VDP.Traubenadler Sommelier

Bereits zum zweiten Mal suchten die VDP.Prädikatsweingüter und das Magazin meiningers sommelier den „VDP.Traubenadler Sommelier 2016“. Deutschlands Sommeliers waren aufgerufen, sich mit ihrer Weinkarte zu bewerben – in diesem Jahr unter der Fragestellung: Wer setzt auf seiner Weinkarte das Thema Lagen und Herkunftsklassifikation der VDP.Prädikatsweingüter am besten um.

Die Verleihung der Auszeichnung fand während der Eröffnungsfeier der 43.VDP.Weinbörse in Mainz statt. Steffen Christmann, VDP.Präsident, und Sascha Speicher, Chefredakteur des meinigers sommelier, zeichneten die Preisträger im Rahmen der großen Eröffnung aus.

 

Die Preisträger 2016


Platz 1 des VDP.Traubenadler Sommelier 2016 ging an Antonio Askitis | D'Vine Düsseldorf

Am besten umgesetzt hat das Thema nach Ansicht der Jury Toni Askitis. „Es macht einfach Spaß, mit den verschiedenen Lagen zu spielen und den Gast mit den Unterschieden zu begeistern. Die Weine haben Identität, zeigen Herkunft, und zwar auch nach langer Reifung“, sagt der Sommelier und Inhaber des D‘Vine. Und wer bei ihm gegessen hat, weiß, dass er es ernst meint. Auf keiner anderen Karte wurde versucht, so detailliert und korrekt die Klassifikation umzusetzen und richtig zu deklarieren. VDP.Große Lage, GG, VDP.Erste Lage, bis hin zum Logo der 1 mit Traube. Dazu bei vielen Weingütern die gesamte Pyramide vom Gutswein, über den Ortswein, zum Teil auch Erste Lage bis zum Großen Gewächs.


Platz 2 des VDP.Traubenadler Sommelier 2016 ging an Christoph Geyler | Weinbar Rutz Berlin

Den zweiten Platz belegte Christoph Geyler mit der Weinkarte des Rutz. Geyler, der erst seit 2014 der verantwortliche Sommelier des Rutz ist, wies ganz fair darauf hin, dass diese Karte das Ergebnis von 15 Jahren Arbeit ist. Im wichtigsten Punkt setzt er die Tradition seiner Vorgänger fort: „Passion und Liebe ist vor allem der deutsche Riesling. Und keine andere Sorte kann in ihrer Vielseitigkeit die Lage so widerspiegeln.“ Womit wir beim Thema wären. Die Stärke der Karte liegt ganz klar in der Breite und Tiefe des Angebots an Großen Gewächsen und mehr oder weniger restsüßen Weinen aus Großen Lagen, die in einigen Fällen auch näher und vor allem sehr anschaulich erklärt werden. Vielfalt der Lagen, Jahrgangstiefe, bis hin zu raren Versteigerungsweinen, hier ist das Rutz definitiv unschlagbar. Weniger ausgeprägt ist die Umsetzung der Hierarchie mit allen vier Stufen inklusive VDP.Guts- und Ortsweinen und VDP.Ersten Lagen. Auch wenn punktuell immer wieder ein Guts- oder Ortswein der offerierten Weingüter angeboten wird, spielen doch die Großen Lagen die Hauptrolle.


Platz 3 des VDP.Traubenadler Sommelier 2016 ging an Philipp Oltersdorf | Hotel Deimann Schmallenberg

Der dritte Platz ging an Philipp Oltersdorf vom Hotel Deimann in Schmallenberg. Das liegt mitten im Sauerland, also nicht gerade im pulsierenden Zentrum der deutschen Weinkultur. Und so ist der Ansatz von Philipp Oltersdorf wohl alternativlos: „Viele Gäste kennen die Klassifizierung des VDP noch gar nicht bzw. beschäftigen sich nicht damit. Ich empfehle den Hausgästen gerne

