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ERSTE LAGE NAHE


Betörende Vielfalt



Das Anbaugebiet Nahe nimmt mit 4.221 Hektar flächenmäßig zwar nur einen eher kleinen Anteil der deutschen Rebfläche ein, jedoch zählt es aufgrund der geologischen Vielfalt seiner Böden fraglos zu den interessantesten Regionen überhaupt. Die Weinberge erstrecken sich vom südlichen Rand des Rheinischen Schiefergebirges bis in die Nahe-Seitentäler von Alsenz und Glan.
An der Unteren Nahe findet man zwischen Wallhausen und Bingerbrück devonisches Gestein. Es handelt sich um Phylitte, Grünschiefer und Quarzite der metamorphen Vorsoonwald-Serie.

Im überwiegenden Teil der Naheregion prägen rote Konglomerate und Sandsteine des Oberrotliegenden die Weinbergsböden.

In der Gegend um Monzingen sind die Konglomerate mit hohen Anteilen von blauem und rotem Schiefer durchsetzt.
Außergewöhnlich sind die hochgeschleppten Schollen karbonischen Ursprungs bei Niederhausen. Die Vulkanverwitterungsböden zwischen Bad Münster und Schloßböckelheim bilden seit altersher ein Zentrum des Riesling-anbaus an der Nahe. Desweiteren treten in fast allen Gemarkungen sowohl tertiärzeitliche Ablagerungen des Mainzer Beckens mit Meeressanden und Kiesen als auch quartiärzeitlicher Terrassenschotter mit Löß und Lößlehm bodenbildend auf. Interessant ist die bis vor einigen Jahren kaum bekannte Tatsache, dass es an der Nahe bereits vor hundert Jahren eine Art Lagenklassifikation gab, die sich an der Grundsteuer der jeweiligen Parzelle orientierte. Sie gliederte sich in drei Stufen: 15-120 Silbergroschen für die einfache Kategorie, 150-240 Silbergroschen für die Mittelklasse und 360-600 Silbergroschen für die Spitzenlagen. Die Ergebnisse wurden im Jahr 1901 in einer „Nahe-Weinbaukarte für den Regierungsbezirk Coblenz“ dokumentiert, worauf die wenigen dunkelrot eingefärbten Spitzenlagen deutlich zu erkennen waren. Diese Nahe-Karte schlummerte lange im Verborgenen, bis sie Mitte der 90er Jahre von den Prädikatsweingütern der Nahe wieder entdeckt und neu aufgelegt wurde. Sie machten sich obendrein die Lehren dieser historischen Karte zu eigen und beschlossen strikte Selbstbeschränkungen: In ihrem Lagen-Statut von 1997 legten sie unter anderem fest, dass zukünftig nur noch Rieslingsweine aus den besten Weinbergen mit Lagenbezeichnung angeboten werden dürfen. Umgekehrt heißt dies, dass alle anderen Rebsorten, selbst die mittlerweile so populären Burgundersorten, ohne Lagenbezeichnung vermarktet werden müssen, selbst wenn sie in einer der „Grand-Cru-Lagen“ angepflanzt sein sollten. Darüber hinaus müssen die stets handgelesenen Trauben in jeder Qualitätsstufe von deutlich höherer Güte sein als es das Gesetz verlangt und die Erträge dabei extrem niedrig bleiben.



MÜNSTER-SARMSHEIM


KAPELLENBERG

Der Kapellenberg liegt nördlich vom Ort Münster-Sarmsheim in Richtung Bingerbrück. Auf 4 Hektar erstrecken sich die Rebanlagen, die rund um die Lage Dautenpflänzer nach Süd-Südost ausgerichtet sind mit 10-35 % Hangneigung. Der Name geht auf eine Kapelle oder einen Bildstock zurück, der in früheren Zeiten hier gestanden haben muss. Auf Quarzit-Verwitterungsboden mit Löß-Lehm wird hier vor allem der Riesling kultiviert.

Weingut Kruger-Rumpf   -   Kapellenberg Riesling

DAUTENPFLÄNZER

Vom Tal am rechten Naheufer sind die steilen Hänge, mit einer Steigung von 40 % nach Südost, gut zu sehen. Durch die Süd-Südostausrichtung und die Ausläufer des Münsterer Waldes, ist der Dautenpflänzer gut geschützt vor kalten Westwinden. Grauer Devon-Schiefer bildet den Untergrund des Lößlehm-Mutterbodens. Das Wort Daute bedeutet gleichermaßen junger Setzling. Man geht davon aus, dass hier früher junge Reben gezüchtet wurden. Daher der Name Dautenpflänzer.

