Warum eine Klassifikation?

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Seminarbroschüre zur VDP.Klassifikation

Einen ausführlichen Einblick in die VDP.Klassifikation gewährt die Seminarbroschüre. Diese ist in Deutsch und Englisch erhältlich und kann kostenfrei über die VDP.Geschäftsstelle bestellt werden.

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Flyer zur VDP.Klassifikation
Der Flyer bietet einen schnellen Überblick über die VDP.Klassifikation. Den Flyer können Sie über unseren Shop kostenfrei bestellen. Weitere Sprachen finden Sie ebenfalls online zum Download

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Frühling an der Mosel (c)Weingut Heymann-Löwenstein

Ausgangspunkt für die Überlegungen zu einer VDP internen Klassifikation waren Fehlentwicklungen, die durch das Weingesetz von 1971 eingeleitet wurden. Sie hatten zur Folge, dass man gute Weine nur noch schwer von schlechten Weinen differenzieren konnte. Die entscheidenden Schwächen dieses Gesetzes waren:

1. Lagennamen hatten ihre Wertigkeit verloren

1971 wurden alle Weinbergsflächen in Deutschland als Qualitätsflächen definiert. Tausende von Lagen wurden zusammengefasst. Der jeweils bekannteste Lagennamen wurde für die zusammengelegten Flächen – ohne Rücksicht auf die unterschiedliche Qualität der Lagenteile – verwandt. So wurden Großlagen geschaffen, deren Bezeichnungen mit Einzellagennamen verwechselbar sind, und die oft über mehrere Ortschaften hinweg zahlreiche Lagen zusammenfassen.

 

2. Die traditionellen Qualitätsbezeichnungen hatten ihre Qualitätsaussage verloren

Die Weinmengen, die unter Prädikatsbezeichnungen vermarktet werden konnten, wurden inflationiert, weil nur der Zuckergehalt im Traubensaft über die Qualitätseinstufung entschied.

3. Die Qualitätsbegriffe wurden nicht mit Geschmackstypizitäten verknüpft

Neue technische Möglichkeiten in der Weinbereitung begünstigten die Erzeugung restsüßer Weine (z.B. durch Süßreserve), die vormals nur „natürlich“ entstanden. Hochwertige, trockene Weine gab es kaum noch. Die traditionellen Begriffe wie zum Beispiel „Spätlese“ wurden für eine Vielzahl von Geschmacksrichtungen verwendet.


Seit 1984 gibt es innerhalb der Prädikatsweingüter eine interne Klassifikationsbewegung als Antwort auf die vorgenannten Fehlentwicklungen. Seit 2001 entwickeln die Prädikatsweingüter schrittweise und im Austausch mit Kunden, dem Markt sowie der weingeneigten Öffentlichkeit ihr privatrechtliches Klassifikationsmodell fort. Natürlich war eine optimale Lösung als Antwort auf die Fehlentwicklungen von drei Jahrzehnten nicht in einem Schritt möglich.

Aber nach vielen Jahren der Diskussion und des Austausches wurde in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Januar 2012 in Neustadt an der Weinstraße die ­neue Klassifikation einstimmig verabschiedet.