ERSTE LAGE AHRBereits die Römer wussten das Ahrtal als Weinanbaugebiet zu schätzen. Sie ließen sich zwischen Eifel und Rhein nieder und pflanzten seinerzeit die ersten Reben. Heute gehört das Ahrtal im Norden von Rheinland-Pfalz zu den profiliertesten Rotweinanbaugebieten Deutschlands. 88 % der Weinberge sind mit roten Rebsorten bepflanzt, wobei der Spätburgunder der „König" der Ahr ist. „Klasse statt Masse" lautet die Philosophie der Ahrtaler Traditionsweingüter und Spitzenklasse hat ihren Preis. Den zahlen die Winzer mit mühevoller Detailarbeit in extremsten Anbaulagen. So müssen die Winzer für die Arbeit am Rebstock und zur Lese oft durch zerklüftete Felsspalten in extreme Steilhänge klettern, wo teils nur wenige Rebstöcke nebeneinander stehen und der Einsatz von Maschinen unmöglich ist. Mit nur 529 Hektar bestockter Rebfläche nimmt die Ahr Platz zehn unter den dreizehn deutschen Weinanbaugebieten ein. Kaum zu glauben aber wahr: Mediterranes Klima beschert den Trauben im Ahrtal optimale Vorraussetzungen. Felsen, Schiefer und Weinbergsmauern speichern die Sonnenwärme und geben diese in der Nacht wieder an die Reben ab.

LANDSKRONE
Der mächtige Basaltkegel der Landskrone oberhalb der Ortschaft Heimersheim zählt zu den besonders markanten Geländepunkten des unteren Ahrtals. Sehr steil sind die Hanglagen oberhalb des unter Denkmalschutz stehenden Weinbergshauses. Wegen seiner günstigen Lage wurde die Landskrone in historischer Zeit als Festungsberg genutzt. „Dies ist des Landes Krone“ soll Philipp von Schwaben 1206 von dem Vulkankegel gesagt haben, an dessen Hängen diese Lage sich befindet. Dort hat er dann eine Burganlage bauen lassen, die als Ruine erhalten blieb, nachdem sie 1677 in Brand geriet. Die Landskrone ist ein vulkanischer Basaltkegel, welcher aus steilgestellten Schichten des Unterdevons herausgeprägt wurde und von Tuffen umgeben ist. Der Ursprung dieses Vulkanismus liegt im Tertiär und bezeichnet eine sehr unruhige Phase in der Entwicklung des Rheinischen Schiefergebirges. Die geschmolzenen Gesteine drangen durch Spalten zur Oberfläche des Gebirges und bildeten ausgedehnte Vulkanfelder. Heute sind die Basaltkegel dieser Vulkane herausgewittert und wie im Fall der Landskrone weithin sichtbar.
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Weingut Nelles - Spätburgunder, Frühburgunder
BURGGARTEN
Der Burggarten breitet sich unterhalb des Vulkankegels aus, auf dem sich die Lage Landskrone findet. Seinen Namen verdankt er der Burganlage, die Phillip von Schwaben als Reichssitz hatte bauen lassen. Die Lage dehnt sich von Südost bis Südwest, so dass die Reben den ganzen Tag eine optimale Sonneneinstrahlung erfahren. Der Boden ist sehr vielfältig und reicht von Grauwacke über Grauwackenschiefer, Löß und Lößlehm, zu Gehängelehm, der im oberen Teil der Lage sogar in Basalt übergeht. Diese Vielfalt an Böden beeinflusst den Charakter der Weine auf unterschiedliche Art, so dass sie sich mal sehr fruchtig, ein anderes mal würzig oder auch körperreich, wuchtig und feurig präsentieren können.
Weingut Nelles - Spätburgunder
KIRCHTÜRMCHEN
Die Lage Kirchtürmchen stellt die Verbindung der Lage Ahrweiler Daubhaus zum Neuenahrer Schieferlay her. Sie wird durch den großzügig dimensionierten Autobahnzubringer durchschnitten und geht in das Ackerland der angrenzenden „Grafschaft“ über. In den alten Weinbaukarten wird die Lage als „An dem Kirchtürmchen“ bezeichnet. Über die Namensgebung kann trefflich spekuliert werden. Zum einen könnten möglicherweise die in den alten Weinorten Hemmessen, Beul und Wadenheim gelegenen Kapellengüter mit ihren Türmen der Lage den Namen gegeben haben. Die Hänge der Lage sind sehr steil und deshalb sehr schwer zu bearbeiten. Der Boden in dieser Lage ist sehr unterschiedlich. Man findet sowohl Gehängelehm, Grauwacke- und Lößböden als auch einen stark lehmigen Schieferboden. Über dem Schieferverwitterungsgestein liegt eine kräftige Schicht aus weißem Ton und Humus.
