ERSTE LAGE RHEINGAUFor almost a thousand kilometers (620 miles) the Rhine flows in a northerly direction – with one exception: near Wiesbaden, the Taunus Hills force it to bend at a nearly right angle and flow westward for some 30 km (20 miles) to Rüdesheim, where it bends again to resume its northerly course. Thus arose one of the world’s most beautiful viticultural landscapes, bordered in the north by the Taunus Hills and in the south by the Rhine. The Rheingau, with a vineyard area of ca. 3,200 ha (not quite 8,000 acres) of primarily south- and southwestern-facing slopes, boasts the world’s highest proportion of Riesling grapes, supplemented by the red wine variety Spätburgunder (Pinot Noir). The vineyards lie between 80 and 220 meters above sea level and trace their geological origin to a tertiary sea, upon whose northern shore the Rheingau is situated today. As a result, soil types are varied and include gravel and sand, as well as loamy to clayish soils interspersed with marl and loess. In the lower Rheingau near Rüdesheim and in the sites on heights, such as in Kiedrich and in Rauenthal at the foothills of the Taunus, there are also quartzite and weathered slate soils.
The Romans, and later Charlemagne, recognized that the climatic and geological characteristics of this little stretch of land were well-suited for viticulture and planted vines here. Benedictine and Cistercian monks followed in their footsteps. Their pioneering efforts over the centuries, marked by holistic thinking and doing from the vineyard to the cellar and marketing, helped establish the Rheingau’s leading position in the world of viticulture. In is not for nothing that the concepts of selective and late harvesting (Cabinet, Spätlese and Auslese) as well as the practice of marketing the finest wines in bottle rather than bulk all originated in the Rheingau. And throughout the centuries, the concept of “terroir” – the interplay of all natural factors and uncompromising, quality-oriented work of the growers – was always a focal point of thinking here.
As such, today’s “Erstes Gewächs” (first growth) merely represents a return to an old Rheingau tradition. The finest dry wines from top sites bear a vineyard desgination and be labeled as “Erstes Gewächs.” Lusciously sweet first growths can be recognized by the Prädikats Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese and Eiswein.
A century ago, the successful Prädikat wine estates set the stage for German “Grand Crus” when they fetched sensational prices around the world for their wines from vineyards such as Marcobrunn and Steinberg, to name but two of the Rheingau’s many top sites. Today, these top growths – also sold at auctions of the Prädikat wine estates – once again number among the internationally most highly-esteemed, and often most expensive, wines of the world.
At this time, descriptions of the individual sites are available in German only.

MÖNCHSGEWANN
Die Mönchsgewann ist eine südliche Hanglage mit einer Steigung von 27 %. Sie war ehemals in klösterlichem Besitz, begütert waren hier bereits im Jahre 970 die Abtei Fulda und das Kloster St. Johann zu Magdeburg, später auch das St. Stephansstift und die Mainzer Karthäuser. Aufgrund wasserführender Kiesschichten im Unterboden entfaltet die Mönchsgewann, besonders in sehr trockenen Jahren, ihr volles Potenzial. Der Boden besteht hauptsächlich aus tertiärem Kalkmergel mit einer Lößlehmauflage.
Weingut Joachim Flick - Riesling
NONNBERG
Der Weinberg liegt unterhalb des Ortes Wicker und ist teilweise noch von einer alten Bruchsteinmauer umgegeben. In einer Urkunde aus dem Jahr 1281 ist belegt, dass die Klöster Retters im Taunus und das Nonnenkloster Tiefenthal im Rheingau ihre Grundstücke austauschten. Erwähnt wird dabei erstmals ein Nonnen(wein)berg in Wicker. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Nonnenberg durch umfangreiche Bodenarbeiten zu einer Südlage mit zwölfprozentiger Steigung umgewandelt. Der Boden dieser klassifizierten Lage besteht aus Lößlehm auf tertiärem Mergel. Das durch die Mauer und die Südlage bedingte Kleinklima unterstützt das langsame Reifen der Trauben, aus denen stoffige und füllige Weine mit langer Lebensdauer erzeugt werden können.
Weingut Joachim Flick - Riesling
HÖLLE "HÖLLE-SOMMERHEIL"
Diese 36 Hektar große Südlage war bis ins 13. Jahrhundert im Besitz des Kölner Domkapitels, das 1273 Hochheim mit „Land und Leuten“ an das Mainzer Domkapitel verkaufte. Die Rebhänge der Hochheimer Hölle ziehen westlich der Hochheimer Altstadt mit 15 % Steigung auf den Main zu. Der Name ist germanischen Ursprungs und bedeutet Abhang (vgl. engl. Hill). Das Kleinklima in der Hochheimer Hölle wird bestimmt vom Taunusgebirge, das vor Wind und Regen schützt, sowie von der Nähe zum Main, der zum Temperaturausgleich beiträgt. Die Bodenstruktur ist überwiegend aus tertiären Sedimenten gebildet und geprägt von Lößlehm, der mit Mergeln durchsetzt ist. Die Lage weist zum Teil Quellhorizonte auf. Diese entstehen, wenn Schiebewasser zu Tage tritt, das im Untergrund vom Taunus in Richtung Rhein fließt und eine Quelle entstehen lässt. So findet sich z.B. eine gefasste Quelle im Königin-Viktoria-Berg, der früher ein Teil der Hochheimer Hölle war.
Weingut Franz Künstler - Riesling
Weingut Joachim Flick - Riesling
KIRCHENSTÜCK
Das Hochheimer Kirchenstück liegt unmittelbar östlich der Hochheimer Pfarrkirche "St. Peter und Paul" und nur einen Steinwurf entfernt von der Lage Domdechaney, unterscheidet sich aber deutlich in Terroir und Charakter der Weine. Der mäßig steile Hang ist nach Süden ausgerichtet, die städtische Bebauung im Norden schützt die Lage vor kalten Nordwinden. Die Bodenstruktur wechselt von schwerem Kalk über Löß bis zu leichteren Sandauflagen über dem tiefen, wasserhaltenden Untergrund. Der Name Kirchenstück ist nicht nur ein eindeutig geographischer Wegweiser, sondern verweist auch auf den früheren Teilbesitz des Mainzer Domkapitels. In Folge der Säkularisation wurde zunächst die Herzoglich-Nassauische, später die Preußische und heute die Hessische Staatsdomäne Eigentümer. Größte Privateigentümer sind das Domdechant Werner´sche Weingut und das Weingut des Grafen Schönborn.
