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Main-Post


CASTELL: Frankens Winzer öffnen ihre Schatzkammern. Historische Silvaner-Probe in Castell mit Experten aus aller Welt


Die wohl außergewöhnlichsten Silvaner-Probe, die je stattgefunden hat, brachte in der Bibliothek des Schlosses Castell Weinexperten aus Europa, den USA und Japan zusammen. Die erste Urkunde, die den Ort am Rand des Steigerwaldes nennt, stammt aus dem Jahr 816. Genau 816 Jahre alt waren zusammengezählt die 26 Silvaner, die zur Verkostung entkorkt wurden. „Für mich ist das ein Traum, der nun wahr geworden ist“, schwärmte Ferdinand Erbgraf zu Castell-Castell, der gemeinsam mit den Prädikatsweingütern des VDP-Franken zu der besonderen Geburtstagsfeier eingeladen hatte. Der italienische Weinautor Professor Gian Luca Mazzella hatte aus den Schatzkammern der besten Winzer Frankens, Rheinhessens, der Pfalz, Südtirols und des Elsass' die „vermutlich besten Silvaner der Welt“ ausgesucht.


Ein Höhepunkt im Jubiläumsjahr
Mit der historischen Silvaner-Probe setzte das Haus Castell ein Highlight im Jubiläumsjahr „350 Jahre Silvaner in Franken“. Nicht weit vom Schloss entfernt waren 1659 Silvanerreben gepflanzt worden, die erste urkundlich belegte Pflanzung der vermutlich aus dem Donauraum stammenden Rebsorte in Franken überhaupt.


Das Jubiläum wollen die fränkischen Winzer nutzen, um dem Silvaner auch international mehr Beachtung zu verschaffen. Die versammelten Weinexperten musste da nicht erst groß überzeugt werden. Professor Mazzella, der Amerikaner David Schildtknecht aus dem Team des „Weinpapstes“ Robert Parker und die bekannte englische Weinautorin Jancis Robinson waren sich mit den Winzern einig: Der Silvaner darf nicht länger im Schatten des Rieslings stehen, sondern hat einen eigenen Spitzenplatz verdient. Man sollte den Silvaner eigenständig weiterentwickeln und den Rückgang der Anbaufläche stoppen. Dieser Forderung sind die Franken längst nachgekommen.
Raritäten geöffnet


Dass der Silvaner auch im Alter Größe zeigen kann, belegten mit außergewöhnlicher Lebendigkeit Raritäten wie der Schloss Hallburger Sylvaner aus dem Jahr 1915 aus dem Weingut Graf von Schönborn, ein Casteller Schlossberg Silvaner von 1951 des Fürstlich Castell'schen Domänenamtes, eine 40 Jahre alte Trockenbeerenauslese vom Weingut Wirsching in Iphofen und die letzte Flasche einer genau 50 Jahre alten Trockenbeerenauslese vom Würzburger Bürgerspital zum Hl. Geist. „Eine faszinierende historische Dimension“, war Jancis Robinson begeistert.

Von unserem Redaktionsmitglied Herbert Kriener, Main-Post.de (27.04.2009 18:35 Uhr )

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