Weingut Kruger-Rumpf   -  Dautenpflänzer Riesling

PITTERSBERG


Die Lage des Pittersberg befindet sich relativ nahe am Fluss. Die geschützte, sehr warme, trockene Lage besitzt einen Boden mit grauem Schiefer aus Devon und Verwitterungsgestein. Die schnelle Erwärmung der Lage wird durch die steile Südausrichtung begünstigt. Sie ist durch die Ausläufer im Osten vor kalten Westwinden geschützt. Die Schieferböden geben die gespeicherte Wärme noch sehr lange nach Sonnenuntergang an die Rebe ab.

Weingut Kruger-Rumpf   -   Pitterserberg Riesling


BURG LAYEN


SCHLOSSBERG

Auf ca. 1,3 Hektar stehen an dieser unmittelbar dem Ort Burg Layen angeschlossenen Lage Riesling-Reben. Der tonhaltige Lehmboden ist mit stark verwittertem Schiefer durchsetzt. Die sanfte südliche Hangneigung begünstigt die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens und bildet dadurch eine exzellente natürliche Grundlage für die Erzeugung von Spitzenweinen. Rieslinge aus dem Schlossberg weisen in ihrer Jugend eine geradezu verlockende Fruchtigkeit auf, während die feinrassige Mineralität ihnen ein vorzügliches Reife-Potential verleiht.

Schlossgut Diel                        Schlossberg Riesling


DORSHEIM


PITTERMÄNNCHEN

Auf der Nordseite des Trollbachtales gelegen erhebt sich diese knapp 8 Hektar große Lage zwischen 220 und 300 m über NN. Sie schließt sich westlich unmittelbar an das Goldloch an und erstreckt sich bis kurz vor Burg Layen. Der bis zu 45-55 % steile Südhang erscheint erstmals im Jahr 1860 im Lagenkataster. Der in den rheinischen Weinbergen einmalige Name Pittermännchen geht auf eine kleine Silbermünze zurück. Ende des 16. Jahrhunderts gingen 32 davon auf einen Gulden. Obschon der Weinberg unmittelbar an das Goldloch grenzt, weist das Pittermännchen einen hohen Schieferanteil auf. Der Boden ist außerdem durchsetzt mit Kieselsteinen und Quarzit.

Schlossgut Diel   -   Riesling

GOLDLOCH

Auf der Nordseite des Trollbachtales gelegen erhebt sich diese 11 Hektar große Spitzenlage zwischen 210-290 m über NN. Der teilweise terrassierte, extrem nach Süden orientierte Steilhang, weist ein Gefälle von mehr als 45-55 % auf. Im Lagenkataster erscheint das Goldloch erstmals im Jahr 1819. Vorher soll dort nach Gold gegraben worden sein und die Winzer, so der Volksmund, verdienten mit den Weinen aus dieser vorzüglichen Lage viel Gold. Der Boden besteht aus steinig-grusigem Gehängelehm auf felsigen Konglomeraten des Oberrotliegenden aus der ersten Phase des Perm. Dieser Urgesteinsboden ist nur von einer dünnen Lehmschicht bedeckt.

Schlossgut Diel   -   Riesling

BURGBERG

Auf der Nordseite des Trollbachtales gelegen erhebt sich diese 4 Hektar große Lage zwischen 200 und 290 m über NN. Der mehr als 45-55 % Gefälle aufweisende Steilhang ist nach Süd-Südosten geneigt und wird von Felsen und Büschen begrenzt. Der Burgberg weist die mikroklimatisch besonders begünstigte Form eines Amphitheaters auf. Sein Name entstand bereits im 14. Jahrhundert in Anlehnung an die Burg Layen und erscheint 1819 im Lagenkataster. Der mit Schiefer, Quarzit und Kieselsteinen durchsetzte Lehmboden bietet exzellente Voraussetzungen für die Erzeugung von Riesling-Weinen mit großem Alterungspotenzial. Da sich in kalten Winternächten am Hangfuß die Kaltluft staut, eignet sich dieser Teil des Burgberges ideal zur Gewinnung von Eiswein.