Domdechant Werner’sches Weingut - Riesling
Weingut Franz Künstler - Riesling
DOMDECHANEY
Die Domdechaney ist eine nach Süden ausgerichtete, zu Füßen der Hochheimer Kirche „St. Peter und Paul“ gelegene, historische Spitzenlage. Der ungewöhnliche Name verweist auf das frühere Eigentum des Mainzer Domkapitels. Die Mainzer Domdechanten hatten unmittelbar am Weinberg im so genannten Schlösschen neben der Kirche ihre Sommerresidenz. Es wird berichtet, sie hätten bereits im 18. Jahrhundert in heißen Jahren Wasser aus dem Main in den Weinberg fahren lassen. Die Domdechaney hat sehr schwere kalkhaltige Böden, die auch in heißen Jahren einen guten Wasserhaushalt garantieren. So können die Rebwurzeln bis spät in den Herbst Nährstoffe aus dem Boden ziehen und die Trauben durch lange Assimilation im Blattwerk zu hoher Reife gelangen.
Domdechant Werner’sches Weingut - Riesling
Hessische Staatsweingüter Kloster Eberbach - Riesling
Weingut Schloss Schönborn - Riesling
REICHESTAL
Schon der Name Reichestal ist Hinweis auf eine besonders fruchtbare Bodenbeschaffenheit, die aus Lößlehm und schweren, sehr wasserhaltenden Tonböden besteht. Die nahe Mainmündung gestaltet das Kleinklima besonders warm und ausgeglichen bis in den späten Oktober hinein. Der sandige Lößlehmboden ist locker, gut durchlüftet und erwärmt daher schnell. Er speichert große Mengen Wasser. Die Wurzeln können die Feinerde leicht bis zu dem tiefen Schluffmergel durchdringen. Die Minerale des Lößlehms stellen ein breit gefächertes Nährstoffreservoir dar, das durch den Kalkreichtum des Mergels unterstützt wird. Der Boden fördert so eine frühe Blüte und eine gute Reife. Wasser und Mineralien hält Lößlehm in großen Mengen bereit. Die Reben sind sehr gut versorgt. Sie können so die Wärme eines langen Herbstes nutzen und die Trauben bis in den späten Oktober ausreifen lassen. Ideale Voraussetzungen zur Entwicklung eines stoffigen, wuchtigen Spätburgunders.
Weingut Künstler - Spätburgunder
WEIß ERD
Am westlichen Ende von Hocheim liegt der Weinberg kurz vor der Mainmündung. Von dort aus blickt man auf den Main und das nah gelegene Mainz. Am Hang fließt die Kaltluft ab und sorgt für nächtliche Abkühlung. So verlängert sie die Reifezeit der Trauben. Durch die Nähe zur Mainmündung ist das Kleinklima warm und ausgeglichen. Der nach Süden ausgerichtete, mittel geneigte Hang erfreut sich an einer hohen Sonnenseinstrahlung. Helles Mergelgestein verleiht der Lage ihren charakteristischen Namen, da der Mergel, im austrockneten Zustand schneeweiß wird. Der Untergrund besteht aus kalkreichem, feinkörnigen Mergel des Tertiärs. In den Eiszeiten vermischte sich der Mergel mit Sedimenten wie Sand, Ton, Kalkstein und kiesigen Geröllen. Aus später abgelagertem eiszeitlichem Löss entstand brauner, kalkfreier Lösslehm. Mit den Jahrhunderten wurde der Boden abgetragen und dadurch kommt heute an vielen Stellen die kalkreiche ‚Weiß Erd‘ des Untergrundes an die Oberfläche.
Weingut Künstler - Riesling
WALKENBERG
Am Taunushang gelegen, gegen Nordwinde geschützt auf einer Höhe von 100 bis 120 m über NN ist der Walkenberg eine Hanglage im Herzen des Rheingaus, die nach Südwest geöffnet ist. Die Reben wachsen hier aus einem Schwemmboden aus Löß und Lehm auf kiesigem Untergrund. Am Hangfuß dieses Weinberges stehen alte Mühlen, in denen früher Filz gewalkt wurde; daher der Name der Lage. Der Exposition zur Sonne sowie der Nähe zum Rhein verdankt der Weinberg sein optimales Mikroklima. Die große Wasseroberfläche gleicht die Temperaturspitzen im Sommer wie im Winter aus. Bedingt durch den reicheren Boden präsentieren sich die Rieslinge aus dem Walkenberg kraftvoll und körperreich. Die Riesling-typische fruchtige Säure ist eingebettet in eine würzige, ausgeprägt mineralische Art der Weine. Voluminöse Rieslinge aus Spitzenjahren zeichnen sich zudem durch ein hohes Reifepotential aus.
Weingut Toni Jost – Hahnenhof - Riesling
WILDSAU
Als „Wild’s Aue“ bezeichneten die Martinsthaler jenes Gemarkungsstück, eine sogenannte Aue, wo häufig das Wild aus dem angrenzenden Wald heraus trat; vornehmlich die Wildschweine. Mit der Zeit entstand daraus die Lagenbezeichnung „Wildsau“. Mit dem Weingesetz 1971 wurde die Lage „Wildsau“ um die ebenen Weinberge bis hin zur Roder Kapelle erweitert. Die ursprüngliche Originallage indes befindet sich in südlicher Ausrichtung unterhalb des Waldrandes im Hang und Steilhangbereich, in östlicher Richtung anschließend an den Martinsthaler Langenberg. Die großen Laubwaldflächen über den Weinhängen dienen diesen als Wasserreservoir. Die Böden sind steinige, toniger Lehm aus Verwitterungsmaterial des Phyllits (Ordovizium) mit Beimengungen von Löss und Lösslehm, gegen den Waldrand mit Kiesbeimengungen.
Diefenhardt’sches Weingut - Spätburgunder
LANGENBERG
Die Lage liegt im Steilhang auf dem von Südwest nach Süd ausgerichteten Martinsthaler Berg über dem Ort Martinsthal. Die Böden im Westen sind Schieferverwitterungsböden und werden in östlicher Richtung zuneh-mend durch einen steigenden Lößanteil geprägt. Hier findet man für einen Steilhang ungewöhnlich tiefgründige Böden mit guter Wasserhaltekraft. Die besten Qualitäten wachsen in der Hangmitte bei 40-60 % Steigung.