am ersten Tag einen VDP.Gutswein. Am zweiten Tag steigern wir uns qualitativ bis zum VDP.Großen Gewächs." Die Karte spiegelt genau diesen Ansatz wider. Uns überzeugte besonders die gute Mischung aus Guts- und Ortsweinen, einigen Ersten Lagen und Großen Gewächsen oder restsüßen Weinen aus Großen Lagen. Die gesamte Klaviatur, ansatzweise auch mit einer gewissen Jahrgangstiefe. Kleiner Kritikpunkt ist, dass die Stufen VDP.Ortswein, VDP.Erste Lage und VDP.Große Lage nicht korrekt in der Weinkarte bezeichnet werden. Dennoch eine wirklich überzeugende Karte und angesichts der namhaften Konkurrenz ein vielleicht etwas überraschender, aber nach Ansicht der Jury absolut verdienter Dritter Platz.

 

Die Preisträger 2015

 

Platz 1 des VDP.Traubenadler Sommelier 2015 ging an Florian Richter | Kronenschlösschen Hattenheim

Die Begründung: „Er hat einen großen Vorteil vor vielen ebenso engagierten Sommelier-Kollegen: Er ist Herr über sage und schreibe vier Weinkeller. und kann stets aus dem Vollen schöpfen. Gereifte Spitzenweine werden systematisch in die Weinbegleitung eingebaut. Auch im offenen Ausschank ist die Hälfte der Weine gereift. Dazu kommen regelmäßig Raritäten-, Lagen- oder Winzerdinners, bei denen die Schatzkammer geplündert wird. Die Jahrgangstiefe reicht bei einigen trockenen bis halbtrockenen Weinen bis in die 50er oder 60er Jahre zurück. Ganz zu schweigen von der Auswahl der edelsüßen Weine. Viele dieser Weine sind zudem sehr moderat kalkuliert, sodass der Gast sich voll und ganz der Faszination gereifter deutscher Weine hingeben kann. Ein verdienter Traubenadler Sommelier 2015!“

 

Platz 2 des VDP.Traubenadler Sommelier 2015 teilen sich zwei Sommeliers
Marie-Helen Krebs | Schloss Elmau
Christian Wilhelm | Restaurant Falco in Leipzig

Das Faible von Sommelière, Marie-Helen Krebs |Schloss Elmau für gereifte deutsche Spitzenweine ist groß. „Und wer im Luce d’Oro auf Schloss Elmau gegessen hat, weiß, wie gekonnt sie es versteht, bei der Weinbegleitung mit Reife zu spielen. Zehnjährige Weine in der Weinbegleitung sind eher die Regel als die Ausnahme. Bei ihr gibt es von einem oder mehreren Weinen aus Rheinhessen, der Pfalz, Mosel, Nahe, Rheingau, Baden und Württemberg mindestens fünf verschiedene Jahrgänge. Und 2013er oder gar 2014er suchen die Gäste bei den Weinen aus Ersten und Grossen Lagen bislang vergebens, “ lautete die Begründung der Jury.

Ebenfalls auf dem zweiten Platz landete Christian Wilhelm | Restaurant Falco in Leipzig. Auch er setzt auf die Weinbegleitung, um seine Gäste an die Aromenwelt gereifter Weine heranzuführen. In seiner Bewerbung hatte der Sommelier gleich einen Appell eingebaut, um diese Faszination zukünftig noch mehr Gästen näher zu bringen: Hotels müssten ihrem Sommelier mehr Spielraum im Keller geben, Händler müssten sich trauen, bewusst reife Weine anzubieten und die Winzer manch großen Wein etwas länger zurückhalten und die eine oder andere Charge später auf den Markt bringen.

 

Der Sonderpreis ging an Lothar Schrempp | Weinhaus Kinkel-Stuben, Bonn

Sein beeindruckendes Kompendium gereifter Weine verteilt sich auf mehrere Anbaugebiete und die Präsentation seiner Raritätenliste, welche nach Jahrgängen gegliedert ist, zieht den Gast immer weiter in die Jahrgangstiefe hinein. Selbst die Nachkriegsjahre sind fast lückenlos besetzt -selbst kleine Jahrgänge inklusive. Urteil der Jury: Einen Besuch wert!