Die Chronologie der VDP.KLASSIFIKATION

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Seminarbroschüre zur VDP.Klassifikation

Einen ausführlichen Einblick in die VDP.Klassifikation gewährt die Seminarbroschüre. Diese ist in Deutsch und Englisch erhältlich und kann kostenfrei über die VDP.Geschäftsstelle bestellt werden.

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Flyer zur VDP.Klassifikation
Der Flyer bietet einen schnellen Überblick über die VDP.Klassifikation. Den Flyer können Sie über unseren Shop kostenfrei bestellen. Weitere Sprachen finden Sie ebenfalls online zum Download

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Die Anfänge in den 80er Jahren

Schon in den 80er Jahren trieb den VDP die Frage um, wie man den Qualitätsanspruch eines Weins von der damals geltenden Öchsle-Regel loslösen kann. Die Weine wurden entsprechend ihres Zuckergehaltes in verschiedene Qualitätsstufen eingeteilt. Dies war den VDP-Winzern zu wenig und vor allem zu ungenau. Ein solches Schema vernachlässigt die natürliche Herkunft eines Weins: die Lage, den Boden und das Mikroklima des Umfeldes, in dem die Rebe wächst.

Zudem änderte sich das Konsumverhalten der Weintrinker um diese Zeit. Die Nachfrage nach durchgegorenen, trockenen Weinen stieg. Auch in der Presse wurden Stimmen laut, konsequenteren Qualitätsweinbau in deutschen Winzerkreisen umzusetzen.

1984

Im Rheingau wird die Charta-Vereinigung gegründet. Ab 1987 nimmt sie die Tradition der Dahlenschen Karte von 1885 wieder auf und klassifiziert für ihre Mitglieder Spitzenlagen des Rheingaus als „von alters her als beste Flächen bekannte Lagen“. Aus diesen Lagen können die Mitglieder nach festgelegten Erzeugungsrichtlinien Weine vinifizieren, die die Bezeichnung „Erstes Gewächs“ nach den Richtlinien der Charta tragen.

1992-1998

In der Pfalz und in Rheinhessen bilden sich Klassifizierungsinitiativen.


Die ersten Rieslinge aus der Pfalz werden mit definierten Lagen auf dem Etikett ausgezeichnet.

April 1993

Das Straßburger Manifest wird anlässlich des Gipfeltreffens europäischer Spitzenweingüter von der Union des Grands Crus de Bordeaux und dem VDP verkündet. Ein kleiner Auszug aus der Satzung: „Wir fordern eine Regelung für jede europäische Weinbauregion, auf das Bezeichnungsrecht ihrer Weine Einfluss zu nehmen. Eine Regelung, die die Sicherung bzw. Einführung von regionalen Ursprungsbezeichnungen und Klassifizierungen ermöglicht. Eine Gesetzgebung, die auf die Bedürfnisse der traditionellen Weinbauregionen Rücksicht nimmt, insbesondere Respekt vor den unterschiedlichen weinbaulichen Bedingungen und Traditionen Europas. Ungleiches muss ungleich behandelt werden. Notwendig sind faire Bedingungen für alle Erzeuger, die sich der Qualität und Weinkultur in besonderem Maße verpflichtet sehen.“

1994

Auf der VDP-Mitgliederversammlung in Schloss Reinhartshausen beschließen die VDP.Mitglieder in freiwilliger Selbstbeschränkung, Großlagenbezeichnungen nicht mehr für VDP.Weine zu verwenden.

Juli 1996

In Speyer wird im VDP.Manifest beschlossen, dass deutsche Weinkulturerbe für die Zukunft zu sichern. Die Mitglieder appellieren an den Gesetzgeber eine offizielle Lagenklassifikation im Deutschen Weinbau einzuführen.

1997

Die vier Pfälzer VDP.Weingüter Dr. Bürklin-Wolf, A. Christmann, Koehler-Ruprecht und Georg Mosbacher veröffentlichen eine gemeinsame "Erklärung zur Lage", in der sie Kriterien für die Erzeugung von trockenen Rieslingen aus besten Lagen festlegen und klare Verhältnisse für gewachsene Herkunftsbezeichnungen aus Spitzenlagen fordern.