Diefenhardt’sches Weingut - Riesling
ROTHENBERG
Die mittelalterliche Bezeichnung des Rothenberges, die urkundlich im Jahre 1211 das erste Mal erwähnt wurde, lautete „rodenberch“. 1280 wurde er noch einmal erwähnt, diesmal dann schon als „rodenberg“. Von der höchsten Position des Rothenberges sieht man westlich die Südhänge des Rauenthaler Berges. Unterhalb liegt Eltville mit seiner kurfürstlichen Burg am Rhein. Wer einmal den steilen Rothenberg von 57 % Neigung nach einem Regenguss auf frisch gepflügten Boden im Sonnenschein gesehen hat, der weiß, dass der Name von dem rot-violetten Phyllitschiefer stammt, der dann durch die eingelagerten Ferritoxide am stärksten leuchtet. Die nach Südwesten ausgerichtete Lage umschließt etwa 20 Hektar, davon ca. 4 Hektar Steillage.
Weingut August Eser - Riesling
BAIKEN
Der alte Weinort Rauenthal wurde bereits im Jahre 1293 urkundlich im Erbacher Zinsregister erwähnt. Die ersten Weinbergslagen sind gar schon seit 1211 bekannt. Das Dorf und die Weinberge liegen am Südhang des Taunusgebirges. Der Name „Rauenthaler Baiken“ leitet sich von ahd. bougen=biegen her und beschreibt die Lage in der Beuge des Rauenthaler Berges zum Sulzbach hin. Die Eberbacher Abtei besaß zwar auch im Mittelalter in Rauenthal Grundeigentum, doch ist die Entstehung des Rauenthaler Staatsweingutes auf Ankauf aus privater Hand zurückzuführen. Im ausgehenden 19. Jahrhundert erlangen die Rauenthaler Weine Weltruf. Für die königlich-preußische Dominialverwaltung ein guter Grund, mit dem Erlös des Verkaufes des Wiesbadener Neroberges das Wilhelmy’sche Weingut in Rauenthal zu erwerben. Der Baiken ist geprägt von mittel- und tiefgründigen Phyllitböden.
Hessische Staatsweingüter Kloster Eberbach - Riesling
GRÄFENBERG
Bereits Ende des 12. Jahrhunderts wurde der Gräfenberg als „mons Rhingravii", der Berg des Rheingrafen, erwähnt. In den Jahren 1258 und 1259 ist die erste Erwähnung als „Grevenberg" belegt. Der Gräfenberg, ein nach Südwesten exponierter Hang mit Steigungen bis zu 50 %, stellt einen Ausläufer des Taunusgebirges dar und ist eine der Höhen-Spitzenlagen des Rheingaus. Die Bodenstruktur im Gräfenberg ist geprägt von mittel- und tiefgründigen, steinig-grusigen Böden aus Phylliten. Teilweise findet man auch Lößlehmbeimengungen. Die Kombination aus kargen Phyllitböden und einer gut belüfteten Südwestlage garantiert lange Reifezeiten der Trauben und lässt im Gräfenberg sehr elegante und feine Rieslinge wachsen, die auch als „Moselweine des Rheingaus" gelten.
Weingut Robert Weil - Riesling
HOHENRAIN
Der Hohenrain, oberhalb des alten Ortskerns von Erbach, ist eine Südhanglage mit einer leichten Steigung von 10 %, was eine Sonneneinstrahlung bis in die Abendstunden hinein garantiert. Auf der Westseite durch eine drei Meter hohe Mauer begrenzt, liegt der Hohenrain windgeschützt und sehr warm. 1519 wurde die Lage zum ersten Mal als „wingart des reyngen“ erwähnt. 1543 wird sie als am „hohenreine" bezeichnet. Der Begriff „Rain“ bezeichnet einen Hang am Rande einer Flur, womit in diesem Fall die direkte Nachbarschaft des Weinbergs zu den Lagen der Kiedricher Gemeinde gemeint ist. Im Erbacher Hohenrain findet man tiefgründige Lößlehme und tertiäre Mergelböden.
Weingut Jakob Jung - Riesling
Weingut Detlev Ritter und Edler von Oetinger - Riesling
STEINMORGEN
Ein Urkunde aus dem Jahre 1211 erwähnt erstmals „an demo steinmorgen“. Dies beschreibt eine steinige (kiesige) Lage, die ursprünglich die Größe eines Morgens (eine Lage, die an einem Vormittag bearbeitet werden konnte) aufwies. Der Boden besteht aus tiefgründigem Löß und Lößlehm mit kiesigen Einlagerungen. Die Weine sind mittelschwer mit einer rassigen Säure und einem pikanten Spiel. Oft überzeugen sie durch eine mineralische Säuretextur in Verbindung mit einer sehr ausgeprägten vegetativen Art.
Weingut Jakob Jung - Riesling
Weingut Baron Knyphausen - Riesling
SCHLOSSBERG
Der Schlossberg beginnt direkt oberhalb des Weingutes Schloss Reinhartshausen und zieht sich nach Westen in Richtung Hattenheim, wo er an den Erbacher Marcobrunn angrenzt. Die Lage ist rund 6 Hektar groß und ausschließlich mit Riesling bestockt. Der Südhang liegt nach oben durch den angrenzenden Erbacher Siegelsberg und den Dorfrand von Erbach, sowie zur Rheinseite durch Baumalleen, gut geschützt. Die tiefgründigen Lößlehm-Böden bilden für den Riesling eine gute Unterlage, haben eine gute Wasserspeicherung und sichern die Nährstoffversorgung der Reben. Der Name Erbacher Schlossberg entstand 1972 mit der neuen Weingesetzgebung. Da hatte jedes Weingut das Recht einer zusammenhängenden Lage von mindestens 4 Hektar einen eigenen Namen zu geben. Da Schloss Reinhartshausen diese Kriterien erfüllte, entstand der Erbacher Schlossberg.
Weingut Schloss Reinhartshausen - Riesling
MARCOBRUNN
Der Marcobrunn liegt zwischen Erbach und Hattenheim auf einem nach Süden geneigten Hang. Der Name, vor 1200 als „markenburne", ab 1275 als „markenborne" erwähnt, kommt von „marka" (= Grenze) und bezeichnet einen Brunnen an der Gemarkungsgrenze Erbach-Hattenheim. Als die Erbacher um 1810 den Brunnen mit einer klassizistischen Umrahmung schmückten, schrieben sie auf den oberen Abschluss „Marcobrunnen Gemarkung Erbach", die darüber erbosten Hattenheimer schrieben später auf ihre Seite: „So ist es richtig und so soll es sein. Für Erbach das Wasser und für Hattenheim den Wein!“ Der mittelschwere Boden ist geprägt von glimmerführendem tertiärem Mergel mit zum Teil lateraler Wasserversorgung.
