Geschichte der alten Traubensorten


Von Marcel Aeberhard

Neues Buch über alte Trauben
Der Autor ist Schweizer und befaßt sich seit vielen Jahren mit den Reben- und Traubensorten. Diese Wissenschaft nennt sich Ampelographie, und unter den Weinbüchern wird dieser Zweig immer wichtiger und bedeutender. Die Zahl der Rebsorten- und Traubenbücher nimmt stetig zu: Gerade ist wieder eines über Riesling – das dritte in vier Jahren – erschienen.
Aeberhard hat jedoch den Weg in die Vergangenheit beschritten und beschreibt die alten Sorten: woher sie kamen und welche Verwandtschaften bestehen. So ist zum Beispiel die Sorte Heunisch eine der wichtigsten für viele andere, später entstandenen Trauben. Übrigens sagte man früher mehr Traubensorten statt, wie heute, Rebsorten.
Aeberhard hat viele gesammelt und beschrieben. Das Buch enthält auch etliche Abbildungen, darunter einige aus der im heute slowenischen Maribor gefundenen Ampelographie. Die Untersteiermark gehörte einst zu Österreich und das damalige Marbug war eines der Zentren der Rebsortenkunde.
Das Buch ist das erste, das sich auf DNA-Analysen bezieht, die unter anderem nachgewiesen haben, dass der Müller-Thurgau keine Züchtung aus Riesling und Silvaner ist, sondern neben dem Riesling eine Gutedel-Variante enthält. So sind jetzt die Schweizer gezwungen, auf ihren lieb gewordenen Namen Riesling-Sylvaner zu verzichten und Müller-Thurgau zu verwenden. Die zweite neuere Bezeichnung Rivaner ist damit historisch auch falsch, darf aber weiterverwendet werden, da sie ein neues Wort ist, wenn auch kreiert.
Wer weiß schon, dass es neben dem Blaufränkisch auch andere „fränkische“ Sorten gibt? Grünfränkisch für den Silvaner und Rotfränkisch für den Traminer. Kann man alles bei Aeberhard nachlesen. Spannende Informationen sind also garantiert.

Eine Inhaltsübersicht finden Sie unter: http://www.ost-wein-buch.de/index.php?option=com_virtuemart&page=shop.view_images&flypage=shop.flypage&product_id=133&category_id=37&Itemid=26

Erschienen im Aarcadia-Verlag, Solothurn2005 Gebunden: 280 Seiten mit 10 FrabtafelnFormat: 14 x21,5 vmISBN-13: 978-3-908579-04-5 |€ 35.- (D) / SFR 48.- (CH)

 

Buchbestellungen ausschließlich über das Ost-Wein-Büro, DE-55218 Ingelheim, Salierstraße 31, Fon+Fax 06132 40214; Web: www.Weinbuch-Versand.de, E-Mail: info@o-w-b.de

Der Autor


Reben vor dem Aussterben bewahrt - Die Verdienste des Berner Rebenforschers Marcel Aeberhard
Die Geschichte hört sich verblüffend an: Seit seiner Jugendzeit ist der Berner Anwalt Marcel Aeberhard einem ungewöhnlichen Hobby verfallen. Er sammelt seit Jahrzehnten alte und seltene Traubensorten und bewahrt sie gleichzeitig vor dem Aussterben. Um an die vergessenen Pflanzen heranzukommen, scheute er keine Mühen und bereiste alle wichtigen Weinanbaugebiete Mitteleuropas, besuchte die bedeutendsten Sammlungen und durchforschte die reiche ampelographische Literatur vergangener Zeiten.
In seinem kleinen Rebberg vor den Toren der Stadt Bern hegte und pflegte er teilweise bis zu 300 verschiedene Traubensorten. Und nicht selten fanden und finden sich in seiner Sammlung letzte weltweit noch existierende Exemplare. Abkömmlinge davon werden heute weit herum in Rebgütern wieder kultiviert, aber auch in Forschungsanstalten wissenschaftlich – etwa durch Genanalysen – untersucht und für weiteren Anbau bereit gestellt.
Bedeutend sind die ampelogrtaphischen Arbeiten des Autors Aeberhard. In akribischer Weise legte er eine Dokumentation an, die bis heute auf 40 Bände mit rund 800 Sorten angewachsen ist. Es gibt zwar eine Geschichte des Weins, des Weinbaus und der Ampelographie, eine Geschichte der Traubensorten fehlt jedoch bis dahin.
Mit dem neuesten Werk, das seinn umfangreiches Wissen zusammenfaßt, schließt er nun eine Lücke in der Weltliteratur.
Marcel Aeberhard, der seit vielen Jahren Mitglied der deutschen Gesellschaft für Geschichte des Weines ist, gilt in seinem Fach als grosser Kenner. Dass er von der station fédérale viticulture et d’oenologie de Changins in die Schweizerische Kommission für die Erhaltung von Kulturpflanzen SKEK berufen wurde, weist auf seine Kompetenz hin. Auch Aktivitäten der Vereinigung Pro specie Rara in Sachen Reben gehen auf seinen Anstoss zurück.
Die „Geschichte der alten Traubensorten“ ist eine Bereicherung für Wissenschaftler und Freunde der Weinkultur Mitteleuropas.