1998

Gründung des Comité Erstes Gewächs. Weingüter der Regionen Rheingau, Rheinhessen und Pfalz schließen sich zusammen, um gemeinsam den „Erstes Gewächs“-Gedanken voranzutreiben, Kriterien zu definieren, Weine solcher Art zu erzeugen und in der Öffentlichkeit bekannt zu machen.


Juli 1998

In Bacharach werden einheitliche Klassifikationsgrundsätze für klassifizierte Gewächse deutscher Herkunft beschlossen. Die Klassifikation von Herkünften, Gewächsen oder Gütern, je nach regionalen Gegeben- und Besonderheiten, wird zum erklärten Ziel der VDP.Weingüter. Sie soll langfristig wiedererkennbare Weine höchster Qualität mit einer festen Weinprogrammatik als international vergleichbare „Grand Crus" schaffen. Weine, die durch Herkunft, Rebsorte und Geschmacksbild ein klares, hochklassiges Profil haben.

Kriterien für die Erzeugung klassifizierter Gewächse sind:

  • Die Herkunft beschränkt sich auf klassifizierte Rebflächen.
  • Bei den Rebsorten kommen nur die traditionellen in Frage wie Riesling und Burgunderarten.
  • Ein maximaler Ertrag ist festzulegen - weit unterhalb der ohnehin niedrigen VDP.Höchsterträge.
  • Die Handlese ist obligatorisch und der Freigabe der Spitzenweine sollen strenge Verkostungen vorausgehen.
  • Diese Mindestanforderungen gelten zusätzlich zu den allgemeinen 30 Kriterien der VDP.Mitgliedschaft.


Juli 1998

Am 30. Juli 1998 beschließt der VDP.Pfalz auf seiner Mitgliederversammlung die Einführung des 1. Gewächses der Pfalz für die Rebsorten Riesling, Weiß- und Spätburgunder und eine damit verbundene Klassifikation, die über eine reine Lagenklassifikation hinausgeht. Allein aus "einer Lage herausgeborene Qualität" soll es nicht geben, vielmehr gehen Weinqualität und besondere Lagen Hand in Hand.

Frühjahr 1999

Im Rheingau wird die Gütekarte der Rheingauer Lagen präsentiert und die Gütezeichenverordnung „Erstes Gewächs“ verabschiedet. Mit dem Jahrgang 1999 gibt es also erstmals Weine, die den Begriff „Erstes Gewächs“ auf dem Etikett verwenden dürfen.


Juli 2001

In Castell verabschiedet der VDP eine verbandsinterne Klassifikation. Die VDP.Mitgliederversammlung einigt sich auf ein Drei-Stufen-Modell, eine Kombination der besten Teile der Bordeaux- und Burgund-Klassifizierungen:

  • In der dritten Stufe der Qualitätspyramide sind die VDP.GUTS- und ORTSWEINE angesiedelt.
  • Die zweite Stufe der Qualitätspyramide stellen die „Klassifizierten Lagenweine“ dar. Zukünftig verwenden VDP.Güter nur noch Lagennamen, deren Weine eine besondere Lagen- bzw. Herkunfts-Charakteristik aufweisen. Jeder Regionalverein klassifiziert diese Lagen privatrechtlich in Eigenverantwortung. Die Weine müssen zusätzliche, qualitative Kriterien erfüllen.
  • In der Ersten und höchsten Stufe der Qualitätspyramide finden sich die „VDP.GROSSEN GEWÄCHSE®“. Für diese Qualitätsspitze werden die Lagen parzellenscharf abgegrenzt und es gelten erneut strengere Erzeugungskriterien.


Auch in Zukunft bestimmen freiwillige Selbstbeschränkung, handwerkliches Können und das Streben nach Klasse statt Masse unser Handeln und das Qualitätsstreben der Spitzenweingüter.

Mitgliederversammlung 2001 - Die Abstimmung (c) VDP

Juni 2002

In Oestringen erreicht die VDP.Mitgliederversammlung einen historischen Durchbruch beim Klassifikationsstatut für „VDP.GROSSES GEWÄCHS®“. Die Prädikatsweingüter aller Weinregionen Deutschlands einigen sich dabei auf einheitliche Erzeugungsrichtlinien.