Weingut Deutzerhof – Cossmann–Hehle - Spätburgunder
SONNENBERG
Der 26 Hektar umfassende Sonnenberg in Bad Neuenahr gehört zur unteren Region der Ahr, in der sich das ansonsten enge Tal weitet, und die Hänge etwas flacher werden. Aufgrund seiner südlichen Ausrichtung und günstigen Hangneigung zählt der auf 100-150 m über NN liegende Sonnenberg zu den bevorzugten Lagen, die von einer hohen Sonneneinstrahlung und einem günstigen Mikroklima profitieren. Der Boden ist ein skelettreiches Konglomerat aus Grauwacke bis Grauwackeschiefer versetzt mit Lehmanteilen über Gehängelehm bis Löß und Lößlehm.
Weingut Meyer-Näkel - Spätburgunder
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SCHIEFERLAY
Das Wort Lay leitet sich ab von Lei=Fels, Schieferfels oder auch vom mundartlichen Lai=Dachschiefer. Die Lage erstreckt sich von Süden nach Südwesten und ist sehr steil. Durch kleine Taleinschnitte wird sie im Westen zum Kirchtürmchen und im Osten zum Sonnenberg abgegrenzt. Die Böden sind von Grauwacke und Grauwackenschiefer als auch durch Gehängelehm und gar Lößlehm geprägt sind.
Weingut Kreuzberg - Spätburgunder
ROSENTHAL
Die Lage Rosenthal erstreckt sich direkt gegenüber der Altstadt von Ahrweiler. Das Profil des Hanges ist geprägt durch die hohen Stützmauern sowie durch Brückenpfeiler, die Überreste eines Viadukts, einer nie fertig gestellten Bahnlinie. Für die Abstammung des Namens der 50 Hektar großen Weinbergslage gibt es zwei Theorien: zum einen könnte der Name auf eine Bepflanzung von Wildrosen hindeuten, zum anderen durch die Ableitung des Wortes Runst = rinnendes Wasser, auf eine ehemals dort befindliche Quelle verweisen. Der Weinbergsboden ist vielfältig. Er reicht von Grauwacke im östlichen Teil, über Gehängelehm im oberen Bereich, bis hin zu Löß in der westlichen Hälfte, daneben Lößlehm und Schiefer.
Weingut J. J. Adeneuer - Spätburgunder
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SILBERBERG
Woher dieser Name stammt, kann nicht genau belegt werden. Es existieren mehrere Deutungsvarianten. Zum einen könnte es sein, dass man der Lage den Namen gegeben hat, um die Wertschätzung dafür auszudrücken, da Silber ein edles Metall ist. Andererseits könnte der Name im früheren Bergbau in Ahrweiler begründet sein. Die dritte Möglichkeit ist die Variation des Namens, der zuvor als Selberberg bekannt war. Dies ist der mundartliche Ausdruck für Salbei. Der Boden ist geprägt von Grauwacke. Vereinzelt tritt Schiefer und Löß, am Fuße der Lage Gehängelehm auf. In der steilen, nach Süden und Südwesten gelegenen Lage erfahren die Reben optimale Sonneneinstrahlung und beste Vorraussetzung zum Reifen, so dass sich die Weine aus der Lage sortentypisch und sehr kräftig präsentieren.
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KRÄUTERBERG
In Walporzheim schließt das weite, untere Tal der Ahr ab. Die Hänge werden steiler und gehen in Terassenlagen über, welche den uralten Ruf einer der edelsten Lagen der Ahr begründen. Der Name der Lage wurde vermutlich von den Römern abgeleitet, die in der Nähe angesiedelt waren und im Kräuterberg aufgrund der guten klimatischen Gegebenheiten sowohl Wein als auch Kräuter anbauten. Der Boden aus steinigem, feinsandigem Lehm mit Schiefer- und Grauwacke-Verwitterungsgestein, die Neigung und die intensive Sonneneinstrahlung erzeugen ein fast mediterranes Kleinklima. So entsteht hier ein bukettreicher, kraftvoller Wein mit typischer Kräuteraromatik.
