Bio-Engagement: enorme Dynamik„Spitzenweine können nur im Einklang mit der Natur erzeugt werden“
Zu Recht wird der VDP oft als Motor der Bioweinerzeugung bezeichnet. Aktuell gibt es in dem traditionsreichen, bald 100-jährigen Verband 26 Prädikatsweingüter, die Ökoweinbau betreiben bzw. sich in Umstellung befinden. Diese bewirtschaften 20% der deutschen Ökoweinfläche. Ein überproportionales Engagement, wenn man bedenkt, dass bundesweit nur 4% der Rebfläche im Besitz von VDP-Gütern ist. Doch warum lassen sich so viele Spitzenweingüter auf diese aufwändige Wirtschaftsweise ein?
Steffen Christmann, Präsident der Prädikatsweingüter Deutschlands: „Für mich bedingen naturnaher Weinbau und Spitzenweinbau einander. Ein gesunder Boden ist die Voraussetzung für eine gute Versorgung der Pflanzen und eine natürliche Ausreifung der Trauben. Dadurch entstehen noch markantere und einzigartigere Weine, und das wollen wir im VDP. Ein Schritt weiter hin zum Ideal des Terroir-Weines. Deshalb entscheiden sich auch immer mehr Güter für die konsequenteste Form, den ökologischen oder gar biodynamischen Anbau. Eine weitere, wesentliche Rolle bei der Entscheidung für den Ökologischen Weinbau spielen auch die Bewahrung der einzigartigen Natur, sowie nachhaltiges Wirtschaften als Verantwortung gegenüber den nächsten Generationen.“
Schon 1990 wurde der Integrierte Pflanzenschutz (Kontrolliert umweltschonend) als Minimumstandard für die knapp 200 Prädikatsweingüter Deutschlands festgeschrieben. Seitdem haben etliche Güter ganz auf Öko-Weinbau umgestellt. Und ein Großteil der verbleibenden Güter befindet sich in einer Erfahrungs-Erprobungsphase, um den richtigen Weg für Betrieb und Weinberge herauszuarbeiten. Da wird experimentiert mit ökologischer Bodenbearbeitung, mit Humuszufuhr zur Verbesserung der Bodenstruktur und Erhöhung der Wasserspeicher-kapazität oder mit intensiver Begrünungswirtschaft. Auch beim Pflanzenschutz wird vermehrt auf die Stärkung der Rebe gesetzt, anstatt nur Schädlinge zu bekämpfen. Es ist Neuland, die ganzheitliche Betrachtung der Weinberge, aber sie dient dazu einer Artenvielfalt im Weinberg trotz Monokultur Heimat zu geben und den Grossen Weinen Deutschlands noch mehr Charakter.
HINTERGRUND
Öko-Weinbau:
Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel, leicht lösliche mineralische Düngemittel und den Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen. Pflege eines intakten Ökosystems. Stärkung der Reben, um Krankheiten vorzubeugen, Begrünung der Weinberge, um den Boden zu nähren, zu lockern und die Vielfalt der Arten (Nützlinge) zu wahren.
Biologisch-Dynamischer Weinbau:
Ganzheitliche Sicht der Rebkultur (Rudolf Steiner) Die Rebe wurzelt tief in der Erde und strebt mit ihrem Blattwerk dem Licht entgegen, verbindet so Erde und Kosmos. Schonende Bodenbearbeitung, sorgfältige Pflege der Reben, Einbeziehung kosmischer Rhythmen sowie die biologisch-dynamischen Spritzpräparate und die eigene Kompostwirtschaft machen den Boden lebendig.
In Deutschland werden 4500 ha von 800 Weingütern ökologisch bewirtschaftet.
Im VDP werden 410 ha von 29 Weingütern ökologisch bewirtschaftet. Dies entspricht 15% der VDP Güter und deren Fläche.
5% der deutschen Rebfläche ist im Besitz von VDP-Gütern.
14 % der deutschen Öko-Rebfläche ist im Besitz von VDP Gütern.
http://www.lebendiger-weinberg.de
VDP Baden und Württemberg