Schlossgut Diel   -   Riesling
Weingut Kruger-Rumpf   -   Riesling


LAUBENHEIM


ST. REMIGIUSBERG

Der Laubenheimer St. Remigiusberg ist der südöstliche Teil des vom Laubenheimer Karthäuser gebildeten Talkessels. Beide Lagen sind also direkt benachbart. Dennoch bringen sie ganz verschiedene Weine hervor. Der Name St. Remigiusberg leitet sich von dessen Eigentümern im Mittelalter, einem Benediktinerkloster in Trier dessen Abt als St. Remigius heilig gesprochen wurde, ab. Das Alter der Rebstöcke beträgt im Durchschnitt 27 Jahre. Der St. Remigiusberg ist besonders gut gegen den Westwind geschützt. Die aufgehende Sonne wärmt den östlich orientierten St. Remigiusberg sofort auf und nachts gibt der Boden diese Wärme wieder an die Reben ab. Durch diese Wechselwirkung erreichen die Trauben alljährlich ihre maximale Reife.

Weingut Tesch   -   Riesling


LANGENLONSHEIM


ROTHENBERG

Die reine Südhanglage liegt westlich von Langenlonsheim und weist zum Teil eine Steigung von über 40 % auf. Von Norden und Westen ist der Hang durch den Langenlonsheimer Wald geschützt. Von hieraus schweift der Blick in das großzügige Guldenbachtal. Diese Riesling-Spitzenlage trägt ihren Namen aufgrund des rotliegenden Bodens. Der steinige, lockere und leicht erwärmbare Gesteinsverwitterungsboden ist ein idealer Standort für den Riesling. Die Riesling-Weine zeigen einen festen mineralischen Charakter und eine elegante Fruchtigkeit.

Weingut Tesch   -   Riesling


WALLHAUSEN


JOHANNISBERG

Der extrem steile, mit 60 % Gefälle, nach Süden ausgerichtete Johannisberg gehört zu den ältesten urkundlich nachgewiesenen Weingärten Europas. Dies geht aus einem Güterverzeichnis der Freiherrn von Dalberg aus dem 12. Jahrhundert hervor. Die ersten Funde gehen zurück bis in die Römerzeit, und sie sind in Kunst und Kultur verewigt. Das enorme Potenzial dieser Lage hat sich über viele Generationen als konstant erwiesen. Die 50 Jahre alten Rebstöcke wurzeln bis zu 20 m tief im Oberrotliegenden.

Weingut Prinz Salm   -   Riesling

FELSENECK

Das Felseneck ist eine Steillage mit 50%-iger Steigung. Es wird durch einen grünen Schiefer dominiert, der sehr elegante, feinnervige Rieslinge hervorbringt. Der grüne Schieferboden ist einmalig in Deutschland, kommt also nur hier vor. Die in dieser Lage gelesenen Rieslinge brauchen oftmals Zeit bevor sie sich öffnen, zeichnen sich aber durch ein enormes Alterungspotential aus.

Weingut Prinz Salm   -   Riesling


ROXHEIM


BERG

Nordwestlich von Bad Kreuznach liegt der Weinberg im unteren Nahetal, das sich als nördlichster Ausläufer der Oberrheinischen Tiefebene zwischen dem Saar-Nahe-Bergland und dem Rheinischen Schiefergebirge nach Westen vorschiebt. Auf einem Südhang mit bis zu 60 % Gefälle ruht der Weinberg über dem Ort Roxheim, geschützt im Wind- und Regenschatten des Soonwalds und des Pfälzer Berglands. In der Lage herrscht ein sandiges Lößlehm-Gemenge vor, das von Sedimenten des Rotliegenden durchzogen ist. An manchen Stellen ist der Boden auch geprägt von steinig–grusigem Lehm. Beim Rotliegenden handelt es sich um einen Sandsteinverwitterungsboden, der auch als Roter Schiefer bezeichnet wird.

Weingut Prinz Salm   -   Riesling


TRAISEN


ROTENFELS

Das beeindruckende Rotenfelsmassiv aus Rhyolith, einer Abart von Quarzporphyr, steht mit seiner roten Farbe Pate für den Namen dieser Lage. Im Zuge der Neuabgrenzung der Weinbergslagen im Jahre 1970/1971 wurde das „Filetstück“ des Rotenfels in Bastei umbenannt. Es ist mit 327 m Höhe die höchste Felswand nördlich der Alpen. Die Rebfläche besteht aus vielen Einzelparzellen, die sich am Fuße dieses Felsmassivs bis zum Ort Traisen erstrecken. Die Parzellen für das GROSSE GEWÄCHS befinden sich ausnahmslos in steiler Südlage mit 35-45 % Gefälle. Der Untergrund, ein schwach lehmiger, teilweise tiefgründiger Porphyrverwitterungsboden, ist der Gehängeschutt des Rotfelsmassivs aus Rhyolith in den unterschiedlichen Verwitterungsstufen. Durch den hohen Felsanteil ist der Boden leicht erwärmbar.