Weingut Baron zu Knyphausen - Riesling
Weingut Detlev Ritter und Edler von Oetinger - Riesling
Weingut Schloss Reinhartshausen - Riesling
Domänenweingut Schloss Schönborn - Riesling
Hessische Staatsweingüter Kloster Eberbach - Riesling
Weingut Langwerth von Simmern - Riesling
SIEGELSBERG
Der Siegelsberg in Erbach ist ein Südhang, der mit einer Neigung von 16 % auf einer Höhe von 100 m über NN direkt oberhalb des Marcobrunns gelegen ist. Seine windgeschützte Lage und die optimale Sonneneinstrahlung führen im Siegelsberg zu einer sehr frühen Blüte und Reife. Der Name kommt wahrscheinlich von einem einstmaligen Kauf, der mit einem gesiegelten Vertrag abgeschlossen wurde. Der Boden hat sich aus Tonschichten mit einer Lößlehmauflage gebildet.
Weingut Jakob Jung - Riesling
Weingut August Eser - Riesling
Weingut Detlev Ritter und Edler von Oetinger - Riesling
MICHELMARK
Der Weinberg liegt an der Verbindungstrasse von Erbach nach Kiedrich auf der linken Seite. Die Reben stehen auf der Kuppel, der sich sanft nach Südwesten neigenden Hanglage. Der Begriff Berg und Mark wird im Sprachgebrauch der vergangenen Jahrhunderte als Synonym verwandt. Aus dem althochdeutschen „michil“ und dem mittelhochdeutschen „michel“, was groß oder großes Grundstück bedeutet, wird der Name Michelmark abgeleitet. Die Weinberge bestehen überwiegend aus tiefgründigen teils kiesigen Lössen. In einigen Bereichen findet man tertiäre Mergelböden. Der kräftige Boden ist gut mit Humus durchwirkt. Kalkblasen zwischen den Lagen sorgen für eine mittlere bis hohe Mineralität.
Weingut Baron Knyphausen - Riesling
MANNBERGEine alte Lehensurkunde aus dem Jahre 1464 zeugt von der Übergabe des heutigen Mannbergs, damals Mannwerk genannt, durch Pfalzgraf Ludwig an seinen Kanzler Johann Langwerth von Simmern. Das war der Beginn einer 500 Jahre alten Weintradition. Die Südlage, mit einer Steigung von 18-27 % ist zwischen Hattenheim und Erbach am Rhein gelegen. Durch unterirdische Wasseradern ist im Mannberg eine optimale Rebenversorgung garantiert. Der Boden ist ein tiefgründiger, kalkhaltiger Lößboden.Weingut Langwerth von Simmern - Riesling WISSELBRUNNENÜber den Ursprung des Namens Wisselbrunnen gibt es unterschiedliche Theorien. Einerseits wird von der Verwandt-schaft mit Wiesel oder Wiese gesprochen, andererseits sieht man den Namen im lateinischen Wort „fistula" begründet, was soviel bedeutet wie „die Röhre", und Hinweis auf den dort befindlichen Brunnen gibt. Der Wissel-brunnen ist auf einer Höhe von 100 m über NN gelegen und nach Süd-Südwest exponiert, was für eine optimale Sonneneinstrahlung sorgt. Die leichten tertiären Mergelböden haben eine gute Wasserhaltefähigkeit, wodurch die Trauben auch in sehr trockenen Jahren eine hohe Reife erreichen.Wein- und Sektgut Barth - Riesling Weingut Georg Müller Stiftung - Riesling Weingut Hans Lang - Riesling Weingut Baron Knyphausen - Riesling Weingut Schloss Reinhartshausen - Riesling Weingut Josef Spreitzer - Riesling NUSSBRUNNENDer Nussbrunnen in Hattenheim, eine nach Süd–Südost exponierte Lage, hat ihren Namen von einer Quelle, deren Ursprung heute noch erkennbar ist, und die von Nussbäumen umstanden wurde. Der Nussbrunnen liegt auf dem unteren Hattenheimer Gewann, angrenzend an den Wisselbrunnen, auf einer Höhe von 87 m über NN und ist vor kalten Nordwinden geschützt. Der tiefgründige Lößboden läßt aufgrund wasserundurchlässiger Schichten im Untergrund die laterale Wasserversorgung zu und garantiert auch in trockenen Jahren einen ausgezeichneten Wasserhaushalt.Weingut Balthasar Ress - RieslingDomänenweingut Schloss Schönborn - Riesling Weingut Schloss Reinhartshausen - Riesling HASSELDie Lage Hassel neigt sich nach Süden und liegt ca. 100 m über NN. Erstmals urkundlich erwähnt wurde sie im 14. Jahrhundert als „zu hasele“, benannt, nach einem Haselnussstrauch. Im 19. Jahrhundert war die Lage dann als „hasselt“ bekannt. Die Böden des Hassels bestehen aus tiefgründigem Löß und Lößlehm. Daraus resultiert die gute Wasserhaltefähigkeit, die auch in trockenen Jahren gute Qualitäten wachsen lässt. Das Mikroklima wird weiterhin geprägt durch die besondere Wärmehaltefähigkeit der Böden und die wind-geschützte Lage. Die klassifizierten Flächen des Hassels sind den „Brunnenlagen“ Wisselbrunnen, Nussbrunnen und Marcobrunn direkt benachbart. Von dort schweift der Blick weit über die angrenzenden Weinberge und den Rhein, der hier in seinem gesamten Verlauf die größte Breite annimmt. Mit seinen wie zart hin getuschten Auenwäldern und der Mariannenaue vermittelt er den Eindruck eines großen ruhigen Sees. Wein- und Sektgut Barth - Riesling Weingut Hans Lang - Riesling Weingut Georg Müller Stiftung - Riesling PFAFFENBERGDie Lage Pfaffenberg in Hattenheim befindet sich mit 6,2 Hektar Größe im Alleinbesitz des Hauses Schönborn. Der Name könnte von Dydo, dem Sohn des Ritters Nikolaus von Scharfenstein, genannt „Pfaffe" herrühren, der in Hattenheim begütert war. Ein anderer Erklärungsversuch geht auf die „Pfaffen" von Kloster Eberbach zurück, in deren Alleinbesitz die Lage bis zur Säkularisierung 1803 war. Der Boden im Pfaffenberg ist einheitlich geprägt von kalkhaltigem, tiefgründigem Löß und ist zum Teil mit kiesigen Abschnitten durchsetzt.Weingut Schloss Schönborn - RieslingENGELMANNSBERG Die Lage Engelmannsberg liegt westlich der Straße, die von Hattenheim Richtung Kloster Eberbach führt und grenzt im Süden