Weingut Meyer-Näkel - Spätburgunder
GÄRKAMMER
In den nach Süden ausgerichteten sehr steil terrassierten Weinbergen Walporzheims bildet diese Lage mit nur 0,64 ha nicht nur die kleinste Lage des Anbaugebietes Ahr sondern auch eine der kleinsten Lagen von ganz Deutschland. Deutlich sind oberhalb die Abbruchkanten eines ehemaligen Steinbruchs zu erkennen. Hohe Weinbergsmauern trennen die Gärkammern von den angrenzenden Weinbergen ab. Im Westen grenzt es an den Kräuterberg und im Osten an den Pfaffenberg. Der Name charakterisiert das besondere Kleinklima. Eingekesselt durch die hohen Mauern aus Schiefer mit einem Boden aus Schieferverwitterungsgestein und Gehängelehm und die steile Neigung werden in dieser steilen Südlage die Sonne und Wärme optimal eingefangen.
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PFARRWINGERT
In Dernau weitet sich das Ahrtal nach seinen Engstellen und bietet Raum für einen steilen Talkessel, in dem der Pfarrwingert liegt. Der Name des Weinbergs geht auf die katholische Pfarrkirsche Dernaus zurück, die nach wie vor Grundbesitzer in diesem Flurstück ist. Die besonders günstige südliche Exposition und Hangneigung führen in Kombination mit dem leicht erwärmbaren Boden zu einem vorteilhaften Mikroklima in dieser Lage. Die hier vorkommende Grauwacke ist ein körniges Trümmersediment, das mit Tonschieferfragmenten zu einer sandsteinähnlichen Struktur verbacken ist. So bringt der Pfarrwingert ausgesprochen duftige Weine von subtiler Frucht und feiner Würze.
Weingut Meyer-Näkel - Spätburgunder
HARDTBERG
Die Lage Hardtberg weist zwei Hauptausrichtungen mit mehreren Unterbrechungen durch kleinere Seitentäler auf. Nach Dernau mit südlicher, nach Marienthal mit südöstlicher Ausrichtung. Der Boden besteht aus Grauwacke-Verwitterungsgestein, wobei im unteren Bereich Richtung Marienthal steiniger und sandiger Gehängelehm zu finden ist. Die zwischen 125 und 260 Meter hoch gelegene Weinbergslage erbringt durch den beträchtlichen Sonnenstundenanteil und den jährlichen Niederschlag von 560mm ein hervorragendes Mikroklima.
Weingut Kreuzberg - Frühburgunder
HERRENBERG
Der Name Herrenberg bezieht sich auf die Herren von Saffenburg, zu deren Besitz der Ort Rech gehörte und die in dieser Spitzenlage ihre Weinberge anlegten. Der Weinberg liegt unterhalb der Felspartie des Schwedenkopfes. Der südliche Teil der Lage, gegenüber der Ruine Saffenburg ist terrassiert angelegt. Mit seinem Schieferverwitterungsboden aus Grauwacke, bietet der zentral nach Süden ausgerichtete Steilhang mit bis zu 60 % Neigung, hervorragende Bedingungen zur optimalen Ausnutzung der Sonnenenergie.
Weingut Jean Stodden - Spätburgunder
MÖNCHBERG
Die Steilterrassen, die hier fast in den Fels hineingehauen sind, prägen in dieser Lage maßgeblich das Landschafts-bild. Das Tal in diesem wildromantischen Kessel ist 2000 m breit. Der Wald oberhalb der Weinberge schützt die Reben vor Kaltlufteinbrüchen. Böden, Felsen und Weinbergsmauern aus dunklem Schiefer und Grauwacke speichern die Wärme der Sonne und geben sie nachts an die Reben. Ergebnis dieser natürlichen Fußbodenheizung mit Nachtspeichereffekt ist ein mediterranes Mikroklima. Die Lage ist geprägt von steinigen bis leicht lehmigen Schieferverwitterungsböden. Die Bezeichnung Mönchberg ist auf ehemaligen klösterlichen Besitz der Augustinerabtei Klosterrath bei Aachen, die in Mayschoß begründet war, zurückzuführen.
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ECK
Eine mittelalterliche Burganlage „Ekka“ stand Pate für die Lagenbezeichnung Altenahrer Eck. Die Burg wurde bereits 1249 geschleift und abgetragen. Nach Westen schließt die Burgruine Are, die 1100 von Theoderich dem I. von Are erbaut wurde, die Lage ab, im Osten die markante Felspartie der Ravenley, zu deren Füßen der kleine Ort Reimerzhoven liegt. Eng ist das Tal und steil die Terrassenlagen, die schwierig zu bearbeiten sind, aber aufgrund der Grauwacke- und Schieferverwitterungsböden mit hohem Steinanteil die Trauben gut heranreifen lassen.
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