Weingut Dr. Crusius   -   Riesling

Gut Hermannsberg    -   Riesling ("Bastei")


NORHEIM


KIRSCHHECK

Die urkundlich ältesten Weinberge der Nahe befinden sich in diesem Teil der Gemeinde Norheim. Früher wucherten hier wilde Kirschen bevor die Hänge mit Reben bestockt wurden. Der Weinberg erhebt sich in steiler Südlage über der mittleren Nahe. Hier finden wir Tholeyer Schiefer, einen grauen Schiefer mit Sandeinlagerungen des Oberrotliegenden. Die starke Hangneigung und der Schieferboden, der nur geringe Erträge bis maximal 50 hl/ha erlaubt, führen zur leichten Erwärmbarkeit der Lage und einer damit verbundenen langen Reifeperiode.

Weingut Dr. Crusius    -     Riesling
Weingut Dönnhoff     -     Riesling

DELLCHEN

Zwischen Norheim und Niederhausen befinden sich direkt an der Nahe steil aufragende Felsen aus vulkanischem Hartstein (Phorphyr und Melaphyr). Zwischen diesen Felsen liegen kleine Bergmulden, in der Mundart genannte „Dellchen“. Die schiefrigen Böden sind hier mit dem steinigen Verwitterungsmaterial der angrenzenden vulkanischen Felsen vermischt. Das exakt nach Süden ausgerichtete, extrem steile Gelände ist durch Trockenmauern terassiert. Im Schutz der angrenzenden Felsen erreichen die Rieslingreben sehr hohe Reifegrade, und die Weine haben bei besonders lagentypischer Sortenprägung ein großartiges Reifepotential.

Weingut Dönnhoff   -   Riesling


ALTENBAMBERG


ROTENBERG

Altenbamberg ist idyllisch im Glantal, einem Seitental der Nahe, gelegen. Gegenüber der Altenbaumburg liegt der Altenbamberger Rotenberg, ein sehr steiler Weinberg mit fast ausschließlich südlicher Exposition. Er erstreckt sich bis an den Waldrand auf der Höhe des Bergkamms. Der Untergrund besteht aus rotliegendem Sandstein, daher auch der Name, und Schieferton. Der Oberboden ist eher karg und steinig, jedoch sieht man deutlich die rötliche Färbung des Bodens. Der Wald schützt die Reben zwar vor kalten Winden, die Vegetation schreitet jedoch in den höheren Lagen nicht ganz so zügig voran, wie in den tiefer gelegenen Teilen des Weinbergs.

Gut Hermannsberg   -   Riesling


NIEDERHAUSEN


FELSENSTEYER

Die Einzellage Felsensteyer liegt westlich der Ortsgemeinde Niederhausen in steiler Terrassenlage mit süd-südöstlicher Exponierung. Eine Hangneigung bis zu 60 % bietet optimale Bedingungen zur Reifung der Rieslingtrauben. Der teils tiefgründige Boden besteht aus Hanglehm in Mischung mit grusigen Bestandteilen des Tholeyer Schiefer – einer Sand-Schieferverbindung. Leichte Erwärmbarkeit und gute Wasserführung ergänzen die vorzüglichen Lagenbedingungen.

Dr. Crusius   -   Riesling

STEINBERG

Bei der Einzellage Steinberg handelt es sich um eine Südwest- Südostlage, die mit ihrer Ausrichtung gut gegen kalte Westwinde geschützt ist. Die Reben der insgesamt 8 Hektar großen Steillage, wachsen bei einer Steigung von 45-55 %. Aus den skelettreichen Porphyritböden mit karger Lößauflage kommen besonders markante Rieslingweine hervor. Der Name Steinberg beruht auf dem sehr hohen Steinanteil im Boden.