direkt an die rheingauer Bahnstrecke. Durchzogen ist sie von einigen Weinbergshecken. Obwohl der Weinberg recht flach ist, findet man hier – für den mittleren Rheingau sehr selten – vereinzelt alte Natursteinmauern zur Einfriedung der Weinberge. Nach Westen hin hat man eine herrliche Aussicht über Hattenheim und den ganzen Rheingau bis zum Binger Loch. Der Name Engelmannsberg geht auf den „Edelknecht Engilmann” von Hattenheim zurück, der 1321 seine Weingüter dem Kloster Eberbach schenkte. Die Böden werden dominiert von tiefgründigen Lössen und Lößlehmen sowie tertiären Mergelböden und Tonlinsen. Durch die tiefgründige Struktur kann der Boden viel Wasser speichern und in trockenen Jahren ein hohes Potential an Wasser sowie Mineral- und Nährstoffen sicherstellen. Die Reben können ihre Wurzeln gut ausbreiten und sich optimal versorgen. Die gesamte Lage gilt als bestes Spätburgunderterroir Hattenheims. Weingut Georg Müller Stiftung - SpätburgunderSCHÜTZENHAUSWestlich des Ortes, direkt oberhalb des Pfaffenberges zieht sich die Lage von 100 m über NN mit einer geringen Neigung bis auf 150 m über NN. Die Lage, die nach Süd-Südwest exponiert ist, wird im Osten durch die Landstraße nach Kloster Eberbach und im Westen durch die Landstraße nach Hallgarten begrenzt. Die relativ lang gezogene Lage besitzt ein leichtes Westgefälle, welches sie vor extremen Ostwinden schützt. Der Name lässt auf eine Hütte schließen, die im Herbst dem „Traubenschütz“ Schutz vor schlechter Witterung gewähren sollte. Dieser vertrieb aus den Weinbergen mit einer Schreckschusspistole die Stare, die sich an den süßen Trauben vergehen wollten. Im Bereich des Leimersbaches und dem Bereich der B42 findet man Aueböden, die teilweise in tiefgründige Löße und Lößlehme übergehen. Teilweise findet man auch Beimengungen von tertiären Mergelböden. Durch die tiefgründigen Böden sind hohe Wasserhaltekapazitäten vorhanden, die bei trockenen Jahren ein hohes Nachlieferungs-potential an Wasser und Nährstoffen sicherstellen. Somit sind die Voraussetzungen für extraktreiche Weine gegeben. Wein- und Sektgut Barth - Riesling Weingut Georg Müller Stiftung - RieslingSTEINBERGERDer Steinberg befindet sich im Alleinbesitz der Hessischen Staatsweingüter Kloster Eberbach. Er geht auf eine Gründung der Kloster Eberbacher Zisterziensermönche zurück und ist mit etwa 34 Hektar Rebfläche der größte, zusammenhängende Weinbergsbesitz im Rheingau. Zum Schutz vor Traubendieben und Wild errichteten die Mönche eine bis zu vier Meter hohe und 3,8 km lange Mauer um ihren Weinberg. Heute schützt die Mauer die Trauben vor Kaltluftströmen aus dem nahen Wald. Auch erzeugt diese „Schutzmauer" ein einzigartiges Mikroklima. Die weltberühmte Lage Steinberg, mit seinen tiefgründigen Schieferböden, war der Lieblingsweinberg der Eberbacher Mönche. „Der Name des Herrn sei gepriesen und es blühe der Steinberg", mit diesen Worten endete der Herbstbericht von Kloster Eberbach im Jahre 1762.Hessische Staatsweingüter Kloster Eberbach - Riesling
JUNGFER
Die Lage Jungfer befindet sich östlich des Ortes Hallgarten. Klassifiziert ist das Herzstück der Lage, nämlich jener Teil, der bereits vor der weingesetzlichen Zusammenlegung von Kleinstlagen diesen Namen trug. Die Entstehung des Lagennamens ist unzweifelhaft mit dem benachbarten Kloster Eberbach verbunden. Es ist anzunehmen, dass die Zisterziensermönche der Lage den Namen zu Ehren der Heiligen Jungfrau Maria gegeben haben. Die nach Süd-Südwest geneigte Lage genießt die volle Wärme der Mittags- und Abendsonne. Der hohe Quarzitanteil im Boden speichert die Wärme des Tages und gibt sie nachts wieder an die Reben ab. Außerdem ist er ausschlaggebend für die hohe Mineralität und Frische der Weine aus dieser Lage. Die kleine Fläche der „ursprünglichen“ Jungfer liegt in einer kegelförmigen Senke und ist dadurch windgeschützt. Der Boden ist von sanddurchsetzten Braunerdablagerungen geprägt, die einen nervigen, substanzreichen und eleganten Charakter der Weine prägen.
Weingut Fürst zu Löwenstein - Riesling
Weingut Prinz - Riesling
SCHÖNHELL
Die Lage Schönhell liegt westlich von Hallgarten. Die rheinwärts geneigte, nach Süden ausgerichtete sanfte Hanglage mit 30 % Steigung, liegt zwischen 165-190 m über NN. Im Norden wird sie durch ausgedehnte Wälder mit der 580 m hohen Hallgartener Zange begrenzt und abgeschirmt. Der Name stammt aus dem frühen 14. Jahrhundert und bedeutet „Schöne Halde" oder „Schöner Abhang". Der Boden mit tiefgründigen Löß- und Lehmschichten hat eine gute Wasserspeicherkapazität und bringt daher auch in trockeneren Jahren beste Qualität.
Weingut Fürst Löwenstein - Riesling
DOOSBERG
Die Lage Doosberg umfasst einen leichten Südhang, der den östlichen Rand der Gemarkung von Oestrich bildet. Er präsentiert sich als eine in sich geschlossene, nicht von Tälern oder Bachläufen durchzogene homogene Fläche. Über diese natürliche „schiefe Ebene" geht ein ständiger Wind, der besonders im Herbst von Vorteil ist, denn er lässt die Feuchtigkeit von Nebel oder Regen abtrocknen, und die Trauben bleiben länger gesund. Das Herzstück der Lage befindet sich an einer kleinen Kuppe, durch die der Weinberg eine zusätzliche westliche Neigung erhält. Im Boden findet man humosen und teilweise etwas tonigen Lößlehm vor, der von kiesigen Ablagerungen durch-zogen wird. Durch die Hangneigung und diese Kiesbänder ist der Wasserhaushalt im Doosberg optimal.
