen und hochwertigen Weinbergen.

Aus der Vielzahl der weingesetzlichen Lagen wurde eine kleine Gruppe charaktervoller, traditioneller Weinberge klassifiziert. Keine Einschränkung bei den Geschmacksprofilen, Ertrag max. 60 hl/ha, regional festgelegte Rebsorten und höhere Mostgewichte.

3. GUTSWEIN

Basisweine auf hohem Niveau

Anbau von mindestens 80% VDP empfohlener traditioneller und gebietstypischer Rebsorten. Ertragsbegrenzung auf max. 75 hl/ha, regional festgelegte höhere Mindestmostgewichte.
 

ERLÄUTERUNGEN ZUR KLASSIFIKATION DES VDP

Die Verwendung des Logos Erste Lage   ist an die Erfüllung folgender Kriterien geknüpft.

WEINBERG

Die Erfahrung beteiligter Güter bilden die Grundlage zur Klassifikation herausragender Weinbergs-lagen. Es handelt sich dabei um eng eingegrenzte Lagen in denen optimale Wachstumsbedingungen herrschen. Aus diesen klassischen Ersten Lagen wurden nachweislich über lange Zeit Weine mit nachhaltig hoher Reife erzeugt.

 
REBSORTEN

Die Weine werden ausschließlich aus regional festgelegten und eng definierten traditionellen Rebsorten erzeugt.
Ahr: Spätburgunder, Frühburgunder, Riesling (ausschließlich edelsüß)
Mittelrhein: Riesling
Mosel-Saar-Ruwer: Riesling
Nahe: Riesling
Rheingau: Riesling, Spätburgunder
Hessische Bergstraße: Riesling, Weißer Burgunder, Grauer Burgunder, Spätburgunder
Rheinhessen: Riesling, Spätburgunder
Franken: Riesling, Silvaner, Weißer Burgunder, Spätburgunder
Saale-Unstrut: Riesling, Silvaner, Weißer Burgunder, Spätburgunder
Sachsen: Riesling, Weißer Burgunder, Spätburgunder
Pfalz: Riesling, Weißer Burgunder, Spätburgunder
Württemberg: Riesling, Weißer Burgunder, Grauer Burgunder, Spätburgunder, Lemberger
Baden: Riesling, Weißer Burgunder, Grauer Burgunder, Spätburgunder

ERTRAG

Die Erntemenge ist auf einen Ertrag von maximal 50 hl pro Hektar beschränkt.

LESE UND LESEZEITPUNKT

Die Trauben werden selektiv von Hand geerntet. Das natürliche Mostgewicht muss mindestens Spätlesequalität haben.

VINIFIKATION

Die Weine werden ausschließlich mittels traditioneller Produktionsverfahren erzeugt.

ZERTIFIZIERUNG

Neben der üblichen VDP Betriebsprüfung unterliegen die Weine zusätzlicher Kontrolle und Prüfung: Die qualitätsorientierte Arbeit im Weinberg und insbesondere das Ertragsniveau, werden in jedem Weinberg während der gesamten Vegetationsperiode und vor der Lese überwacht. Die Weine werden vor und nach der Abfüllung durch eine Prüfungskommission verkostet.

GESCHMACKSTYPUS

Die trockenen Erster Lage Weine werden als Grosses Gewächs bezeichnet, die edelsüßen Spitzen tragen die traditionellen Prädikate von Spätlese bis Trockenbeerenauslese.

KENNZEICHNUNG

Die Weine werden mit dem Zeichen ERSTE LAGE gekennzeichnet. Die Flaschen tragen die VDP Kapsel mit dem Traubenadler und ein besonderes Etikett auf dem der Wein und das Weingut bezeichnet werden. Die gesetzlichen Angaben befinden sich auf einem gesonderten Etikett.

VERMARKTUNG

Früchtsüße Prädikatsweine kommen am 1. Mai auf den Markt. Die Vermarktung der Grossen Gewächse erfolgt nicht vor dem ersten Septemberwochenende des auf die Ernte folgenden Jahres. Spätburgunder reifen über mindestens 12 Monate im Holzfass und kommen so ein weiteres Jahr später auf den Markt.