Gut Hermannsberg   -   Riesling

KERTZ

Einer der steilsten Weinlagen der Nahe ist die Niederhäuser Weinlage Kertz. Die Lage Niederhäuser Kertz liegt circa 800 m vom Weingut Niederhausen-Schlossböckelheim entfernt, genau in der Mitte zwischen der Gutsverwaltung und der Gemeinde Niederhausen. Vom oberen Teil des Weinberges sieht man über die Bahnlinie hinweg die 150 m entfernte Nahe. Die althergebrachte Flurbezeichnung findet sich das erste Mal in den Plänen des Katasteramtes von 1832. Ob der Name sich von dem Vergleich mit der Form einer Kerze herleiten lässt, darf nur vermutet werden. Die Lage zeichnet sich durch eine ausgezeichnete Wärmespeicherfähigkeit aus. Dies ist auf die Querterrassierung und deren gute Sonnenscheinreflexion zurückzuführen. Der Boden besteht aus schwarzgrauem Schiefer, der mit Lemberg-Porphyrit vermischt ist und liefert durch seinen hohen Gesteinsanteil und die poröse Struktur die Grundlage für eine leichte Erwärmbarkeit dieser Lage. Die Kertz ist bekannt für ihre trockenen, eleganten und mineralbetonter Rieslingweine.

Gut Hermannsberg   -   Riesling

HERMANNSHÖHLE

Namengeber dieser Lage ist ein kleiner Bergwerkstollen („Höhle“) im Mittelteil des Berges. Das Wort Hermann ist von Hermes, dem römischen Schutzgott der Boten und Reisenden, abgeleitet und ist wahrscheinlich ein Hinweis auf eine alte Kultstätte. Die reine Südlage liegt 130-175 m über NN. Die Böden sind größtenteils aus schwarz-grauem Schiefer vermischt mit vulkanischem Eruptivgestein, Phorphyr und Kalkstein. Das älteste Gestein der Gemarkung Niederhausen befindet sich hier. Es wurde im Oberkarbon vor über 300 Millionen Jahren abgelagert. Die Hermannshöhle ist seit über 100 Jahren die steuerlich am höchsten bewertete Lage der Nahe und damit Richtschnur für die Bewertung aller anderen Weinberge des Gebietes. Der Riesling erreicht hier immer eine hohe Reife und die Weine dieser großartigen Lage haben mit ihrer Komplexität, Kraft, Eleganz und langen Lagerfähigkeit viel zu dem guten Ruf deutscher Weine weltweit beigetragen.

Weingut Dönnhoff   -   Riesling

HERMANNSBERG

Die Einzellage Niederhäuser Hermannsberg, unmittelbar am Gebäude der Gutsverwaltung liegend, ist eine reine Südlage. Die Größe des Weinbergs beträgt 5,9 Hektar. Die geschützte Lage mit gut abfließender Kaltluft, eignet sich besonders für die Eisweingewinnung. Sie weist als Ausgangsgestein Schieferton auf, der von Löß überweht und mit Schieferfetzten durchsetzt ist. Der Name dieser Lehmböden kommt von Hermes und führt zurück bis in die Römerzeit. Hermes war der Schutzgott aller Boten und Reisenden.

Gut Hermannsberg   -   Riesling


SCHLOSSBÖCKELHEIM


KUPFERGRUBE

Die Kupfergrube ist nach Süden ausgerichtet und eine der exponierten Lagen an der Nahe. Spektakulär am Fuß der vulkanischen Felswand gelegen, ist sie mit einem phantastischen Mikroklima ausgestattet. Der Name geht auf eine alte Kupferschürfung zurück, auf der später der Weinberg entstanden ist. Der äußerst mineralreiche vulkanische Verwitterungsboden, der kaum lehmige Bestandteile enthält, bringt hier regelmäßig Weine, die wegen ihrer besonderen Aromatik herausragen.

Gut Hermannsberg   -   Riesling
Weingut Schäfer-Fröhlich   -   Riesling

FELSENBERG

Die Weinberge des Schloßböckelheimer Felsenberges liegen im Tal der Nahe, das sich hier auf ca. 125 m Höhe über NN von Ost nach West bewegt. Die Reben stehen auf einem, mit einer Neigung von 45-55 %, sehr steilen Südhang, der sich vom Fluß zu den Felsen hinzieht. Der Weinbergshang ist die Geröllhalde der darüberliegenden Felsen, daraus erklärt sich auch sein Name. Das Gestein vulkanischen Ursprungs wird als Ryolith bezeichnet. Der Boden besteht aus steinig-grusigen Lehmen und ist durch die braungraue Farbe leicht erwärmbar. Er besitzt beste Wasserführung. Die extreme Hanglage und die optimale Ausrichtung nach Süden sind weitere Gründe für einen frühen Vegetationsbeginn und damit eine lange Reifephase.