Weingut Peter Jakob Kühn - Riesling
Weingut Wilfried Querbach - Riesling
LENCHEN
Es gibt zwei Versionen für die Herkunft des Namens Lenchen. Zum einen könnte sich der Name von einer zum Pfingstbach geneigten Berglehne ableiten, die an die Originallage des Lenchens grenzte und zum anderen werden im Oestricher Dialekt viele Worte mit „sch“ verkleinert. So ist ein kleines Lehen ein Lehenschen, woraus sich die heutige Schreibweise Lenchen entwickelt haben könnte. Die Flächen des Lenchens werden in verschiedene Filetstücke nach den früheren Kleinlagen Eiserberg, Eiserweg, Hölle, Pfaffenpfad und Rosengarten unterteilt. Die Böden des Lenchen sind meist tiefgründige, kiesige Löße, die auch in tiefgründige Lößlehme und schwere, tertiäre Mergel-böden wechseln. Das Original Lenchen, befindet sich an der nördlichen Ortsgrenze. Es ist geprägt von einem tief-gründigem Lößlehmboden, welcher mit vielen Wasseradern durchzogen ist. Diese gute Wasserversorgung gewährleistet auch in trockenen Jahren ein optimales Wachstum der Rieslingreben. Der nach Südwesten geneigte Eiserberg ist in der königlich-preußischen Gütekarte des Jahres 1867 unter der höchsten Qualitätskategorie der Lagen im Rheingau zu finden. In dieser Lage wurde nachweislich im Jahre 1920 eine Trockenbeerenauslese mit 303° Oechsle geerntet. Ein weiterer Teil des heutigen Lenchens liegt, südlich vom Rest der Lage, im Oestricher Rosengarten in unmittelbarer Nähe zum Rhein. Die Bodenstruktur des nach Süden ausgerichteten Rosengartens besteht aus tertiärem Mergelboden, gemischt mit Lößlehm. Teile des Rosengartens sind von Mauern umgeben, die das Kleinklima beeinflussen. Tagsüber speichern die Mauern die Wärme, die sie in der Nacht wieder gleichmäßig abgeben.
Weingut August Eser - Riesling
Weingut Josef Spreitzer - Lenchen Riesling
ST. NIKOLAUS
Symbol für den Ursprung des Lagennamens ist eine alte Sandsteinstatue des Heiligen Nikolaus, die am oberen Rand des aus Kirchenbesitz stammenden Weinberges steht. Nur 150 m vom Ufer des Rheins entfernt liegt dieser Weinberg an einem kleinen Südhang. Das besondere Kleinklima ist geprägt durch den an dieser Stelle sehr breiten Rhein, welcher als Wärmespeicher fungiert und die Wirkung der Sonneneinstrahlung ergänzt. Der Austrieb und die Blüte beginnen hier immer einige Tage früher und gewähren eine längere Reifezeit. An den auf reinem Löß stehenden, dicht gepflanzten und über 60-jährigen Reben wachsen wenige kleinbeerige Trauben. Deren Aromen sind sehr intensiv und es entstehen aus Ihnen sehr dichte und vielschichtige Weine.
Weingut Peter Jakob Kühn - Riesling
Weingut Lorenz Kunz - Riesling
SCHLOSS VOLLRADS
Die Lage Schloss Vollrads trägt den gleichen Namen wie das Weingut in dessen Besitz die Weinberge sind und von dem bereits im Jahr 1211 über den Verkauf von Weinen berichtet wird. Auf einer Höhe von ca. 140 m über NN oberhalb des Ortskerns von Winkel gelegen, dreht die Exposition des Weinbergshanges von Süd- bis Südwesten. Der bewaldete Taunuskamm schützt die Reben, die auf Lößlehm und Taunusquarzit wachsen, vor kalten Winden. Auch der Rhein, der bei Winkel sehr breit ist und als Wärmespeicher dient, beeinflusst das Kleinklima in der Lage.
Weingut Schloss Vollrads - Riesling
HASENSPRUNG
In unmittelbarer Nachbarschaft von Schloss Johannisberg befindet sich die Lage Winkeler Hasensprung. Abgeleitet ist der Name aus der Tierwelt. Der Hase gilt als Fruchtbarkeitssymbol, und durch das häufige Vorkommen in den Feldern gab der Hase diesem Weinberg seinen Namen. In Winkel erzählt man sich, dass die Felder in dieser Lage nur so groß waren, dass ein Hase darüber springen konnte. Der Winkeler Hasensprung ist nach Südosten ausgerichtet mit Böden in denen tiefgründige Löße dominieren, aber auch flachgründige Kies und Lößlehmböden zu finden sind.
Weingut Prinz von Hessen - Riesling
Weingut Fritz Allendorf - Riesling
JESUITENGARTEN
Der Jesuitengarten in Winkel ist mit 26 Hektar in direkter Rheinnähe zwischen Winkel und Geisenheim gelegen. Die Weinberge sind nach Süd-Südwest exponiert und leicht geneigt, wodurch ein Mikroklima entsteht, welches einen frühen Austrieb, frühe Blüte und Reife begünstigt. Der Ursprung des Namens rührt aus dem Jahre 1606, als der Mainzer Erzbischof die Kapelle St. Bartholomae, mit den dazugehörigen Weinbergen, an das Jesuitenkolleg in Mainz übergab, in dessen Besitz die Weinberge bis 1773 blieben. Im unteren Bereich des Jesuitengartens findet man Aueböden des ehemaligen Rheinufers vor, die aus sandigem Lehm mit Kies und Sandeinlagerungen bestehen. Durch diese leicht erwärmbaren Böden gehört der Jesuitengarten zu den wärmsten Weinbergslagen im Rheingau.
Weingut Fritz Allendorf - Riesling
Weingut Prinz von Hessen - Riesling
Weingüter Geheimrat J. Wegeler - Riesling
Weingut Prinz von Hessen - Riesling
KLAUS
Im Jahre 1248 wurde die Lage zum ersten Mal genannt. Die Weinberge des Klaus umschließen das ehemalige Benediktinerinnen Kloster St. Georgsklause am Fuße des Johannisberg. Der Johannisberger Klaus ist nach Süden exponiert, hat eine leichte Steigung und umfasst nur 2 Hektar. Über den Rheinterrassen findet man tiefgründige, kalkhaltige Löße, örtlich auch mit kiesigen Abschnitten. Seine geschützte Lage und die sehr warmen Böden lassen die Trauben gut gedeihen.