Nach intensivem Meinungsaustausch werden die Ausführungsbestimmungen für ein überregional gültiges, strenges und einheitliches Qualitätsregelwerk verabschiedet. Kernpunkt ist die Festlegung von „VDP.GROSSES GEWÄCHS®“ als trockener Wein. Die edelsüßen Weine sind dem „VDP.GROSSES GEWÄCHS®“ gleichgestellt.

Die Kennzeichnung erfolgt durch ein gemeinsames Logo - geprägt auf der Flasche oder hinter dem Lagennamen hochgestellt, sowie durch die Nennung der Prädikate bei den edelsüßen Gewächsen.

Noch im gleichen Jahr schließen die Mitglieder in der Pfalz die Abgrenzung ihrer Lagen ab und präsentieren bei der Premiere der VDP.GROSSEN GEWÄCHSE® in Berlin den ersten Jahrgang „VDP.GROSSES GEWÄCHS®“.


Juni 2006

Die Mitgliederversammlung der Prädikatsweingüter beschließt eine Agenda 2015 für die Spitze der VDP.Klassifikation.

  • „VDP.ERSTE LAGE®“ heißt der einheitliche Oberbegriff in allen Anbaugebieten für alle Weine der obersten Kategorie: Das Logo „Eins mit Traube“ kennzeichnet diese Weine auf dem Etikett und/oder auf der Flasche eingeprägt.
  • Alle Weine, die als „VDP.ERSTE LAGE®“ bezeichnet werden, werden nach gleichen terroirorientierten, strengen Kriterien vinifiziert.
  • Die trockenen „VDP.ERSTE LAGE®“ Weine werden als „VDP.GROSSES GEWÄCHS®“ bezeichnet. Ab Jahrgang 2006 sind diese Weine gesetzlich trocken, das heißt max. 9 g/ltr. Restzucker.
  • Die fruchtsüßen „VDP.ERSTE LAGE®“-Weine werden mit den Prädikaten im traditionellen Sinn gekennzeichnet, z.B. „Spätlesen“, „Auslesen“ bis hin zur „Trockenbeerenauslese“. Jede Region definiert für jeden einzelnen Weinberg, welche Geschmackstypen – ggf. auch mehrere - das Terroir optimal interpretieren.
  • Lagen, die zur obersten Kategorie zählen, werden nicht mehr in der zweiten Klassifikationsstufe bei den Klassifizierten Lagenweinen verwendet (Lagenverbrauch)
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Januar 2012

Die außerordentliche Mitgliederversammlung der Prädikatsweingüter beschließt einstimmig die Fortentwicklung der VDP.Klassifikation hin zu einer vierstufigen Herkunftspyramide:

  • Die Herkünfte sind im VDP zukünftig definiert als
 VDP.GROSSE LAGE®,
 VDP.ERSTE LAGE®,
 VDP.ORTSWEIN und
 VDP.GUTSWEIN.
  • Die Regionen legen im ersten Schritt ihre VDP.GROSSEN LAGEN® fest, um dann bei überbetrieblicher Einigung auch optional VDP.ERSTE LAGEN® auszuweisen. Somit entscheidet jede Region über die Drei- oder Vierstufigkeit ihrer Herkünfte. Einfachere und mittlere Lagen gehen auf Regionenbeschluss in den VDP.GUTSWEINEN und VDP.ORTSWEINEN auf.
  • Ziel ist es, das Einweinprinzip bei trockenen Lagenweinen umzusetzen. Die Prädikate sind den rest- und edelsüßen Lagenweinen vorbehalten, für die jede Region Geschmackskorridore festlegt.
  • Der trockene Wein aus VDP.GROSSER LAGE® ist das VDP.GROSSE GEWÄCHS®.
  • Für die VDP.ORTSWEINE gelten die gleichen Bezeichnungsmöglichkeiten wie für die VDP.Lagenweine. VDP.GUTSWEINE können als Qualitätsweine und Prädikatsweine in allen Geschmacksrichtungen bezeichnet werden.
  • Die Regionen erarbeiten zeitnah regionale Konzepte unter Einhaltung obiger Punkte mit weitergehenden Detailregelungen.
  • Der Marktauftritt unter Maßgabe dieses Beschlusses startet mit dem Jahrgang 2012.

Mitgliederversammlung 2012 - die Abstimmung (c) VDP