Weingut Dr. Crusius   -   Riesling

Weingut Dönnhoff    -   Riesling
Weingut Schäfer-Fröhlich   -   Riesling


BOCKENAU


FELSENECK

Im Seitental der oberen Nahe, im Talkessel des Ellerbachtals gelegen, steigt der 35-60 % steile, rein südorientierte Rebhang des Bockenauer Felsenecks zwischen 220 und 300 m über NN bis zu einem Hochplateau auf. Durch Knüppelwälder, die sich wie eine Mütze schützend über den Hangkopf des Felsenecks ziehen, ist die Lage optimal vor kalten Fallwinden geschützt, was die Kleinklimatick besonders begünstigt. Durch die warme Mittagssonne optimal beschienen, werden bis zum späten Abend noch die letzten Sonnenstrahlen eingefangen. Der felsige, leicht erwärmbare Gesteinsboden, verleiht der Lage ihren Namen. Es ist ein Gesteinsboden des Oberrotliegenden den sogenannten Waderner Schichten (der Nahe-Gruppe). Eine Formation von Konglomeraten und Fanglomeraten, deren Hauptbestandteile blauer Devonschiefer, basaltisches Geröll und weißgrauer Quarzit sind. Diese besondere Mineralformation verleiht den Weinen ihre typische, sehr feine, vielschichtige Mineralität. Weine, die wegen des Blauschiefer-Anteils eine extreme Lagerfähigkeit besitzen.

Weingut Schäfer-Fröhlich   -   Riesling


MONZINGEN


FRÜHLINGSPLÄTZCHEN

Wo der Schnee durch intensive Sonneneinstrahlung und ausgeprägte Thermik besonders schnell dahinschwindet und sich ein herrlicher Ausblick übers Nahetal hinweg bietet, liegt der Name „ Frühlingsplätzchen“ nahe. Seit Jahrhunderten ist dieser Name im Kataster eingetragen. Der Boden des steil nach Süd-Südwesten abfallenden Hanges (170-240 m über NN) besteht überwiegend aus mehr oder weniger verwittertem rotem Schiefer, der mit Anteilen von Quarzit und basaltischem Geröll durchsetzt ist.

Weingut Emrich-Schönleber   -  Riesling
Weingut Schäfer-Fröhlich   -   Riesling

HALENBERG

Halenberg ist die kleinste Monziger Lage und liegt östlich des Ortes auf bis zu 220 m über NN. Der 35-70 % steile Hang ist mit seiner Süd-Südwestlichen Ausrichtung von aufsteigenden warmen, thermischen Strömungen geprägt. Die nächtlichen vom Soonwald herwehenden kalten Fallwinde werden dagegen von der leicht geneigten Anhöhe über dem Weinberg abgefangen und in Richtung Bad Sobernheim geleitet. Dies schützt das besondere Kleinklima dieser Lage vor zu starker nächtlicher Abkühlung. Der Boden stammt aus einem Konglomerat, das sich überwiegend aus Blauem Schiefer, Quarzit und Kiesel zusammensetzt. Er enthält kaum lehmige Anteile und ist deshalb sehr leicht erwärmbar, neigt aber zu Sommertrockenheit. Dies führt zu kleinbeerigen, aromareichen Trauben, die erst bei hoher Reife, wesentlich später als bei prallen Trauben, von der Edelfäule befallen werden. Nicht nur die besonders mineralischen, trockenen Weine, sondern auch die edelsüßen Weine aus dieser Lage sind daher von besonders klaren, feinen Fruchtnoten geprägt.

Weingut Schäfer-Fröhlich    -     Riesling
Weingut Emrich-Schönleber   -      Riesling


Die ERSTEN LAGEN


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MÜNSTER-SARMSHEIM

Kapellenberg
Dautenpflänzer
Pittersberg

BURG LAYEN
Schlossberg

DORSHEIM
Burgberg
Goldloch
Pittermännchen

LAUBENHEIM
St. Remigiusberg

LANGENLONSHEIM
Rothenberg

WALLHAUSEN
Johannisberg
Felseneck

ROXHEIM
Berg

TRAISEN
Rotenfels

NORHEIM
Kirschheck
Dellchen

ALTENBAMBERG
Rotenberg

NIEDERHAUSEN
Felsensteyer
Steinberg
Kertz
Hermannshöhle
Hermannsberg

SCHLOSSBÖCKELHEIM
Kupfergrube
Felsenberg

BOCKENAU
Felseneck

MONZINGEN
Frühlingsplätzchen
Halenberg


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