Weingut Prinz von Hessen - Riesling
SCHLOSS JOHANNISBERGER
Die Lage Schloß Johannisberger ist im Monopolbesitz der Weinbau-Domäne Schloß Johannisberg. Der 50. Breitengrad verläuft direkt durch den vorgelagerten Taunusquarzitfelsen, oberhalb des Rheinlaufs zwischen Oestrich-Winkel und Geisenheim gelegen. Von Norden her wird der Weinberg durch die bewaldeten Taunushöhen gegen kalte Winde geschützt, im Süden liegt der Rhein seenartig am Fuße des Berges. In absoluter Südausrichtung, mit einer Hangneigung von bis zu 45 %, ist die Einzellage auf 114 m bis 182 m ansteigend über NN gelegen. Im östlichen Berg strahlt die Morgensonne ein, während im zentralen und südwestlichen Bereich unserer Rebfläche die intensivste Sonneneinstrahlung messbar ist. Mit rund 1.700 Sonnenstungen im Jahresmittel, weist der Schloss Johannisberger die höchste Energiezufuhr im Rheingau auf. Die Bodenformation aus reinem Taunusquarzit mit Auflagen von mittel- bis tiefgründigen Löss-Lehmen speichert Wärme und Wasser in besonders hohem Maße. Bereits im Jahre 1143 wurde der Weinberg als „monte sancti Johannis“ in alten Aufzeichnungen erwähnt, nachdem die benediktinische Abtei auf der Anhöhe zu Ehren Johannes dem Täufer geweiht wurde. Seit 1720 wird hier ausschließlich Riesling angebaut und somit gilt der Johannisberger als weltweit erster geschlossener Weinberg, der mit dieser edlen Rebsorte bestockt ist. Schon im Jahre 1870 wurden die Weine in England bereits mit dem Aufruck „first growth“ verkauft.
Domäne Schloss Johannisberg - Riesling
HÖLLE
Die Lage Johannisberger Hölle wurde bereits vor 1180 erwähnt als „helda in monti sanctis Johannis", wobei helda für Halde stand. Der nach Süd-Südwest exponierte Hang, liegt oberhalb der Gemeinde Johannisberg. Er liegt auf 150 m über NN und hat eine Steigung von 8-30 %. Über dem Taunusquarzit findet man in der Bodenstruktur der Hölle mittel- bis tiefgründige Löße und Lößlehm.
Weingut Johannishof - Riesling
KLÄUSERWEG
Der Weinberg liegt westlich des bekannten Johannisberger Schlossberges. Auf dieser lang gestreckten reinen Südlage wachsen die Reben auf tiefgründigem Lößlehm und Mergelböden. Durch den Taunus ist die Lage vor kalten Nordwinden geschützt. Die Lage wurde bereits 1292 als „Via Clusen“ und Anfang des 14. Jahrhundert als „Cluserweg“ erwähnt. Die Klause am Fuße von Schloss Johannisberg, war ein kleines Benediktinerinnenstift, das 1452, wie ein Gerücht sagt, wegen Unsittlichkeit der Damen, wieder aufgehoben wurde. Das heute noch bewohnte Hofgut mit Renaissancebau und spätgotischer Kapelle in der Lage Klaus erinnert an die klösterliche Zeit.
Weingut Alexander Freimuth - Riesling
KIRCHENPFAD
Durch die Lage Kirchenpfad verlief einmal ein Weg zur Pfarrkirche des Rüdesheimer Ortsteils Eibingen. Diese befindet sich im Osten von Rüdesheim auf halber Höhe des Berges. Eibingen liegt oberhalb von Rüdesheim. Beide Gemeinden sind seit der Eingemeindung im Jahr 1935 nahtlos miteinander verbunden. Die Reben stehen zwischen der Abtei St. Hildegard und dem Weinort Eibingen. Benannt wurde die Lage nach dem 1904 wiederbegründeten Benediktinerinnenkloster, das in dieser Lage umschlossen wird. Vom Weinberg öffnet sich ein großer Blick auf das Rheinthal und den Ortskern von Rüdesheim. Im Hintergrund erstreckt sich das rheinhessische Bingen und die Flussmündung der Nahe. Tiefgründige Quarzit- und Lößböden mit guter Feuchtigkeit liefern hervorragende Rahmenbedingungen für das Wachstum der Reben.
Weingut Friedrich Fendel - Riesling
KLOSTERLAY
Der Weinberg liegt um das alte, von St. Hildegard gegründete und 1824 säkularisierte Benediktinerinnenkloster, der heutigen Pfarrkirche von Eibingen, oberhalb von Rüdesheim. Der Begriff Lay steht für Fels. Dieser war nicht nur im Weinbau bekannt: Man benutzte diese Art des Schiefers auch zum Dachdecken. Die Böden bestehen überwiegend aus tiefgründigen, kalkhaltigen Lößböden. An einigen Stellen lassen sich Inseln aus mittel-tiefgründigem Taunusquarzit finden. Die Flächen befinden sich auf der zweiten Ebene des Mainzer Beckens, das durch eine natür-liche Faltung des Gebirges entstanden ist. Durch die Ortsnähe kann man von einem sehr gut geschützten und aus-geglichenen Kleinklima sprechen. Die Abstrahlwärme der Ortslage unterstützt dieses zusätzlich.
Weingut Friedrich Fendel - Riesling
BISCHOFSBERG
Im Jahre 1074 verfügte Erzbischof Siegfried von Mainz die Urbarmachung dieses Teiles des Rüdesheimer „Oberfeldes“. Gegen eine geringe jährliche Naturalabgabe, die deutlich unter dem üblichen Zehnten des Ertrages lag, wurde die Fläche mit Grenzsteinen parzelliert und den Rüdesheimer „Untertanen“ zum Anbau von Weinbergen überlassen. Zu Ehre und zum Andenken an diese mittelalterliche, steuerliche Investitionsförderung trägt die Lage noch heute den Namen Bischofsberg. Die Lage ist die westlichste Rheingauer Lage mit Sedimentböden. Danach bricht der Rhein eine Schneise durch das rheinische Mittelgebirge und lässt an seinen Flanken in Rüdesheim die Urgesteinsböden zurück. Die so genannten Wisperwinde, diese ziehen am Morgen über den Bischofsberg in Ost-West-Richtung, bedingen, dass hier der Dunst der Morgenstunden, nicht wie im Rest des Rheingaus, stehen bleibt. Die Reben haben dadurch eine nicht so hohe Feuchte und trocknen schneller ab. Von Norden sind sie durch den Niederwald vor kalten Winden geschützt. Die tiefgründigen Böden verfügen über eine gute Wasserhaltefähigkeit.
Weingut Alexander Freimuth - Riesling
BERG ROTTLAND
Beim Berg Rottland handelt sich um eine Steillage mit einer Hangneigung von 33 % am westlichen Ortsrand von Rüdesheim, nahe dem Binger Loch. Der Name leitet sich ab von „reuten, rotten, roden", worunter man die Urbar-machung für weinbauliche Nutzung verstand. Er ist wohl unmittelbar zurückzuführen auf eine in den Jahren von 1031-1051 vom Mainzer Erzbischof gemachte Schenkung an die Rüdesheimer und Eibinger Winzer, mit der er ihnen Brachland für die Rodung überließ. Die Bodenzusammensetzung im Berg Rottland wechselt und ist sehr steinig mit Anteilen von Schiefer, Quarzit und Kies, die zum Teil leicht mit Löß abgedeckt sind. Bedingt durch das optimale Kleinklima mit hohen Licht- und Strahlungsmengen gelangen die Trauben im Berg Rottland zu großer Reife.
Weingut Johannishof - Riesling
Weingut Dr. Nägler - Riesling
Weingut Balthasar Ress - Riesling
Domänenweingut Schloss Schönborn - Riesling
BERG ROSENECK
Der Rüdesheimer Berg Roseneck ist eingebettet zwischen den Lagen Berg Schlossberg und Drachenstein. Der Name Roseneck beschreibt die Wildrosenhecken, die hier vielfach auf den Felsvorsprüngen anzutreffen sind. Die Lage gliedert sich in einen östlichen und einen westlichen Teil. Im westlichen Bereich befindet sich ein schluchtenartiger Einschnitt mit den steilsten Weinbergen. Der Boden hier ist an den meisten Stellen mittel-tiefgründig mit extrem steinigen Abschnitten. Weiter in östlicher Richtung läuft der Bereich eher flach aus und wird im Osten durch einen Felsvorsprung begrenzt. Hier findet man tiefgründige Lößlehmböden. Über seine komplette Größe ist der Berg Roseneck, mit einer Steigung von 33 %, nach Süden ausgerichtet.
Weingut Fritz Allendorf - Riesling
Weingut Friedrich Fendel - Riesling
Weingut August Kesseler - Riesling
BERG SCHLOSSBERG
HR2 Radiobeitrag
Der Rüdesheimer Berg Schlossberg ist mit 70 % Steigung die steilste Weinbergslage im Rheingau. Seinen Namen verdankt diese Lage der Ehrenfelser Schlossruine. Gerade die Weinberge des Rüdesheimer Berges, insbesondere aus dem geschützten Berg Schlossberg, genießen eine intensive Sonneneinstrahlung. Schiefer und Taunusquarzit speichern tagsüber Wärme, die sie nachts an die Reben wieder abgeben.
Weingut Friedrich Fendel - Riesling
Hessische Staatsweingüter Kloster Eberbach - Riesling
Weingut August Kesseler - Riesling
Weingut Balthasar Ress - Riesling
Weingüter Geheimrat J. Wegeler - Riesling
Weingut Schloss Schönborn - Riesling
PFAFFENWIES
Zwischen Assmannshausen und Lorch, dem Rhein zugeneigt, zieht sich die Lage von der Bahnlinie aufwärts, erst etwas flacher, dann steil in die Höhe. Der Lagenname wurde erstmals 1211 als „pafenwies“ und 1235 als „pfaffenwissen“ erwähnt. Benannt wurde sie nach Pfarrer Dydo, dem Sohn des Ritters Nikolaus von Scharfenstein, der auch „Pfaffe“ genannt wurde. Die Lage profitiert von der ausgleichenden Kraft des Rheines mit dem Treibhauseffekt seiner feuchten Wärme. Sie besteht aus flachgründigen, steinig-grusigen Hunsrückschiefer- und Taunusquarzitböden mit tiefgründigen Lößen in den Unterhängen.
Weingut Graf von Kanitz - Riesling, Spätburgunder
KRONE
Die ersten Erwähnungen über diese Lage erschienen 1339, 1449 und 1458 unter der Bezeichnung "an den cronen". Wahrscheinlich ist der Name von einem alten Hausnamen in Lorch abgeleitet, möglich wäre aber auch die Ableitung von einer überragenden Baumkrone oder einem Felsen. Die Lage ist mit einer Steigung von 30-50 % nach Südwesten geneigt und liegt auf einer Höhe von 58 m über NN. Der über den Weinbergen ansteigende Wald des Rheingaugebirges schirmt die Reben vor Kaltluft ab. Gleichzeitig sorgt der in unmittelbarer Nähe gelegene Rhein für ein wärmendes und ausgeglichenes Kleinklima. Der Boden besteht aus mittel- bis tiefgründigen Schiefer- und Quarzitböden (Hunsrückschiefer, Taunusquarzit).
Weingut Graf von Kanitz - Riesling
KAPELLENBERG
Wo der Rheingau noch zu spüren, der Mittelrhein schon zu ahnen ist – in dieser Postkartenidylle liegt die Lage Lorcher Kapellenberg der alten Weinbaugemeinde Lorch. 1480 fand der Kapellenberg als „hinter der Capelle" seine erste Erwähnung. Der Name stammt von der 1364 erwähnten, inzwischen untergegangenen St. Markus Kapelle. Eine Tafel in der Lorcher Rheinstraße hält die Erinnerung an die „capellen zu sente Marx in dem capellhoffe zu Lorche" wach. Die Lage Kapellenberg ist ein Südhang entlang des Rheins zwischen Assmannshausen und Lorch, von dessen als Erste-Gewächs-Lage ausgewiesenem Filetstück knapp 3,5 Hektar im Besitz des Weinguts Graf von Kanitz sind. Die Bodenstruktur ist mittel- bis tiefgründig und besteht im Unterboden aus lößhaltigen Schieferverwitterungen.
Weingut Graf von Kanitz - Riesling, Spätburgunder
SCHLOSSBERG
Beschreibung folgt....
Weingut August Kesseler - Riesling